Politik | 10.09.2021

Rat Brohl-Lützing beschloss Resolution Hochwasserschutz Brohltal

Schutz und Prävention sind oberstes Gebot

Lernen aus der Flutkatastrophe im Ahrtal

Hier stoßen Naturliebhaber und Hochwasserschutz aufeinander. Treibholz und im Bach liegendes Holz könnten im Flutfall zu ernsten Problemen führen. Daher fordert der Gemeinderat Brohl-Lützing die Entfernung von Treibholz.Foto: HE

Brohl-Lützing. Der Rat der Gemeinde Brohl-Lützing tagte in der Lavahalle des oberen Ortsteils Niederlützingen. Im Wesentlichen ging es hierbei um eine Resolution zum Thema Hochwasserschutz. Bürgermeister Dr. Frank Gondert dankte jedoch zunächst den vielen Helfern, die nach dem 14. Juli sofort tätig geworden seien. „In unserer Ortsgemeinde haben private Spender Aktionen gestartet, um den Geschädigten zu helfen, sei es mit Sach- oder Geldspenden. DRK und Feuerwehr waren im Einsatz im Katastrophengebiet, genauso wie die Mitarbeiter des Bauhofes, die wochenlang im Gebiet unterwegs waren. Die Kirche hat Wohnraum zur Verfügung gestellt, Bürger sind privat hingefahren und haben geholfen. Es wurden Tankgutscheine zur Verfügung gestellt, damit die Helfer wenigstens keine oder geringe Fahrtkosten hatten.“ Und abschließend: „Für eine so kleine Gemeinde mit gerade mal 2.500 Einwohnern ist das bemerkenswert.“ Und die Bürger seien auch weiterhin aktiv, resümiert Gondert, denn „die Not ist noch lange nicht vorbei.“

Das Ahr-Hochwasser vom Juli habe gezeigt, was auch im Brohltal möglich sein könnte, so Rainer Mosen von der FWG. „Wäre das Starkregenereignis nur um zehn Kilometer verschoben oder größer gewesen, hätte es unser Tal auch getroffen,“ brachte es der Fraktionssprecher der FWG auf den Punkt.

Daher bestand im Rat auch kein Zweifel an der Zustimmung zur Resolution, die in allen Gemeinderäten entlang des Brohlbaches beraten werden wird. Hierin fordert die Gemeinde Brohl-Lützing von der Bundes- und Landesregierung, dass „die körperliche Unversehrtheit und das Leben unserer Bevölkerung zu schützen“ sei.

Der Brohlbach beginnt in Hannebach, bis Kempenich kommt er durch starkes Gefälle erst „in Fahrt“, und alles, was das Wasser dann mit sich reißt, kommt eine Stunde später in Brohl – Lützing an. Dort mündet der Bach in den Rhein. Zuvor fließt er auf einer Länge von ca. 30 Kilometern durch die Gemeinden Spessart mit seinen Ortsteilen Hannebach und Wollscheid, Niederdürenbach, Oberzissen, Niederzissen, Burgbrohl und Brohl-Lützing. Dabei sind den Brohltalern Flutwellen in ihrer Geschichte nicht erspart geblieben. 1859 war die letzte große Katastrophe, bei der mehr als 40 Menschen ums Leben kamen. Und heute sind die Ortslagen in den Gemeinden noch dichter bebaut und die Flächen noch mehr versiegelt, was Retentionsräume verringert.

Helfen können hier nur eine effektive Prävention und ein gutes Warnsystem. Gut ist, dass es in der Region noch ein dichtes Signalsystem gibt. Aber es müssen spezielle Warnsignale die Bürger vor Naturkatastrophen warnen können. Dies kann mit einem besonderen Warnton oder einer Handy-App oder Textnachrichten erfolgen.

Auch Schutzbauwerke müssen errichtet werden, etwa Deiche oder Auffangbecken, im Ahr- und im Brohltal. Neben dem Aufbaufond für die Ahr, der ausdrücklich begrüßt wurde, müsse es auch einen Geldtopf für diese Präventions- und Schutzbauwerke geben.

