Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Öffentliche Anliegerversammlung in Montabaur

Vorbereitungen zur Neugestaltung der Bahnhofstraße beginnen

Vorbereitungen zur Neugestaltung der Bahnhofstraße beginnen

Angeregte Diskussionen über die Zukunft der Bahnhofstraße führten die Teilnehmer bei der öffentlichen Anliegerversammlung. Foto: Nitz Fotografie/VG Montabaur

10.11.2018 - 11:41

Montabaur. Die Bahnhofstraße in Montabaur soll bis 2023 von Grund auf saniert und neu gestaltet werden. Ein aufwendiges und – im wahrsten Sinne des Wortes – vielschichtiges Projekt, das gut durchdacht und geplant sein muss, ehe die Bagger anrollen. Mit den ersten Überlegungen haben sich Mitglieder des Stadtrats, Mitarbeiter der Verwaltung, Anlieger und interessierte Bürger im Rahmen einer öffentlichen Anliegerversammlung auseinandergesetzt. Im Frühjahr 2019 will die Stadt einen Planungswettbewerb ausloben, der jetzt unter Beteiligung von Gewerbetreibenden und Anwohnern aus der Bahnhofstraße vorbereitet wird.


Städtebauliche Bedeutung


Die Bahnhofstraße ist von zentraler Bedeutung in Montabaur: Sie verbindet den ICE-Park mit der Innenstadt, ist Teil der Hauptverkehrsachse, wird von Fußgängern, Radfahrern, Autos, Lkw und Bussen genutzt, zahlreiche Geschäfte und Dienstleister sowie Wohnhäuser säumen die Straße. Und sie ist in einem schlechten Zustand, muss – vor allem im mittleren Abschnitt zwischen Alleestraße und Wallstraße – von Grund auf saniert werden. Im Rahmen der Stadtsanierung stand die Neugestaltung der Bahnhofstraße von Anfang an auf der Agenda. Die Maßnahme wird durch das Bund-Länder-Programm „Aktive Stadtzentren“ zu rund 80 Prozent gefördert und muss deshalb bis Ende 2023 fertiggestellt sein. Die Gestaltung richtet sich nach den Leitlinien des Integrierten Städtebaulichen Konzepts (ISEK), das die Stadt 2017 als Grundlage für die Stadtsanierung in Kraft gesetzt hat. „Als wir mit der Stadtsanierung anfingen, haben uns alle Fachleuten geraten: Ihr müsst Eure Stadtportale ansprechend gestalten. Schon deshalb lohnt es sich jetzt, Zeit und Mühe in die Planung zu stecken und die Bürger auf dem Weg dorthin mitzunehmen“, führte Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland zu Beginn der öffentlichen Anliegerversammlung aus. Sie ermutigte die Bürger und Anlieger sich einzubringen, ihre Wünsche und Ideen vorzutragen. „Jetzt ist der beste Zeitpunkt dafür!“


Der Planungswettbewerb


Für das komplexe Bauvorhaben „Neugestaltung Bahnhofstraße“ will die Stadt im Frühjahr 2019 einen Planungswettbewerb ausloben, um möglichst viele Ideen und Anregungen zu bekommen und um ein Fachbüro für die konkrete Planung zu finden. Der Wettbewerb folgt den offiziellen Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW) und hat damit einen festgelegten Ablauf. Derzeit werden die Ziele und Anforderungen für die Neugestaltung definiert, denn sie sind die Aufgabenbeschreibung für den Wettbewerb. Dann erfolgt die öffentliche europaweite Ausschreibung. Zunächst registrieren sich die Fachbüros zur Teilnahme am Wettbewerb und müssen dabei nachweisen, dass sie geeignet und in der Lage sind, ein solches Projekt zu planen und umzusetzen. Aus allen Bewerbern werden schließlich anhand einer vorher festgelegten und veröffentlichten Bewertungsmatrix die 15 bis 20 besten Fachbüros ermittelt. Diese werden dann zum Ortstermin mit dem Preisgericht eingeladen. Bei dem Kolloquium machen sich die Fachbüros ein Bild von der Situation vor Ort und können Fragen stellen. Anschließend haben sie rund drei Monate Zeit, ihre Entwürfe einzureichen. Diese werden dann im Juni vom Preisgericht ausgewertet und anschließend in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert werden. Dann können Bürger und Anlieger nochmals Kritik und Anregungen anbringen. Der Stadtrat entscheidet abschließend über die Auftragsvergabe an den Gewinner des Wettbewerbs.


