Politik | 03.07.2023, 09:04 Uhr

Leserbrief zu „BLICKwinkel – Pro und Contra im Fokus: Ausgangssperre für Katzen: Vogelschutz oder Tierquälerei?“ in BLICK aktuell 26/23

„Vielleicht sollten für Katzen einfach die gleichen Regeln gelten wie für Hunde“

Ich möchte mal einen Vergleich ziehen und den Blickwinkel auf die Diskussion um Freigänger-Katzen erweitern. Einfach mal das „Contra Ausgangssperre“ auf Hunde anwenden (Zitat - leicht verändert): „Hunde sind von Natur aus versierte Jäger – und dürfen genau aus diesem Grund nicht am Freigang gehindert werden! Draußen können Hunde jagen und ihre Umgebung frei erkunden, was ihren natürlichen Instinkten entspricht. Eine Ausgangssperre (und Leinenpflicht, als Ergänzung) für Hunde hat also nichts mit artgerechter Tierhaltung zu tun. Weiterhin profitieren Hunde von der Bewegung und Stimulation, die sie im Freien erfahren. Diese Faktoren tragen zur körperlichen und geistigen Gesundheit des Hundes bei und sorgen für eine insgesamt bessere Lebensqualität und somit auch längere Lebensdauer.“

Jetzt kann man natürlich ins Spiel bringen, dass der Hund ein Rudeltier ist und dass es auf jeden Fall auch für den Menschen gefährlich wäre, wenn alle Hunde frei herumliefen, was für die Katze nicht gilt. Ich möchte aber nur das Argument hinterfragen, dass Katzen ihren Trieben und natürlichen Instinkten freien Lauf lassen müssten – was ist denn dann mit den vielen anderen Haustieren in deutschen Haushalten?

Wer spricht von den vielen Vögeln und Kaninchen in ihren Käfigen – und ob das wirklich artgerecht ist und dem natürlichen Instinkt der Tiere entspricht? Und vor allem: Keiner würde doch auf die Idee kommen, bei einem Hund zu sagen: Der muss sich doch frei bewegen und seinem Jagdtrieb draußen einfach folgen dürfen, denn das entspricht seiner Natur?

Hunde müssen selbst beim Gassi gehen in Wohngebieten an die Leine und man sollte darauf achten, dass – wenn der Hund nicht absolut hört – man ihn auch außerhalb der Ortschaften angeleint lässt, damit er eben nicht Wildtieren hinterherjagt. Das Argument des Auslebens der natürlichen Triebe von Katzen kann man also – meiner Meinung nach – eigentlich nicht wirklich gelten lassen (oder eben auf alle anderen Haustiere anwenden)

Vielleicht sollten für Katzen einfach die gleichen Regeln gelten wie für Hunde? Wäre natürlich extrem unbequem für sehr viele Katzenhalter*innen, wenn sie mehrfach am Tag mit der Katze Gassi gehen müssten...

Rabea Hachmeister, Andernach

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