In der Verbandsgemeinde Altenahr werden Menschen gesucht, die etwas bewegen wollen

Unzufrieden sein reicht nicht aus

Unzufrieden sein reicht nicht aus

Der Ältestenrat der VG Altenahr hat sich in seiner im Februar durchgeführten Sitzung ebenfalls mit der Kommunalwahl beschäftigt. Ein Engagement in der ehrenamtlichen Ratsarbeit ist wertvoll und bietet trotz Herausforderungen gute Chancen, etwas positiv zu bewegen. Foto: pixabay.com

08.03.2024 - 12:45

VG Altenahr. Die Kommunalwahl und Wahl zum Europäischen Parlament am 9. Juni 2024 rückt näher. Insbesondere die Kommunalwahl ist seit Jahresanfang mit Blick auf die Besetzung der jeweiligen Mandate und der Akquise ehrenamtlicher Mandatsträger Thema in den Medien. Der Ältestenrat der Verbandsgemeinde (VG) Altenahr, ein partei- und fraktionsübergreifendes Gremium der VG, hat sich in seiner im Februar durchgeführten Sitzung ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt.

Nach zielorientierter und vertrauensvoller Zusammenarbeit appellieren Bürgermeister Dominik Gieler sowie die Vertreter der Parteien und der Wählergruppe im Altenahrer Verbandsgemeinderat gemeinsam an die Bürgerinnen und Bürger, sich vor Ort politisch zu engagieren. Der Einsatz in der ehrenamtlichen Arbeit ist wertvoll und bietet trotz Herausforderungen gute Chancen, etwas positiv zu bewegen.

Die dramatischen Ereignisse der Flutkatastrophe hat die jeweiligen Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Altenahr ebenfalls näher zusammenrücken lassen und ein neues Gemeinschaftsgefühl geschaffen. Vermehrt haben sich Bürgerinnen und Bürger in den örtlichen Gemeinschaften zusammengefunden, um mit viel Engagement die Folgen zu bewältigen und beim Wiederaufbau zu helfen. Insbesondere die nicht oder nur wenig flutbetroffenen Orte der Höhenlagen und Seitentäler standen und stehen den flutbetroffenen Orten tatkräftig zur Seite.


Unmut macht sich breit


Allerdings macht sich im Schadengebiet Unmut breit. Nach fast drei Jahren geht es vielen Menschen zu langsam voran. Sie sind unzufrieden beim Blick auf die zahllosen Baustellen und vermissen sichtbare Fortschritte. Trotz der umfangreichen Unterstützung sehen manche die Ursachen auf der politischen Ebene, insbesondere bei bürokratischen Hürden und komplizierten Genehmigungsverfahren. Die Kritik mag an einigen Stellen berechtigt, die Ungeduld verständlich sein und wurde bereits vom Bürgermeister konstruktiv gegenüber entsprechenden Stellen formuliert. Pessimismus und frustrierter Rückzug jedoch bringen die Ratsgremien und somit die gesamte Verbandsgemeinde nicht weiter. „Unser Gemeinwesen benötigt dringend das Engagement der Menschen vor Ort und die Bereitschaft, die Zukunft aktiv mitzugestalten. Die lokale Ebene bietet Möglichkeiten, sich mit seiner Ortsgemeinde zu identifizieren und sich mit seinen Kompetenzen einzubringen. Lebendige Demokratie beginnt in den Kommunen durch die Teilnahme an Bürgerversammlungen und Arbeitsgruppen oder durch ein Engagement in den Ortsgemeinderäten und Ausschüssen“, hält der Ältestenrat der VG Altenahr fest und möchte damit Mitbürger zur aktiven Mitarbeit auffordern.


Beteiligung auch in Zukunft wichtig


Besonders in den kommenden Jahren ist die Beteiligung der Bürger wichtig, da an so vielen Stellen die kommunale Infrastruktur neu auf- und ausgebaut wird. Umfangreiche Fördermittel stehen bereit, müssen aber beantragt werden. Dafür sind motivierte und engagierte Ortsgemeinderäte erforderlich. Die Verbandsgemeindeverwaltung unterstützt die ehrenamtlichen Mandatsträger dabei. In den letzten Monaten wurden bereits zahlreiche Konzepte entwickelt: Unter anderem für nachhaltigen Tourismus, für den Ausbau der Rad- und Wanderwege, für eine erweiterte Jugendarbeit und insbesondere mit dem übergeordneten Leitkonzept der Verbandsgemeinde für eine nachhaltige Entwicklung in den Höhenorten und an der Mittelahr. Für diese Umsetzung werden ebenfalls motivierte und engagierte Ratsmitglieder benötigt.

Die anstehenden Kommunalwahlen am 9. Juni bieten die Gelegenheit, sich im politischen Prozess aktiv einzubringen und sich für die örtlichen Belange einzusetzen. Für den Ältestenrat und für den Bürgermeister ist es wichtig, dass gerade junge Menschen den Weg zur politischen Beteiligung finden. Die unmittelbar anstehende Gestaltung neuer Sport- und Freizeitanlagen sowie der Wiederaufbau bzw. Neubau von Schulen und Jugendräumen sollten jungen Menschen genügend Motivation bieten, sich mit Ideen und Vorschlägen aktiv in die Ratsarbeit einzubringen. Die Proteste und Kundgebungen der vergangenen Wochen gegen Rechtsextremismus zeigen, dass sich viele Menschen aller Altersgruppen mobilisieren lassen und sich für die Werte unserer Demokratie und Rechtsordnung engagieren. In einer Zeit, in der sich viele mit Kritik von der Politik abwenden oder ihr mit Misstrauen begegnen, sei das ein erfreuliches Zeichen, so der Ältestenrat der VG Altenahr.

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12.03.2024 15:01 Uhr
K. Schmidt

Ja, lebendige Demokratie braucht die Bürger vor Ort. Die Bürger vor Ort brauchen aber auch die Finanzmittel vor Ort, und die Kompetenzen vor Ort. So, wie sich in Rheinland-Pfalz seit Jahren schon die kommunalen Haushalte entwickeln, und wie langwierig/undurchsichtig z.B. Bauplanungsverfahren inzwischen sind, kommt man sich als Rat oder Beirat eines kleinen Dorfes heute doch nur noch überflüssig, veräppelt vor. Formell bitte perfekte Beschlüsse in die Verwaltung schicken, die dort als Anregung oder Bettelei wahrgenommen werden, spätestens dann, wenn Kreis oder Landesverwaltungen mit ins Boot kommen müssen. Wieso genau sollte sich jemand diesen Bürokratismus noch antun, der die Kommunalpolitik heute lähmt? Demokratie vor Ort hat nur noch eine Funktion: Den Frust der Nachbarn entgegennehmen. Ich bin froh, schon vor Jahren diesen Zirkus verlassen zu haben. Es bringt schon lange nichts, und in RLP trotzdem stetig noch weniger.



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