Politik | 29.10.2021

Clemens Hoch freut sich über Auswahl des „Mühlsteinreviers Rhein-Eifel“ im Rennen um deutsche Kandidatur für UNESCO-Welterbe

„Wir sind eine entscheidende Runde weiter!“

Landtagsabgeordneter Clemens Hoch. Foto: Susie Knoll

Kreis Mayen-Koblenz. „Wenn es nach mir ginge, wäre das ‚Mühlsteinrevier Rhein-Eifel‘ in unserer Heimatregion längst UNESCO-Welterbe. Umso mehr freue ich mich, dass wir im Rennen um die deutsche Kandidatur nun eine entscheidende Runde weitergekommen sind“, sagt SPD-Landtagsabgeordneter Clemens Hoch sichtlich stolz. Er begrüßt die Entscheidung des rheinland-pfälzischen Kabinetts, den Antrag zur Aufnahme auf die deutsche Auswahlliste (Tentativliste) für das UNESCO-Welterbe an die Kultusministerkonferenz weiterzuleiten. Diese entscheidet dann im nächsten Schritt, welche Bewerbungen aus den Bundesländern 2024 bei der UNESCO eingereicht werden.

Das Gebiet der potenziellen Welterbestätte umfasst das Mayener Grubenfeld, die Ettringer Lay, das Kottenheimer Winfeld, die Lavakeller in Mendig und den Andernacher Hafen. Im Kreis Mayen-Koblenz wurde bereits vor sieben Jahrtausenden vulkanisches Gestein abgebaut. Die Produktion von Mühlsteinen im Kreis Mayen-Koblenz hat eine lange Geschichte. Als besonders robustes, witterungsbeständiges und verschleißarmes Gestein wurde Basaltlava schon von den Römern vor zwei Jahrtausenden für die Produktion von Mühlsteinen genutzt. Als Umschlagstätte für den Fernhandel der Mahl- und Reibgerätschaften bereits in der Antike diente der Andernacher Hafen. Zurückgeblieben sind bizarre Steinbrüche und Bergbaulandschaften sowie hohe Basaltwände mit Abbauspuren aus unterschiedlichen Epochen. Altes Abbaugerät und elektrische Kräne zeugen von einer vergangenen Zeit körperlich zehrender Bergarbeit „auf der Lay“.

„Vor dem Eingang des Mendiger Lavakellers lagern zum Beispiel drei stumme Zeitzeugen unserer langen Mühlsteintradition“, erzählt der Landtagsabgeordnete. Sie seien Symbol dafür, dass Mendig ein Zentrum der Mühlstein-Herstellung war, fährt er fort. Einer von ihnen stammt aus römischer Zeit, der zweite aus dem 13. Jahrhundert. Der Dritte ist ein weitgereister Ausstellungsmühlstein, der auf der ersten Weltausstellung 1851 in London gezeigt wurde und auf den Weltausstellungen 1855 in Paris sowie 1862 in London vertreten war, wo er zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Im Jahr 2000 wurde er auf der Expo in Hannover gezeigt.

„Bis zur Anerkennung unserer Region als Kulturdenkmal durch die UNESCO liegt noch ein Stück Weg vor uns, aber ich bin zuversichtlich, dass unser ‚Mühlsteinrevier‘ den Sprung auf das Welterbe-Podest schaffen kann. Davon würde unsere Region immens profitieren. Und das nicht nur kulturell, sondern auch wirtschaftlich und vor allem touristisch“, ist sich Hoch sicher. Die Natursteine vulkanischen Ursprungs wie Basalt, Bims und Tuff würden auch heute noch als Bau und Industriestoffe genutzt und hätten eine große wirtschaftliche Bedeutung für die Region, so Hoch. Basaltlava eigne sich auch für künstlerische Steinmetz- und Bildhauerarbeiten zum Beispiel von Grabmalen, für die unsere Heimat ebenso bekannt sei. „Unsere Region rund um den Laacher See ist immer eine Reise wert“, lädt der Landtagsabgeordnete alle Interessierten ein, in die Geschichte der Mühlsteinherstellung und des Vulkangesteins einzutauchen und die zahlreichen touristischen Highlights des Vulkanparks mit insgesamt 17 Natur-, Kultur- und Industriedenkmälern aus der Nähe zu erleben. Ob im Mendiger Lava-Dome, dem Mayener Grubenfeld, bei einer Klettertour im ehemaligen Steinbruch mit bis zu 30 Meter hohen Felswänden oder im Römerbergwerg Meurin.

Pressemitteilung

Clemens Hoch, MdL (SPD)

Landtagsabgeordneter Clemens Hoch. Foto: Susie Knoll

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