Leserbrief zu „BLICKwinkel – Pro und Contra im Fokus – Motorradfahren: Freiheitsgefühl oder Lärmbelästigung?“ in BLICK Aktuell 25/23
Motorradfahrer sind bemüht, sich an die Vorschriften zu halten
Ich fahre seit 43 Jahren Motorrad, sehr viel in der Eifel, weil ich dort lebe.
Wenn man sich mal umschaut, bewegen sich doch die meisten Motorradfahrer weit jenseits der 50. Die Auspuffanlagen der Maschinen befinden sich im zugelassenen Zustand. Innerhalb der Ortschaften wird mit reduzierter Drehzahl und entspechender Geschwindigkeit gefahren und auch sonst ist man bemüht, sich an die Vorschriften zu halten. Man ist doch gar nicht daran interessiert dumm aufzufallen.
Ausnahmen gibts sicher vereinzelt. Aber es erscheint ja offensichtlich alleine optisch bedrohlich, wenn so eine Motorradgruppe durch den Ort brummt. Das reicht doch dann schon für Ablehnung, Lärm machen die ja sowieso immer.
Nein, seht euch doch mal etwa um den Nürburgring herum um, was sich da so unter den jugendlichen Sportautobesitzern mit ihren Klappenauspuffanlagen abspielt. Das Motorrad ist doch bei den jungen Wilden gar nicht mehr im Trend.
Fazit: Das Thema Motorrad und Lärm dient halt immer noch als Stimmungsmache gegen Minderheiten und macht ja auch Schule im Ausland, Beispiel Tirol Verbot EU zugelassener Fahrzeuge auf bestimmten Strecken. Das grenzt an Diskriminierung. Da möchte man sich hier doch gerne dranhängen. Verbote und Einschränkungen von persönlichen Freiheiten sind ja aktuell schwer angesagt.
Und noch etwas zum Schluss, Befürworter von Verboten gegen Motorradfahrer sind nach meinen Erfahrungen nach gar nicht die ursprünglich dort lebenden Menschen, sondern zugezogene Städter die in den ländlichen Regionen etwa ihren Lebensabend in absoluter Ruhe verbringen möchten. Die dort lebenden Menschen betreiben oft auch Gaststätten- und Beherbergungsbetriebe und sind auf ihre Gäste, u.a. sehr viele Motorradfahrer, angewiesen, die die Region regelmäßig besuchen und auch gerne Geld dort lassen.
Jörg Warnus,
Ettringen
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