Das Preisgericht


Dem Preisgericht fällt beim Planungswettbewerb eine tragende Rolle zu, denn es begleitet den Prozess von Anfang an. Im Falle der Bahnhofstraße werden der Jury 13 Personen mit Stimmrecht angehören, die der Stadtrat benennt. Das sind Mitglieder des Stadtrats (Sachpreisrichter) sowie Fachleute aus den Sparten Architektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung (Fachpreisrichter). Den Vorsitz übernimmt Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland. Hinzu kommen einige Sachverständige, die die Jury beraten. Das sind die mit dem Projekt betrauten Mitarbeiter der Verwaltung, Vertreter des Landesbetriebs Mobilität (LBM), der Beauftragte des Kreises für die Belange behinderter Menschen und ein Vertreter des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Zu den Sachverständigen zählen auch zwei Bürger, die die Interessen und Perspektiven der Gewerbetreibenden und Hauseigentümer aus der Bahnhofstraße einbringen sollen. Diese beiden Experten – jeweils ein Gewerbetreibender und ein Hauseigentümer – wurden im Rahmen der Anliegerversammlung per Los bestimmt. Sie haben nun die Aufgabe, die Meinungen und Anregungen der Anlieger zu bündeln und in den Prozess einzubringen. Dazu werden sie zu allen Sitzungen des Stadtrats und seiner Fachausschüsse eingeladen, in denen es um die Bahnhofstraße geht, und sie sollen an allen Terminen des Preisgerichts teilnehmen. Folgende Personen gehören als Bahnhofstraßen-Experten der Jury an und können von den anderen Anliegern angesprochen werden: für die Hauseigentümer Hans-Jürgen Schmidt, Bahnhofstraße 29, Tel. (0 26 02) 9 50 62 50, E-Mail: jundb.schmidt@t-online.de; für die Gewerbebetriebe Thomas Ickenroth, Bahnhofstraße 43, Tel. (0 26 02) 9 50 97 19; E-Mail: info@anwalt-montabaur.de.

Das Wettbewerbsverfahren wird vom Büro Bäumle Architekten und Stadtplaner aus Darmstadt im Auftrag der Stadt Montabaur durchgeführt.


Die Baumaßnahme


Die Bahnhofstraße lässt sich grob in drei Abschnitte und damit auch in drei Bauabschnitte unterteilen. Die obere Bahnhofstraße vom Steinweg bis zur Wallstraße, die mittlere Bahnhofstraße von der Wallstraße bis zum Kreisel Alleestraße und die untere Bahnhofstraße vom Kreisel bis zur Hohen Straße.

In der oberen Bahnhofstraße wurden in jüngster Zeit bereits der Kanal, die Wasserleitungen und die meisten sonstigen Versorgungsleitungen erneuert, sodass dieser Abschnitt „nur“ oberflächlich neu gemacht werden soll. Hier sollen vor allem die Fußwege attraktiv ausgebaut, Aufenthaltszonen geschaffen und Außengastronomie ermöglicht werden. Aber auch die Themen Anliegerparken und Kurzzeitparken stehen auf der Agenda.

Wesentlicher komplexer ist der Anforderungskatalog für den mittleren Bereich: Zunächst einmal sollen im Untergrund der Hauptkanal und die Stadtbachverrohrung unter die Fahrspur auf der Schlossbergseite verlegt werden. Dabei werden auch alle Kanal- und Wasserhausanschlüsse erneuert. „Wir wissen heute schon, dass die Bodenbeschaffenheit schwierig ist, und werden vor Baubeginn noch detaillierte Untersuchungen dazu machen“, kündigte Projektleiterin Christine Kirchhöfer von der Verbandsgemeindeverwaltung bei der Anliegerversammlung an. Sie bereitete damit Anlieger und Bürger auf eine kleinteilige Baumaßnahme vor: „Wir bauen im Bestand. Da muss man immer mit Überraschungen rechnen.“ Vor Baubeginn müssten zudem noch an einigen Stellen die Eigentumsverhältnisse bereinigt werden, denn zum Teil verlaufen Gehwege über private Flächen oder es stehen Vorgärten auf städtischem Grund. Bei der eigentlichen Gestaltung der Straße besteht die Kernaufgabe darin, den verschiedenen Verkehrswegen für Fußgänger, Radfahrer und motorisierte Fahrzeuge Raum zu geben und sie aufeinander abzustimmen. Nach den ersten Ideen von Verwaltung und Stadtrat soll die Zahl der Parkplätze um ein Drittel reduziert werden zugunsten einer verbesserten Aufenthaltsqualität mit Sitzbänken und Pflanzbeeten. Auf der Fahrbahn wird weiterhin Tempo 50 gelten, aber die Fließgeschwindigkeit soll insgesamt entschleunigt werden. Auf der Seite des Schlossbergs ist vorgesehen, die Einstiege zu den Fuß- und Wanderwegen deutlicher sichtbar zu machen. „Die Bauzeit für den mittleren Abschnitt wird mindestens zwei Jahre betragen“, so Kirchhöfer.

