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Bauernpräsident Rukwied sorgt sich um Futterversorgung

Dürre führt zu erheblichen Ernteausfällen

Dürre führt zu erheblichen Ernteausfällen

Symbolbild. Foto: RemazteredStudio/Pixabay

30.07.2018 - 13:48

Region. „Der frühe Erntebeginn in Verbindung mit dem weitgehend stabilen Sommerwetter hat einen zügigen Fortschritt der Wintergerstenernte ermöglicht. Die Ernte von Winterroggen ist in den Hauptanbaugebieten in vollem Gange. Selbst Winterweizen und Winterraps werden bereits gedroschen. Dabei zeigt sich, dass auch die Feldfrüchte auf den ertragreicheren Standorten unter der lang anhaltenden Trockenheit gelitten haben. Insgesamt bestätigt sich, dass sowohl bei Feldfrüchten als auch bei Grünland die Ernteausfälle in Teilen der Bundesrepublik ein existenzbedrohendes Ausmaß annehmen.“ Das betont der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, in der 1. Erntemeldung des DBV. Eine ebenso schwierige Situation ergibt sich laut Rukwied für die Futterbereitstellung. „Die aktuellen Futterreserven drohen knapp zu werden, da der zweite und dritte Schnitt bei Grünland teilweise ausfiel. Auch leidet der Mais unter der Trockenheit.“ Die daraus resultierende Notwendigkeit, Futter zuzukaufen, setze die Betriebe zusätzlich unter Druck. Vor diesem Hintergrund erneuerte der Bauernpräsident seine Forderung nach einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage, um die Betriebe bei der dringend notwendigen Liquidität zu unterstützen. Zudem komme es jetzt darauf an, wie Rukwied betonte, dass die Bundesländer in den besonders betroffenen Regionen die rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen, um die in Schwierigkeiten geratenen Landwirte direkt mit Finanzhilfen zu unterstützen.

Die Wintergerste ist bis auf Restflächen in den Höhenlagen der Mittelgebirge und Süddeutschlands nahezu eingebracht, heißt es weiter beim DBV. Auf der Grundlage der vorliegenden Ernteergebnisse geht der DBV im Bundesdurchschnitt von einem Ertrag von 6 Tonnen pro Hektar aus. Gegenüber dem durchschnittlichen Vorjahresertrag von knapp 7,4 Tonnen pro Hektar entspricht dies einem Rückgang von 18 Prozent. Unter Berücksichtigung der Anbaufläche in Höhe von 1,2 Millionen Hektar ergibt sich daraus eine Erntemenge von 7,3 Millionen Tonnen (Vorjahr: 9,0 Millionen Tonnen). Rukwied wörtlich: „Die Erträge und Qualitäten sind in diesem Jahr besonders heterogen. Selbst wenige Kilometer Luftlinie können für die Betriebe den entscheidenden Unterschied zwischen Ernteausfällen und Durchschnittsertrag bedeuten.“ Dies liege an den oftmals nur kleinräumig auftretenden Gewittern, die lokal Entspannung bei der Wasserversorgung brachten, erläuterte Rukwied die starke Streuung der Ernteergebnisse.

Winterroggen wird vor allem in Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt angebaut. Dort stehen fast zwei Drittel des deutschen Winterroggens, der zurzeit gedroschen wird. Die in diesen Bundesländern besonders ausgeprägte Trockenheit hat auch im Roggen zu massiven Ertragseinbrüchen von bis zu 40 Prozent gegenüber dem Vorjahresertrag geführt. Im Bundesdurchschnitt lassen die bisherigen Druschergebnisse einen Ertrag von 4 Tonnen pro Hektar erwarten. Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre (2013 bis 2017) lag der Ertrag noch bei 5,7 Tonnen pro Hektar. Sollten sich die bisher erzielten Erträge bestätigen, wird die Roggenernte bei einer wiederum kleineren Anbaufläche von 532.000 Hektar nur knapp 2,2 Millionen Tonnen (Vorjahr 2,7 Millionen Tonnen) betragen.

Darüber hinaus sind Winterweizen mit einer Anbaufläche von 2,96 Millionen Hektar und Winterraps mit einer Fläche von 1,26 Millionen Hektar wichtige Feldfrüchte für die deutschen Ackerbaubetriebe. Die Ernte dieser Kulturen hat in vielen Regionen bereits begonnen, was im Vergleich zu früheren Jahren zwei bis drei Wochen zu früh ist. In Teilen von Süddeutschland ist die Ernte schon abgeschlossen. Die bisher vorliegenden Ernteergebnisse lassen noch keinen Schluss auf das Gesamtergebnis zu, deuten aber auch bei Winterweizen und Winterraps auf deutliche Ertragseinbußen.

Neben den Ackerbaubetrieben, die deutlich geringere Mengen ihrer Marktfrüchte einfahren, leiden insbesondere auch die Futterbaubetriebe. In den nördlichen und östlichen Bundesländern konnte sich nach dem ersten Grasschnitt aufgrund von Wassermangel kein neuer Aufwuchs bilden. Der zweite Schnitt ist daher beispielsweise in Schleswig-Holstein landesweit, aber auch in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen großräumig ausgefallen. Futterbaubetriebe in weiteren Bundesländern, z.B. Hessen, befürchten vergleichbare Entwicklungen mit Blick auf den dritten Grasschnitt. Eine ausreichende Versorgung der Tiere ist teilweise dann nur noch durch überregionalen Zukauf von Futter möglich.

Der 1. Erntebericht des DBV basiert auf Umfragen unter den 18 Landesbauernverbänden über die tatsächlich geernteten Mengen. Über den weiteren Verlauf der Getreide- und Rapsernte wird der DBV im vierzehntägigen Turnus berichten.

Pressemitteilung Deutscher Bauernverband

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