Politik | 11.01.2019

CDU-Stadtverband Andernach lud zum Neujahrsempfang

Das Klima ins Visier genommen

Öko-Visionär Franz Alt postulierte als Gastredner: „Die Zeit ist reif für ein solares Zeitalter“

Öko-Visionär Dr. Franz Alt zog die Gäste mit seiner leidenschaftlichen Rede in den Bann. UBU

Andernach. Das Thema Klimaschutz ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen, dennoch gebe es in Teilen der Bevölkerung wenig Akzeptanz mit allem, was damit umhergeht, so Mechthild Heil, Stadtverbandsvorsitzende der CDU Andernach. Bei der CDU und im Andernacher Stadtverband sei man stets offen für Argumente, die man Klimaschutzskeptikern entgegensetzen könne.

Die Überzeugungsarbeit überließ Heil schließlich dem Journalisten und Buchautor Dr. Franz Alt, den der CDU-Stadtverband als Gastredner zu seinem Neujahrsempfang in der Stadthausgalerie eingeladen hatte.

„Energiewende ist riesige Chance für die Wirtschaft“

Der leidenschaftliche Öko-Journalist schockierte die Gäste zunächst mit düsteren Szenarien. In 200 bis 300 Jahren könne Andernach eine Wüste sein. Er habe bei seiner Ankunft viele freie Dächer für Solarenergie gesehen, stellte er einen Bezug zu Andernach her. „Die Sonne scheint auf jedes Dach – und wir kaufen Gas aus Sibirien und finanzieren damit Kriege“, so Alt. Der Journalist ist überzeugt, dass es technisch möglich ist, die gesamte Weltbevölkerung zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie zu versorgen.

Die Energiewende zusammen mit dem Dämmen der Häuser sei auch eine riesige Chance für die deutsche Wirtschaft, so der Referent. „Es gibt genug Energie auf unserem Planeten, sei es durch die Sonne, die Biomasse, den Wind oder die Wasserkraft. Es ist nur etwas mehr Intelligenz gefragt“, so der Experte. Denn Öl werde als Energielieferant bald nicht mehr zur Verfügung stehen. Deshalb ist der frühere Fernsehjournalist auch überzeugt, dass es schon in wenigen Jahren nur noch Elektroautos auf den Straßen geben wird.

Welche Möglichkeiten es für die Menschheit gibt, die Energie der Sonne einzufangen, präsentierte Alt schließlich mit einigen spektakulären Bildern. Da sah man Hochhäuser mit Kollektor-Fassaden, Häuser, die sich mit der Sonne drehen, oder riesige Kollektorflächen in Nachbarschaft des Vatikans in Rom. „Die Technik ist vorhanden, sie muss jetzt nur noch konsequent genutzt werden“, konstatierte der Referent.

Während China heute weltweit führend bei der Nutzung regenerativer Energien zur Stromerzeugung sei, falle Deutschland jedoch zurück, bedauerte Alt. „Wir erlauben Solarenergien nur noch, wenn sie von der Straße aus nicht zu sehen sind“, kritisiert er die immer schärfer werden Vorschriften für Fotovoltaikanlagen. Auch die deutsche Automobilindustrie verschlafe die Zukunft, verweist Alt auf die nur langsam voranschreitende Entwicklung alternativer Antriebsformen.

„Lösung des Energieproblems steht am Himmel“

„Unser jetziges Handel ist Selbstmord. Wir müssen umdenken, denn die Zeit ist reif für ein solares Zeitalter. Es ist unser Auftrag, die Erde für unsere Enkelkinder lebenswert zu erhalten. Die Lösung des Energieproblems steht am Himmel“, so Alt. Immer wieder wiederholt er: „Die Sonne schickt keine Rechnung.“ Franz Alts Kritik richtet sich nicht nur an die Politiker. „Auch in der Bevölkerung haben die Skeptiker hierzulande Oberhand“, schildert der Öko-Visionär seine Beobachtungen. „Wir wissen immer, wogegen wir sind, aber selten wofür“, bedauert Alt. Denn vor allem in Kommunen sei Bioenergie die Chance einer Wertschöpfung vor Ort.

„Die Bewahrung der Umwelt ist etwas zutiefst Konservatives“, betonte Mechthild Heil. In der CDU sehe man sich nicht in der Rolle des Bedenkenträgers, der nur meckere und die Schuld bei anderen suche. „Wir haben viele Mitglieder gefunden, die in der anstehenden Kommunalwahl Gas geben wollen“, verweist die Stadtverbandsvorsitzende auf die Kandidatenliste, die sich aus altgedienten und neuen, erfahrenen und jungen Kandidatinnen und Kandidaten zusammensetzt. „Sie alle stehen persönlich dafür ein, Andernach voranzubringen. Wir sagen, wer wir sind, was wir tun und was wir vorhaben – wir verstecken uns nicht, wir sind ein Teil von Andernach“, stimmte Heil kämpferisch auf den Wahlkampf ein.

CDU-Stadtverbandsvorsitzende Mechthild Heil stimmte auf die anstehende Kommunalwahl ein.

CDU-Stadtverbandsvorsitzende Mechthild Heil stimmte auf die anstehende Kommunalwahl ein.

Traditionell statteten die Sternsinger dem CDU-Neujahrsempfang einen Besuch ab.

Traditionell statteten die Sternsinger dem CDU-Neujahrsempfang einen Besuch ab.

Öko-Visionär Dr. Franz Alt zog die Gäste mit seiner leidenschaftlichen Rede in den Bann. Fotos: UBU

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
12.01.201907:18 Uhr
Uwe Klasen

Der Journalist und Buchautor Dr. Franz Alt, übrigens ein Lobbyist der sogenannten Energiewende und den damit einhergehenden Verdienstmöglichkeiten, kann vermutlich schaurige Geschichten über mögliche Zukunftsszenarien erzählen, aber Wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Klima und Grundlagen zur Energiesicherung, wie Erzeugung, Grundlast, sollte man besser den dafür ausgebildeten Fachleuten überlassen. Unüberlegtes, populistisches, politisches Handeln hat uns bereits heute schon schweren Schaden zugefügt (sogenannte Energiewende und die damit verbundenen Umweltschäden, faktische Enteignung von Millionen von Menschen die, im Vertrauen auf genau dieselben Politiker welche sie nun nötigen ihre Fahrzeuge zu wechseln, sich Diesel angetriebene Fahrzeuge kauften, da deren CO2 Bilanz besser für das Klima sei)! Und dann werden Menschen, die sich eine rationale Sicht bewahren, als Skeptiker oder sogar Leugner diffamiert!

Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Rund um´s Haus
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2025
Innovatives rund um Andernach
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Ostergruß
Innovatives rund um Andernach
Mitarbeiter IT-Administrator
Empfohlene Artikel
Petra Schneider. Foto: privat
21

Kreis Ahrweiler. Am 23. April 2026 ist es wieder so weit: Der bundesweite Girls‘ Day/Boys‘ Day bietet jungen Menschen die Gelegenheit, spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten. Auch die CDU-Landtagsfraktion beteiligt sich erneut an diesem Aktionstag und lädt Schülerinnen und Schüler ein, einen Blick hinter die Kulissen der Landespolitik zu werfen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2296

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
134

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Alles rund ums Haus
Fahrer gesucht (m/w/d)
Innovatives rund um Andernach
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Doppelseite PR/Anzeigen
fit für`s Alter?
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Rund ums Haus
Anzeige KW 14
Dauerauftrag 2026
Ostergrußanzeige
Osteraktion
Stellenanzeige Kita