In der unteren Bahnhofstraße besteht nur geringer Handlungsbedarf. Hier liegt die Aufgabe darin, ankommende Fußgänger und Radfahrer durch die optische Gestaltung wie selbstverständlich zum ICE-Bahnhof weiterzuleiten.


Öffentliche Versammlung


Wegen der zentralen städtebaulichen Bedeutung der Bahnhofstraße hatte Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland auch interessierte Bürger zur öffentlichen Anliegerversammlung in die Stadthalle eingeladen. Sie hörten zunächst Gregor Bäumle, der das Wettbewerbsverfahren vorstellte, und dann Christine Kirchhöfer, die die Baumaßnahme und deren Problemfelder beschrieb. Anschließend konnten Bürger und Anlieger ihre Wünsche und Ideen aufschreiben und gegenseitig bewerten. Dabei wurden gleich die ersten Knackpunkte deutlich: Während sich die einen mehr Aufenthaltsqualität und Entschleunigung wünschen, stehen für andere mehr Parkplätze ganz oben auf der Prioritätenliste. Diese gegenläufigen Interessen müssen nun bis zur öffentlichen Ausschreibung des Planungswettbewerbs zu einem Kompromiss geführt werden.

Pressemitteilung der

Verbandsgemeinde Montabaur

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
Weitere Berichte

Drittes Generationen-Tischtennis-Turnier beim TTC Buschhoven

19 Teams gingen ins Rennen

Buschhoven. Auch das kürzlich vom TTC Buschhoven veranstaltete dritte Generationen-Tischtennis-Turnier stellte wieder eine Steigerung zum Vorjahr dar. Mit insgesamt 19 Teams gingen die Teilnehmer ins Rennen. Gespielt wurde in zwei Leistungsgruppen getrennt nach Anfängern/Teilnehmern mit Kindern bis zehn Jahre und Fortgeschrittenen mit Kindern ab elf Jahre. Das Turnier, welches extra auf einen gemeinsamen... mehr...

Feuerwehreinsatz in Andernach

Vier Autos komplett abgebrannt

Andernach. Heute, 22. Mai, gegen 15.30 Uhr wurde in Andernach Stadtalarm ausgelöst. Gemeldet war zunächst ein Fahrzeugbrand in der Stadionstraße. Beim Eintreffen der Feuerwehr waren allerdings vier Fahrzeuge im Vollbrand. Diese wurden von der Freiwilligen Feuerwehr Andernach mittels Schaum gelöscht. Hierbei entstand Totalschaden an allen Fahrzeugen. Personenschaden gab es zum Glück keinen. Austretendes Benzin war in die Kanalisation gelangt. mehr...

Weitere Berichte
Erfolg beim Känguru-Wettbewerb

Schüler der Grundschule Weißenthurm zeigten ihr mathematisches Talent

Erfolg beim Känguru-Wettbewerb

Weißenthurm. Kürzlich fand zum 25. Mal der Känguru Wettbewerb statt. Hierbei handelt es sich um einen internationalen Wettbewerb der Mathematik, bei dem sich Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen... mehr...

Tausend demonstrieren für Klima, Gerechtigkeit und Demokratie

Breites ökosoziales Bündnis setzt in Koblenz ein starkes Zeichen vor der Wahl

Tausend demonstrieren für Klima, Gerechtigkeit und Demokratie

Koblenz. „Geht am 26. Mai zur Wahl, wählt Klimaschutz, wählt soziale und globale Gerechtigkeit, wählt Demokratie! Rassisten und Nationalisten sind eine Bedrohung für eine enkeltaugliche Zukunft und den... mehr...

Tier der Woche

Tierheim Andernach

Tier der Woche

Andernach. Smoky wurde vom Ordnungsamt sichergestellt, da ihre Besitzer keine Halterlaubnis hatten. Sie liebt Wasser, geht sehr gerne spazieren und ist bei ihren Bezugspersonen sehr verschmust. Smoky kann problemlos alleine zuhause bleiben, fährt aber auch gerne im Auto mit. mehr...