Dies alles stieß auf ungeteilte Zustimmung des Rates und wurde durch die Forderung der FWG-Fraktion noch ergänzt: „Die Ortsgemeinde Brohl-Lützing fordert von der Kreisverwaltung als zuständige Behörde, dass unverzüglich eine Gewässerbegehung stattfindet und im Bachlauf vom Jägerheim bis in die Ortslage Brohl sowohl Totholz als auch Treibgut aus dem Bachbett entfernt wird, sowie umgestürzte Bäume, um so den ungehinderten Abfluss des Wassers zu gewährleisten, damit keine Verstopfungen an Brücken und Hindernissen entstehen können.“ Auch diese Forderung, verbunden mit dem Auftrag an die Verbandsgemeinde, dies in einem Schreiben der Kreisverwaltung mitzuteilen, wurde einstimmig beschlossen. Mosen vergaß auch nicht, auf die Seitenbäche des Brohlbaches hinzuweisen: „Auch der Pönterbach mündet an der Mühle in den Brohlbach. Bei einem starkem Regen ist das Wasser in einer Stunde vom oberen Brohltal an der Mühle.“

Bürgermeister Marcel Caspers ergänzte hierzu: „Die Starkregenkonzepte müssen überarbeitet und angepasst werden“, sagte er, „die Topografie können wir nicht ändern, das Wasser sucht sich seinen Weg.“ Man müsse es aber schaffen, die Gewässer freizuhalten von Treibgut und die Fließgeschwindigkeit zu verringern.

Martinszug kann stattfinden Weihnachtsmärkte fallen aus

Im Hinblick auf die augenblickliche Pandemielage wird es wohl einen Martinszug in der Doppelgemeinde geben. Sollte bis Anfang November eine neue Situaton ein Umdenken erforderlich machen, müsse man natürlich reagieren können, so Bürgemreister Dr. Frank Gondert. „Der Weihnachtsmarkt auf Burg Brohleck sowie der Katharinenmarkt in Niederlützingen müssen jedoch ausfallen“, so Gondert.

In Brohl mündet der Brohlbach in den Rhein. Vorher muss er aber „durchs Dorf“ und unter einer Brücke durch. Foto: HE

In Brohl mündet der Brohlbach in den Rhein. Vorher muss er aber „durchs Dorf“ und unter einer Brücke durch. Foto: HE

Bürgermeister Dr. Frank Gondert hat die Resolution im Benehmen mit seinen Amtskollegen im Brohtal verfasst. Foto: privat

Bürgermeister Dr. Frank Gondert hat die Resolution im Benehmen mit seinen Amtskollegen im Brohtal verfasst. Foto: privat

Hier stoßen Naturliebhaber und Hochwasserschutz aufeinander. Treibholz und im Bach liegendes Holz könnten im Flutfall zu ernsten Problemen führen. Daher fordert der Gemeinderat Brohl-Lützing die Entfernung von Treibholz.Foto: HE

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • H. Schüller: Marcus F., die Dummheit ist hier ebenso der fehlende Stromschlagschutz. Offenbar geht bei der Bahn und Ihnen Profit vor Unfallschutz. Das spart die Kosten für entsprechende Klettersperren einfach ein...
  • Marcus F.: Gegen Dummheit gibt es keinen Schutz.
  • H. Schüller: Der Stromschlagschutz bei der Bahn ist auf dem Stand vor 100 Jahren. Deshalb passiert fast alle zwei Wochen ein Bahnstromunfall und leider kommen in keinem Bahnsystem so viele Menschen und Tiere um wie im elektrischen.

