Politik | 08.04.2025

Bürger können sich an der Energiegenossenschaft beteiligen

Sinzig: Neuer Solarpark für 3,6 Millionen Euro

Im Sinziger Pfarrheim informierten die Vorstände Dietmar Hansen (links) und Thomas Schmitz über das Projekt der Energiegenossenschaft.  Foto: GS

Sinzig. Neuer Strom für Sinzig. Die BürgerEnergie Rhein-Sieg eG plant neue Solarparks. Die ersten zwei PV-Freiflächenanlagen sollen 2026 im Kreis Ahrweiler und im Rhein-Sieg-Kreis in Betrieb genommen werden. Über den aktuellen Stand der Planungen, ihre Umsetzung und die Möglichkeit der Beteiligung am Solarpark in Sinzig informierten die Vorstände Thomas Schmitz und Dietmar Hansen bei einer gutbesuchten Veranstaltung im Sinziger Pfarrhaus.

Blick in die Anfänge

Alles hat seinen Anfang 2011, als 17 Siegburger die „BürgerEnergie Siegburg eG“ gegründet haben. Schon ein Jahr später wurde sie in den heutigen Namen umfirmiert, die Geschäftsregion auf den Rhein-Sieg-Kreis, die Stadt Bonn und später den Kreis Ahrweiler ausgedehnt. Mit Photovoltaik-Aufdachanlagen hat alles begonnen. Zwölf Anlagen sind realisiert, 1,2 MW Leistung installiert. Darunter auch die als „Best Practice-Projekt“1 ausgezeichnete Anlage des Seniorenzentrums in Siegburg. Der selbst erzeugte Strom wird seit 2015 mit Unterstützung der Bürgerwerke eG (Heidelberg) vermarktet. Inzwischen zählt die Genossenschaft 750 Stromkunden. 2016 hat der Vorstand den Geschäftsbereich E-Mobilität im genossenschaftlichen Umfeld entwickelt. 2018 wurde das erste Carsharing-Fahrzeug in Betrieb genommen. Heute sind bereits 20 Fahrzeuge in Bonn, Rhein-Sieg-Kreis und im Kreis Ahrweiler (jeweils vier in Sinzig und Remagen) in Betrieb. 2022 wurden die ersten Ladesäulen errichtet. Nicht nur für die E Autos des Carsharings, sondern auch für die öffentliche Nutzung.

PV-Freiflächenanlagen

Erst vor zwei Jahren wurde mit der Bürgerwerke eG eine Vereinbarung geschlossen, die es ermöglicht, Freiflächenprojekte zu entwickeln. Schon wenige Monate später konnte der erste Pachtvertrag unterzeichnet werden. Weitere Verträge folgten. Zwei Projekte wurden in der Zwischenzeit entwickelt, wichtige Gutachten erstellt und mit Behörden abgestimmt. Ihre Genehmigung steht nun unmittelbar bevor. Bereits 2026 sollen diese beiden Solarparks in Betrieb gehen. In Sinzig entsteht für 3,6 Millionen Euro auf einer Fläche von 4,7 Hektar in direkter Nähe zum Hochkreisel zwischen der Bahnlinie und der Bundesstraße ein Solarpark mit einer Leistung von rund. 6 MWp. Damit können rund 1800 Haushalte versorgt werden. Das Besondere: Die Freiflächenanlagen werden auch durch Beteiligung von Bürgern finanziert. Damit werden sie zum „BürgerSolarpark“. Investitionen in diesen Größenordnungen sind heraufordernd. Insgesamt 1,2 Millionen Euro werden für das Projekt in Sinzig als Eigenkapital benötigt. Alle Bürger können sich an dem Projekt beteiligen. Auch Unternehmen, Organisationen, kommunale Gesellschaften oder Stiftungen können Darlehen an die Genossenschaft vergeben oder – bei höheren Beteiligungen – auch Gesellschafter in der Projektgesellschaft werden. Mitglied in der Genossenschaft kann man mit der Zeichnung eines Geschäftsanteils in Höhe von 250 Euro werden.

Projektgesellschaften

Für jedes Projekt werden Projektgesellschaften in der Rechtsform „GmbH & Co. KG“ gegründet. Sie werden ihren Sitz in den jeweiligen Kommunen haben (Much und Sinzig). „Damit“, so die Vorstände, „wird sichergestellt, dass das Gewerbesteueraufkommen auch der jeweiligen Kommune zugutekommt. Zudem werden die Kommunen durch eine festgeschriebene Erlösbeteiligung partizipieren.“ Und damit der erzeugte Strom auch der Region zugutekommt, können sich interessierte Unternehmen bereits jetzt beim Vorstand der Genossenschaft melden und ihr Interesse bekunden.

Die Genossenschaft

Die regionale Energiegenossenschaft wird von einem vierköpfigen Vorstand geleitet. Sie hat 2024 drei Gesellschaften gegründet, die die operativen Aufgaben der Genossenschaft übernehmen oder für einzelne Geschäftsbereiche (z.B. die Liegenschaften, Beteiligungen) zuständig sind. Mehr als 95 Prozent der 450 Mitglieder sind Bürger. Acht Kommunen (Städte Bonn, Siegburg, Hennef, Lohmar, Troisdorf, die Gemeinde Much und Eitorf sowie der Rhein-Sieg-Kreis) unterstützen mit ihrer Mitgliedschaft die Idee der gemeinsamen Projektumsetzung. Mitglieder sind unter anderem auch Unternehmen, Stadtwerke und Vereine. Der Vorstand entwickelt Konzepte für die Strom- und Wärmeversorgung neuer Wohn- und Gewerbegebiete und beteiligt sich an der Umsetzung von Nahwärmekonzepten.

Blick in die Zukunft

Die Genossenschaft wird in den nächsten drei Jahren mehr als 20 Millionen Euro in die Errichtung von vier Solarparks investieren. Für die Solarparks in Sinzig und Much startet die Umsetzung bereits in diesem Jahr. Mit dem erzeugten Strom können dann rund 5000 Haushalte mit Energie versorgt werden. Weitere Infos: www.be-rhein-sieg.de. GS

Im Sinziger Pfarrheim informierten die Vorstände Dietmar Hansen (links) und Thomas Schmitz über das Projekt der Energiegenossenschaft. Foto: GS

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