Sportcampus Odendorf im Überschwemmungsgebiet
Vorsorgeprinzip muss Vorrang haben
Swisttal. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Gemeinde Swisttal lehnt den geplanten Sportcampus in Odendorf ab und fordert eine grundlegende Neuausrichtung der Standortplanung. Trotz bekannter Risiken soll südlich angrenzend an den Ort ein städtebaulich wenig attraktives Vorhaben im rechtskräftig festgesetzten Überschwemmungsgebiet realisiert werden – ein Vorgehen, das nach Auffassung der Grünen gerade in unserer von der Flut 2021 schwer getroffenen Gemeinde unverständlich ist.
Seit Anfang 2025 ist bekannt, dass der geplante Standort oberhalb der Aue hochwassergefährdet ist. Die von Fachbehörden wiederholt nach oben korrigierten Wasserstände des Orbachs sowie das Fehlen einer aktuellen Starkregenkarte für Swisttal unterstreichen die bestehenden Planungsunsicherheiten. Zwar wurden vom beauftragten Planungsbüro Hochwasserschutzmaßnahmen präsentiert, doch diese überzeugen die Grünen letztlich nicht. Der Rhein-Sieg-Kreis hatte in seiner Stellungnahme bereits ausdrücklich auf die Haftung der Kommune gegenüber Dritten hingewiesen, sollten sich durch das Vorhaben die Auswirkungen von Starkregen oder Hochwasser verschärfen. „Es geht dabei nicht nur um die Genehmigungsfähigkeit des Plans, sondern auch um die spätere Nutzung des Sportzentrums“, betont Monika Goldammer, Ratsmitglied der Grünen in Swisttal.
Jenseits der rechtlichen Rahmenbedingungen fordert das Vorsorgeprinzip im Planungsrecht, potenzielle Gefahren für Mensch und Umwelt frühzeitig zu vermeiden – selbst wenn wissenschaftliche Beweise noch ausstehen. „Unkenntnis oder Unsicherheiten dürfen nicht dazu führen, dass wir real vorhandene Risiken, wie sie die einschlägigen Hochwasserkarten der Bezirksregierung Köln mittlerweile für das Plangebiet ausweisen, ignorieren“, so Goldammer. Die Erfahrungen der Flutkatastrophe von 2021 hätten gezeigt, dass selbst vermeintlich undenkbare Szenarien eintreten können.
Zusätzliche Brisanz erhält die Debatte durch den angekündigten Ausstieg des lokalen Tennisvereins aus dem Projekt. Der Verein begründet seinen Schritt mit der durch die Hochwasserplanung bedingten räumlichen Enge auf dem Campus. „Die aktuelle Planung ist nicht nur städtebaulich unattraktiv, sondern lässt den Vereinen auch keine Entwicklungsmöglichkeiten“, kritisiert Goldammer. Der Wunsch des Vereins, in der Aue zu bleiben, sei jedoch ebenfalls problematisch, da Odendorf diese Fläche als Retentionsraum für den Hochwasserschutz brauche.
Die Grünen ziehen ein klares Fazit: „Die Idee eines Sportcampus in Odendorf oberhalb der Orbachaue ist gescheitert. Es wurde versäumt, rechtzeitig einen Plan B zu entwickeln.“ Statt an einem riskanten Vorhaben festzuhalten, brauche es nun Mut für einen Neuanfang. „Wir fordern die Einsetzung einer Projektgruppe unter Beteiligung aller Akteure und der Politik, um mit der Kenntnis von heute so schnell wie möglich besser geeignete Standorte für die Sportstätten zu finden.“
Pressemitteilung Bündnis 90/
Die Grünen in Swisttal
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UPDATE: In der ersten Version haben wir den TC Odendorf so zitiert, dass er sich gegen die aktuellen Planungen stellt und am ursprünglichen Standort bleiben will.? Dies war so nicht richtig. Der TC Odendorf wird trotz seiner vorgebrachten Einwände weiterhin mit der Gemeinde Swisttal an seinem neuen Standort auf dem Gelände des Sportcampus in Odendorf mitarbeiten