Politik | 05.11.2017, 10:00 Uhr

Bürgermeister Achim Juchem bringt den Haushaltsplan-Entwurf ein

Im kommenden Jahr sollen erstmals die Haribo-Millionen fließen

Gewerbesteuer-Ansatz auf 10 Millionen Euro erhöht – Ergebnishaushalt mit Überschuss von 1,3 Millionen Euro

Grafschaft. Mit einem Überschuss von gut 1,3 Millionen Euro im Ergebnishaushalt schließt der Etat für das Jahr 2018, den Bürgermeister Achim Juchem (CDU) in der jüngsten Sitzung des Grafschafter Gemeinderates einbrachte. Im Finanzhaushalt beträgt die „Freie Finanzspitze“ sogar 1,5 Millionen Euro. Hauptgrund dafür sind die um 4 Millionen Euro erhöhten Gewerbesteuer-Einnahmen, die erwartet werden, wenn Haribo Anfang des kommenden Jahres seine Produktion im Innovationspark Rheinland aufnimmt und zugleich seinen Firmensitz in die Grafschaft verlegt. Die Bürger haben nun bis zum 10. November Zeit, eigene Wünsche, Vorschläge und Änderungsanträge einzubringen, die der Haupt- und Finanzausschuss in seiner nächsten Sitzung am 30. November beraten wird. Verabschiedet werden soll der Haushalt in der nächsten Sitzung des Gemeinderates am 7. Dezember.

Mehrere Millionen Euro Gewerbesteuer von Haribo

Demnach stehen den Erträgen in Höhe von 26,1 Millionen Euro im Ergebnishaushalt Aufwendungen in Höhe von 24,1 Millionen Euro gegenüber, das laufende Ergebnis aus der Verwaltungstätigkeit von knapp 2 Millionen Euro wird allerdings noch um die Zinszahlungen von 632.000 Euro verringert. Der Jahresüberschuss von 1,3 Millionen Euro bedeutet eine satte Verbesserung von 2,2 Millionen Euro gegenüber dem diesjährigen Haushaltsplan, der noch mit einem Minus von 870.000 Euro abschließt. Das ist vor allem den Haribo-Millionen zu verdanken, die ab dem kommenden Jahr in den Gemeindesäckel fließen sollen. Der Gewerbesteuer-Ansatz wurde von sechs auf 10 Millionen erhöht, in Wahrheit wird aber noch deutlich mehr Geld aus dem Goldbären-Imperium erwartet. Dem stehen allerdings auch um gut 930.000 Euro geringere Einnahmen aus der Veräußerung von Grundstücken gegenüber, erläuterte Achim Juchem dem Rat.

Die Kehrseite der Medaille ist auf der Ausgabenseite zu finden, denn durch das Einnahme-Plus steigt auch die Gewerbesteuer-Umlage, die die Gemeinde an Kreis und Land zu zahlen hat, um 820.000 Euro, und die Kreisumlage um 316.000 Euro. Alles in allem wachsen die Ausgaben um 1,1 auf 24,1 Millionen Euro.

Gemeinde will 4,7 Millionen Euro investieren

Investieren will die Gemeinde im kommenden Jahr 4,7 Millionen Euro und damit eine Million weniger als 2017. Am stärksten zu Buche schlägt der geplante Bau eines sechsten Kindergartens mit Standort in Ringen, der insgesamt 3,2 Millionen Euro kosten soll, von denen im kommenden Jahr eine Million Euro kassenwirksam wird. An Zuschüssen werden knapp 1,2 Millionen Euro erwartet, 150.000 davon sollen schon 2018 fließen. Den Hochwasserschutz lässt sich die Gemeinde im kommenden Jahr 1,5 Millionen Euro kosten, erwartet allerdings auch 600.000 Euro an Zuschüssen, sodass „nur“ 890.000 Euro finanziert werden müssen.

Geplant ist dabei unter anderem der Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens in Birresdorf für insgesamt 2,8 Millionen Euro, die Renaturierung des Nierendorfer Baches für 1,7 Millionen Euro, die Wiederherstellung eines Wirtschaftswegs zwischen Oeverich und Birresdorf, ein Kaskadenbauwerk am Regenrückhaltebecken Leimersdorf sowie die Hochwasserentlastung der Nierendorfer Brückenstraße. Für den geplanten Busbahnhof in Ringen, der auf der Höhe der Tongrube am Ortseingang entstehen soll, sind 820.000 Euro veranschlagt, wovon 150.000 Euro im kommenden Jahr fällig werden. Auch eine Multifunktionshalle im Innovationspark Rheinland steht auf der Investitionsliste für 750.000 Euro, davon sollen 250.000 Euro im kommenden Jahr ausgegeben werden. Insgesamt stehen 75 kleinere und größere Maßnahmen auf der Investitionsliste, elf weniger als noch im Jahr zuvor.

