Politik | 12.01.2024, 10:32 Uhr

Bauernproteste gehen mit Traktoren-Demo, Mahnfeuern und Verbrauchergesprächen in die nächste Runde

„Wir sind es, die eure Lebensmittel produzieren“

Originelle Installastion: eine Ampel auf einem Frontlader.  Fotos: GS

Bad Neuenahr. „Friedlich gemeinsam für unsere Zukunft“ – das Plakat auf einem Traktor ist für die Bauern und Winzer im Kreis Ahrweiler Programm. Das machten sie bei ihrer nunmehr dritten Demonstration seit Jahresbeginn erneut deutlich. Donnerstagabend brachten sich die Landwirte mit einer neuerlichen Großaktion in Erinnerung und forderten die Rücknahme der Sparpläne der Ampel. Mit rund 100 Traktoren demonstrierte die Truppe um Kreisbauernchef Franz-Josef Schäfer am Tiefkreisel „An den Ulmen“ in Bad Neuenahr – ohne den Verkehr zu behindern. Dafür lautstark mit Hupen, Fanfaren und Sirenen.

Es war eine Mahnwache für die Interessen des Bauernstandes. Dies mit teils originellen Installationen, wie einer blinkenden Ampel am Frontlader eines Treckers oder dem schlichten Hinweis an die Verbraucher: „Ohne Bauern kein Bier“.

Die Bauern hatten dabei alle Generationen aufgefahren. Landjugend und Knirpse, die eifrig die Sirenen drehten, demonstrierten mit gestandenen Landwirten, die um ihre Existenz bangen und nicht wissen, ob sie ihre Höfe noch an ihre Kinder übergeben können. Sie sehen ihre Zukunft auf der Kippe oder mit Blick auf die Mautgebühren gar einen Rückfall ins Mittelalter wie auf einem Truck zu lesen war: „Tausche Lkw gegen Ochsenkarren“.

Um weiter den Verkehrsfluss zu garantieren hatte die Straßenmeisterei die Innenspur des Kreisels mit Pylonen abgesperrt, die Traktoren parkten im Innenkreisel auf der Wiesenfläche. Dort wärmten sich auch die Demonstranten an Feuerschalen, suchten das Gespräch untereinander und mit Zuschauern. „Alles ruhig, keine Probleme“, hieß es denn auch von tiefenentspannten Polizisten, die für die Probleme der Bauern auch ein offenes Ohr hatten. Denn Ziel der Aktion war, erneut die Forderungen der Landwirtschaft zu kommunizieren – mit Plakaten und Worten.

Und Franz-Josef Schäfer machte im Gespräch mit BLICK aktuell gleich auf die nächste Runde der Bauern-Aktionen aufmerksam: „Es wird auf den Feldern im Kreis Ahrweiler wie im gesamten Bundesgebiet Mahnfeuer geben. Aber alles so, dass keine Feuerwehr ausrücken muss.“ Zudem wollen die Bauern auf den Parkplätzen von Supermärkten mit den Verbrauchern ins Gespräch kommen. Ihre klare Botschaft: „Wir sind es, die eure Lebensmittel produzieren.“ Damit fordern sie gleichzeitig die Solidarität der Bevölkerung ein, die ihnen im Kreis Ahrweiler gewiss ist. Denn es waren die Bauern, die nach der Flut als erste den Bürgern im Ahrtal aus dem Dreck geholfen haben. Das wird ihnen nie vergessen werden.

Laut Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau, zudem auch der Kreisverband Ahrweiler mit seinen rund 900 Mitgliedsbetrieben soll aber auch auf anderen Ebenen für die Interessen der Bauern gekämpft werden. So sollen Gespräche mit Politikern geführt werden, etwa auf den traditionellen Neujahrsempfängen der Parteien. Da hat Franz-Josef Schäfer für die Bauern im Kreis Ahrweiler beim Empfang der Mittelstands- und Wirtschaftsunion in Dernau seine erste Runde schon hinter sich gebracht. GS

Auch Firmenfahrzeuge gesellten sich zu den Traktoren.

Auch Firmenfahrzeuge gesellten sich zu den Traktoren.

Originelle Installastion: eine Ampel auf einem Frontlader. Fotos: GS

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Wir helfen im Trauerfall
Wir helfen im Trauerfall Vorsorge
Wir helfen im Trauerfall
Dauerauftrag 2026
Titelanzeige
Shopping Genuss Abend Ahrweiler / o.B. Sponsoring
Gesundheitsexperten Bad Neuenahr-Ahrweiler
Sonderseiten Pellenzer Ausbildungsmesse
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Das St. Nikolaus-Stiftshospital geht mit gestärkter Position aus der neuen Krankenhausplanung des Landes Rheinland-Pfalz hervor.Foto: St. Nikolaus-Stiftshospital/Holger Lindner
1105

Rheinland-Pfalz bestätigt breites medizinisches Leistungsspektrum und stärkt das St. Nikolaus-Stiftshospital als wichtigen Standort

Krankenhaus Andernach geht gestärkt aus neuer Leistungsgruppenzuteilung hervor

Andernach. Das St. Nikolaus-Stiftshospital geht mit gestärkter Position aus der neuen Krankenhausplanung des Landes Rheinland-Pfalz hervor. Durch die zugewiesenen Leistungsgruppen werden rund 99,5 Prozent des bisherigen Leistungsspektrums vollständig abgebildet. Das Krankenhaus sowie der Träger, die Stiftung St. Nikolaus-Stiftshospital Andernach, sehen darin die hohe medizinische Qualität und breite Expertise des Hauses bestätigt.

Weiterlesen

04.09.: Nickenich: Schwerer Verkehrsunfall: Motorradfahrer kollidiert mit Anhänger
760

Nickenich. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich auf der L 118 zwischen Andernach und Kruft. Der Fahrer eines Wohnmobils, das mit einem Anhänger unterwegs war, befuhr die Strecke von Nickenich in Richtung Mendig. In der Nähe eines Schotterparkplatzes entschied er sich, das Gespann über die Gegenfahrbahn zu wenden. Genau in diesem Moment kam ein Motorradfahrer entgegen und kollidierte mit dem Anhänger.

Weiterlesen

Symbolbild.
704

Ulmen. Am Freitag, den 4. September 2026, ereignete sich gegen 00:10 Uhr im Einmündungsbereich der B259 und K2 in der Ortslage Ulmen ein schwerer Verkehrsunfall zwischen zwei Personenkraftwagen. Nach bisherigem Erkenntnisstand befuhr ein Autofahrer die B259 von Ulmen in Richtung Auderath. Ein anderer Fahrer befand sich auf der K2 und wollte nach links auf die B259 abbiegen. Im Einmündungsbereich kam es dann aufgrund einer Vorfahrtsmissachtung zum Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge.

Weiterlesen