Einladung zum Neujahrsempfang

  • S.Bastian: @ Boomerang: Bitte bringen Sie Licht ins Dunkel, was die Ahmadiyya Muslim Jamaat mit der von Ihnen genannten Moschee und dem dahinter stehenden Verein gemeinsam hat. Sie scheinen hier etwas durcheinander...
  • Boomerang : Die Koblenzer Abu-Bakkr-Moschee beziehungsweise der dahinterstehende „Verein der Islamischen Kultur Koblenz“ steht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Das teilt das rheinland-pfälzische Innenministerium...
  • S. Bastian: Troll! Die Ahmadiyya Muslim Jamaat werden nicht vom Verfassungsschutz beobachtet.
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, Januar 2026
Bestell-Nr.: 0012231059
Stellenanzeige Bereich Bezirksleitung Mayen
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606  // AZ Commodity Rheinschiene KW 5
Stellenanzeige Koordinatorin
Wahlwerbung Thomas Meyer
Empfohlene Artikel

Ahrweiler. Mehr Sicherheit, bessere Bildung, finanziell starke Kommunen und der absolut notwendige Abbau lähmender Bürokratie: Das waren die zentralen Themen, die der CDU-Landtagskandidat für den Wahlkreis 14, Guido Orthen, bei der Mitgliederversammlung der Senioren-Union, Kreisverband Ahrweiler, im Hotel „Zum Stern“ ansprach. Zunächst dankte Guido Orthen in seinem Grußwort den Mitgliedern der Senioren-Union für ihren großen Einsatz.

Weiterlesen

Bendorf. Auf Einladung der FDP-Stadtratsfraktion hat sich die FDP-Direktkandidatin für den Landtagswahlkreis 10, zu dem auch Bendorf gehört, über die derzeit aktuellen Projekte und Probleme der Stadt informiert. Sandra Krämer, 24jährige WHU-Studentin, stammt aus Andernach, und hat Bildungs- und Wirtschaftspolitik als die aus ihrer Sicht wichtigsten Politikbereiche bezeichnet.

Weiterlesen

Bendorf. Der Stadtverband der FDP Bendorf hat auf seinem Ortsparteitag am Mittwochabend einen neuen Vorstand gewählt. Zum neuen Vorsitzenden wurde der 40-jährige Unternehmer und Kommunikationsexperte Jan Wambach einstimmig gewählt.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Süße Verführungen und herzhafte Currywürste locken zahlreiche Besucher an

Neuwied: Currywurstfestival & ChocolART locken noch bis Sonntag in die Deichstadt

Neuwied. Seit Freitag, 30. Januar, und noch bis Sonntag, 1. Februar, steht Neuwied ganz im Zeichen süßer Verführungen und herzhafter Currywürste in fantasievollen Kreationen. Das Currywurstfestival & ChocolART mit verkaufsoffenen Sonntag lockt wieder Tausende von Besuchern aus nah und fern in die Deichstadt. FF

Weiterlesen

Ortsbeirat fordert Prüfung und Umsetzung von Sofortmaßnahmen

Bad Neuenahr: Vollsperrung der Telegrafenstraße sorgt für große Besorgnis

Bad Neuenahr. Der Ortsbeirat Bad Neuenahr zeigt sich äußerst besorgt über die geplante Vollsperrung des unteren Abschnitts der Telegrafenstraße im Zuge der Fernwärmeverlegung. Die Maßnahme soll nach aktuellem Stand bis zu fünf Monate andauern und bringt erhebliche Einschränkungen für Gewerbetreibende, Einzelhändler, Dienstleister sowie für die Nahversorgung der Bevölkerung mit sich.

Weiterlesen

Imageanzeige
Hausmeister, bis auf Widerruf
Messe GO meets BBS Andernach -  Bestellung Nr.: 0033082659
GO meets BBS Andernach
Azubi Messe Go bei Blick aktuell
Anzeige Andernach Mitte Card
Anzeige Infotag 07.02.2026
Imageanzeige (Januar)
Karnevalssamstag
Maifeld
Karneval in Bad Bodendorf
Stellenanzeige Jugendpfleger/in u. Azubi Kauffrau Tourismus
Rosenmontagszug in Brohl
Experten für Recht/Steuern/Versicherungen
Experten für Recht