Politik
Mehr Flexibilität statt
mehr Bürokratie gefordert

Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung Mayen-Koblenz

Mehr Flexibilität statt mehr Bürokratie gefordert

Oberfell. Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU im Landkreis Mayen-Koblenz (MIT) lehnt eine generelle Pflicht zur Arbeitszeiterfassung ab. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs gehe völlig an der Realität der Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der Region vorbei. mehr...

Kinderfeuerwehr unterstützt

Sozialfonds der SPD Rheinbach

Kinderfeuerwehr unterstützt

Rheinbach. „Ein Engagement für die Gemeinschaft, wenn es sich schon so frühzeitig zeigt wie bei der Kinderfeuerwehr, muss unbedingt gefördert werden“, begründet Gert-Uwe Geerdts, Vorsitzender des Sozialfonds der SPD Rheinbach, die finanzielle Unterstützung seines Vereins. mehr...

Bündnis 90/Die Grünen, OV Rheinbach

Dauerhafte Plastikmüllvermeidung

Rheinbach. Der Rheinbacher Bürgermeister Stefan Raetz hat eindringlich an die Gewerbetreibenden appelliert, ab sofort alle Arten von Plastik zu vermeiden. Die Rheinbacher Grünen begrüßen und unterstützen... mehr...

Sport

SV Wachtberg lädt ein

800 Kinder werden um Pokale und Medaillen spielen

Wachtberg. Der SV Wachtberg richtet sein Jugendturnier, den 1. Fußballfabrik Rheinland-Cup, am Fronleichnamswochenende aus. Von Donnerstag, 20. bis Sonntag, 23. Juni werden über 800 Kinder und Jugendliche in zehn Altersklassen um Pokale und Medaillen spielen. mehr...

Wirtschaft
Bilder-Ausstellung der Erstklässler der Grundschule Adenau

Volksbank-Malwettbewerb „jugend creativ“ zum Thema „Musik bewegt“

Bilder-Ausstellung der Erstklässler der Grundschule Adenau

Adenau. Die Volksbank RheinAhrEifel stellt in ihrer Geschäftsstelle Adenau bis zum 27. Mai Bilder aus, die Erstklässler der Grundschule Adenau im Rahmen des Volksbank-Wettbewerbs „jugend creativ“ gemalt haben. mehr...

Startschuss für Ortsausbau

- Anzeige -Erdgas und Highspeed-Internet für Ramershoven

Startschuss für Ortsausbau

Ramershoven. Nach dem erfolgreichen Bau der Zuleitung hat der Euskirchener Energiedienstleister e-regio im Rheinbacher Ortsteil Ramershoven mit den Arbeiten für den Anschluss des Ortes ans Erdgasnetz und die Versorgung mit schnellem Glasfaser-Internet begonnen. mehr...

 
Lesen Sie Jetzt:
Umfrage

Abschuss von Wölfen erleichtern: Was halten Sie vom neuen Kabinettsbeschluss?

Finde ich gut!
Nur zum besseren Schutz der Bürgerinnen und Bürger
Wölfe sollten erhalten und nicht getötet werden
Ich bin gänzlich gegen den Abschuss
 
Kommentare
Johannes9476:
Bla Bla Bla.... Früher hab ich gerne SPD gewählt. Heute jedoch nicht mehr. Was ist bloß aus dieser Partei geworden. Hoffentlich gibt es bei den nächsten Wahlen unter 5%. Ich wähle jetzt AfD und nein ich bin kein Protestwähler. Die AfD ist das beste was Deutschland passieren konnte.
juergen mueller:
Gibt es nicht wichtigeres? Aussen Hui - innen Pfui? Ich finde, etwas auch noch aufzumotzen, was in seiner gewünschten Bedeutung bereits an Wert verloren hat (Romanticum) und dafür auch noch Steuergeld aufzubringen (was an anderer Stelle fehlt) ist keines Wortes wert.
juergen mueller:
Habt Ihr noch etwas anderes im Kopf als "HOTEL"? Wie wäre es, wenn in Euren Überlegungen wirklich einmal der "WOHNRAUM" an erster Stelle steht und zwar der "soziale".
Service
LESETIPPS
GelesenEmpfohlen
Anzeige Online bestellen

Geben Sie Ihre Anzeige in wenigen Schritten einfach selbst auf - Rund um die Uhr auf unserer Online-Anzeigenaufgabe! Wählen Sie hier einfach die passende Rubrik aus.