Schulden summieren sich auf 28,8 Millionen Euro

Allerdings machte Achim Juchem auch klar, dass angesichts des Ratsbeschlusses vom 6. Oktober 2016 eine Vielzahl von wünschenswerten Investitionen auch mittelfristig nicht umgesetzt werden können.

Damals hatte der Rat entschieden, lediglich 60 Prozent eines eventuellen Jahresüberschusses für Investitionen zu verwenden und mit den restlichen 40 Prozent eine Sondertilgung der Kredite zu tätigen. Und zuallererst müssten noch die alten Schulden getilgt werden, die sich zum Jahresende auf 28,8 Millionen Euro summieren. Erfreulicherweise gehe er davon aus, dass 2018 keinerlei Kassenkredite aufgenommen werden müssten, so Achim Juchem.

Die Hochwasserschutzmaßnahmen werden den Gemeindehaushalt in den kommenden Jahren wesentlich belasten, prophezeite der Bürgermeister. Wie hoch die Kosten dafür letztlich seien, könne derzeit noch überhaupt nicht vorhergesagt werden, doch erste und bislang unverbindliche Kostenschätzungen ließen einen gesamten Finanzierungsbedarf in zweistelliger Millionenhöhe erwarten. Dafür kämen die Haribo-Millionen gerade recht.

JOST

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606  // Motiv EDL
Rheinbacher Ausbildungsmesse
Magazin Rheinbacher Ausbildungsmesse
Ausbildungsmesse Rheinbach
Rheinbacher Ausbildungsmesse
Bestellung Nr.: 4300003040-W100-606   - Pellenzer Lehrstellenbörse 2026
Empfohlene Artikel
Kreiswahlleiterin Gabriele Wieland gratulierte Klaus Lütkefedder, der am 11. September zum neuen Landrat des Westerwaldkreises ernannt wird.
52

Westerwaldkreis. Am 30. August traten Klaus Lütkefedder von der CDU und Dr. Tanja Machalet von der SPD in der Stichwahl um das Amt an der Spitze der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises an. Wie der Wahlausschuss in seiner Sitzung feststellte, entfielen 60,6 % der abgegebenen gültigen Stimmen auf Klaus Lütkefedder. Somit haben ihn die Bürgerinnen und Bürger bei einer Wahlbeteiligung von 30,9 % zum neuen Landrat des Westerwaldkreises gewählt.

Weiterlesen

Die politische Bilanz von Norbert Hansen ist in Kettig an vielen Stellen bis heute sichtbar.Foto: privat
32

Kettig. Mehr als 300 Bäume gepflanzt, rund 250 neue Bauplätze geschaffen, das Gewerbegebiet erschlossen, Kindergarten und Grundschule weiterentwickelt und neue Orte für Sport und Begegnung geschaffen: Die politische Bilanz von Norbert Hansen ist in Kettig an vielen Stellen bis heute sichtbar. Am 21. September wird der ehemalige Ortsbürgermeister 80 Jahre alt.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Ramersbacher Straße in Ahrweiler.  Foto: ROB
3051

Im Bereich der Ramersbacher Straße wird gebaut:

Ahrweiler: Vollsperrung bis Sommer 2027

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die städtische Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft (AuEG) beginnt in der Ramersbacher Straße in Ahrweiler bald eine umfassende Kanalbaumaßnahme. Dabei werden der Regen- und Schmutzwasserkanal sowie Hausanschlüsse erneuert bzw. saniert.

Weiterlesen

Die Ahr in Kreuzberg im Sommer 2026. Foto: ROB
948

Friedrich Merz erteilte der Finanzierung der Regenrückhaltebecken über den Wiederaufbaufonds eine Absage:

Rückhaltebecken-Finanzierung: Große Enttäuschung im Ahrtal

Kreis Ahrweiler. Bundeskanzler Friedrich Merz hat schriftlich auf den gemeinsamen Brief der Landkreise Euskirchen, Vulkaneifel und Ahrweiler zur Finanzierung der Hochwasserrückhaltebecken aus Mitteln des Aufbauhilfefonds (siehe gemeinsame Pressemeldung vom 17. Juni 2026) geantwortet. In seinem Antwortschreiben werden verschiedene Gründe angeführt, aus denen die vom den Kreisen vorgeschlagene Verwendung der Mittel des Wiederaufbaufonds aus Sicht des Bundes nicht möglich sei.

Weiterlesen

Symbolbild.
276

Astrologische Vorschau für die KW 38: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 14. bis 20. September 2026

Die Woche vom 14. bis 20. September bringt Bewegung in festgefahrene Situationen und sorgt bei vielen Sternzeichen für Momente, in denen Entscheidungen nicht länger aufgeschoben werden können. Zwischen beruflichem Ehrgeiz, privaten Bedürfnissen und dem Wunsch nach mehr innerer Ruhe gilt es, die eigenen Kräfte klug einzuteilen. In der Liebe zeigen sich Gefühle mitunter intensiver als erwartet, während...

Weiterlesen