Politik | 15.07.2025

SPD-Umweltgruppe besichtigt Bauprojekt in Rauental

„Hitze ist eine soziale Frage!“

V.li. Anke Holl, Toni Bündgen, Rainer Kronenberg, Christoph Kretschmer. Foto: Ahmad Jamalaldeen Dallal

Koblenz. Wie gelingt der Umbau unserer Städte angesichts zunehmender Hitzewellen, Extremwetter und sinkender Lebensqualität im Sommer? Mit dieser Frage im Gepäck besuchte die Umweltgruppe der SPD-Stadtratsfraktion Koblenz die Baustelle im Stadtteil Rauental. Im Rahmen des Projekts „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ informierte Landschaftsarchitekt Rainer Kronenberg die Ratsmitglieder Toni Bündgen, Anke Holl und den umweltpolitischen Sprecher der Fraktion, Christoph Kretschmer, über die geplanten baulichen Maßnahmen.

Organisiert wurde der Besuch in enger Abstimmung mit der Klimamanagerin der Stadt Koblenz, Frau Carola Conradi. Sie konnte zwar nicht teilnehmen, hat die Besichtigung jedoch vorbereitet und ermöglicht. Für die SPD-Fraktion ist ihre Arbeit mittlerweile von zentraler Bedeutung, wenn es um die strategische Weiterentwicklung klimafester Stadtteile in Koblenz geht.

Fördermittel aktiv nutzen – Koblenz muss kreativ werden

Das Beispiel Rauental zeigt eindrucksvoll, was in Koblenz möglich ist, wenn Stadtentwicklung konsequent an den Herausforderungen des Klimawandels ausgerichtet wird. Gleichzeitig macht das Projekt deutlich: Ohne Fördermittel wäre diese Baumaßnahme kaum realisierbar gewesen. „Angesichts der angespannten Haushaltslage kann Koblenz solche Vorhaben nicht allein finanzieren“, betont Christoph Kretschmer. „Gerade deshalb müssen wir als Stadt aktiv nach Fördermöglichkeiten suchen – bei Bund, Land oder der EU – und kreative Wege finden, um klimaresiliente Projekte umzusetzen.“ Die SPD-Fraktion fordert, dass Maßnahmen zur Klimaanpassung systematisch auf Förderfähigkeit geprüft und geeignete Programme konsequent genutzt werden.

Hitzeschutz ist auch ein wirtschaftlicher Standortfaktor

Dass Investitionen in Hitzeschutz notwendig sind, zeigt ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen. Laut der Internationalen Arbeitsorganisation ILO könnten bis 2030 weltweit bis zu 80 Millionen Vollzeitarbeitsplätze durch Hitzestress wegfallen. Auch in Koblenz hat die zunehmende Hitze längst konkrete Auswirkungen: Bauarbeiten werden unterbrochen, Pflegekräfte und Handwerker sind extremen Belastungen ausgesetzt, Innenstädte verlieren an Aufenthaltsqualität. „Wenn es Koblenz gelingt, sich klimaresilienter aufzustellen, profitieren nicht nur die Menschen, sondern auch die Wirtschaft“, erklärt Kretschmer. „Eine Stadt, die sich im Sommer nicht aufheizt, in der Menschen gesund arbeiten und leben können, ist ein echter Standortvorteil.“

Wissenschaftliche Begleitung liefert Erkenntnisse für die Zukunft

Ein besonderer Mehrwert des Projekts in Rauental: Es wird wissenschaftlich begleitet, um konkrete Erkenntnisse für künftige städtebauliche Maßnahmen zu gewinnen. „Das ist der richtige Weg“, sagt Toni Bündgen. „Wir müssen aus diesem Pilotprojekt lernen, was bei der Klimaanpassung vor Ort funktioniert – und was nicht.“ Die Ergebnisse sollen in die weitere Planung und in Förderanträge einfließen, damit gute Lösungen stadtweit Anwendung finden können.

Soziale Gerechtigkeit im Zentrum der Klimapolitik

„Klimaschutz ist immer auch Gesundheitsschutz – besonders für ältere Menschen, Kinder und Menschen mit wenig Einkommen“, betont Anke Holl. „Es kann nicht sein, dass sich die einen in klimatisierten Büros zurückziehen, während andere draußen schuften oder in aufgeheizten Wohnungen leben.“ Die SPD-Fraktion sieht Hitzeschutz daher nicht als Nebenthema, sondern als zentrales Element einer sozial gerechten Stadtpolitik. Begrünte Straßenräume, Schatten, Wasserinseln und hitzeangepasstes Bauen müssen zum Standard werden – vor allem in Quartieren mit besonderem sozialen Bedarf.

Koblenz muss handeln – im Interesse aller Generationen

Der Baustellenbesuch hat der SPD-Umweltgruppe deutlich gemacht, wie wichtig konkrete, lokale Maßnahmen sind – und wie viel Potenzial in einer aktiven Förderpolitik steckt. Die Fraktion wird die gewonnenen Eindrücke in die Rats- und Ausschussarbeit einfließen lassen. Ziel bleibt: Koblenz soll gerechter, lebenswerter und widerstandsfähiger gegenüber der Klimakrise werden – mit klaren politischen Entscheidungen, gutem Netzwerken und der Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Pressemitteilung Stadtratsfraktion SPD Koblenz

V.li. Anke Holl, Toni Bündgen, Rainer Kronenberg, Christoph Kretschmer. Foto: Ahmad Jamalaldeen Dallal

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