Politik | 20.12.2022, 10:20 Uhr

Stadtrat Sinzig plant Interimslösung

Für die zerstörte Schulmensa kommt eine Übergangslösung in Containerbauweise

Der notwendige Neubau der Schulmensa am alten Standort dauert nach Ansicht der Stadtverwaltung mehrere Jahre, deshalb ist eine Zwischenlösung erforderlich

Die Mensa in Sinzig, einige Wochen vor dem Abriss.  Foto: ROB
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Sinzig. Ein Opfer der Starkregenkatastrophe vom Juli 2021 war unter anderem auch die Mensa des Schulzentrums in Sinzig. Die war erst wenige Monate zuvor offiziell in Dienst gestellt worden und sollte nicht nur dazu dienen, den Schülern des nahegelegenen Schulzentrums regelmäßige Mahlzeiten zu ermöglichen. Das architektonisch ansprechend gestaltete Gebäude war auch als neue Versammlung- und Tagungsstätte für die Bürger und Vereine der Stadt Sinzig vorgesehen, sogar der Stadtrat hatte schon einmal dort getagt. Doch bei der Flutkatastrophe war die Schulmensa ebenfalls überflutet und nahezu komplett zerstört worden, machte Bürgermeister Andreas Geron (parteilos) in der jüngsten Sitzung des Stadtrats deutlich. Das bestätigte auch Sofia Lunnebach, die Geschäftsführerin der nach der Katastrophe gegründeten Gesellschaft für Entwicklung, Wiederaufbau und Innovation: „Das Flutereignis hat das Objekt so sehr beschädigt, dass eine Sanierung wirtschaftlich nicht tragfähig ist.“ Nach dem bereits erfolgten Abriss der Ruine will die Stadt nun zunächst ein Provisorium schaffen. Denn bis die neue Mensa am alten Standort errichtet werden kann, dürften wohl noch einige Jahre ins Land gehen. Deshalb beschäftigt sich der Stadtrat schon seit einiger Zeit mit der Neuplanung einer Mensa, wofür zunächst auch alternative Standorte geprüft wurden. Letztlich wurde allerdings der ursprüngliche Standort bestätigt und auch von den kommunalen Gremien beschlossen. Nach den wasserrechtlichen und den weiteren technischen Rahmenbedingungen, die aus den Erfahrungen der Flut gewonnen wurden, müsse der Neubau so gestaltet werden, dass eventuell mögliche künftige Flutereignisse nicht zu erneuten Zerstörungen des Gebäudes führen. Vor diesem Hintergrund soll nunmehr eine aufgeständerte Bauweise verwirklicht werden. Die Planung und Umsetzung werden jedoch, so befürchtet man zumindest im Rathaus, einige Jahre in Anspruch nehmen.

Mahlzeiten werden in Klassenräumen eingenommen

Trotz aller Improvisationen und Hilfestellungen, etwa vom „Haus der Jugend“, genügt das bisher vorhandene Platzangebot nun nicht mehr, um allen Schülern die Chance auf ein Mittagessen einzuräumen. Vielfach werden die Mahlzeiten daher in den Klassenräumen eingenommen, berichtete die Stadtverwaltung. Eine kurzfristige Lösung sei daher erforderlich, so Geron. Deshalb soll nun der Bau einer temporären Mensa in Form einer Containeranlage geprüft werden. Damit würden sowohl der Grundschule wie auch der Realschule die Möglichkeit eröffnet, bis zum Neubau eine sinnvolle Alternative zu haben.

Laut Geron könnte auf dem benachbarten Rick-Gelänge eine solche Mensa in Containerbauweise problemlos aufgebaut werden. Die erforderlichen Flächen müssten von der Stadt allerdings zunächst gepachtet oder gekauft werden. Im Maßnahmenkatalog der Stadtverwaltung sind für eine neue Schulmensa rund sechs Millionen Euro aufgeführt. Die Interimslösung soll zu 100 Prozent aus dem Wiederaufbaufonds finanziert werden, so hofft man. Der Stadtrat stimmte der Interimslösung zu, damit so bald wie möglich wieder Mahlzeiten auch außerhalb der Klassenräume ausgegeben werden können.

JOST

Die Mensa in Sinzig, einige Wochen vor dem Abriss. Foto: ROB

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