Allein in Rheinland-Pfalz könnten 200 Exemplare heimisch werden

Wolfspopulation könnte in Deutschland auf 2500 Tiere ansteigen

Wolfspopulation könnte in Deutschland auf 2500 Tiere ansteigen

Vermutlich leben derzeit 1300 Wölfe in Deutschland. Foto: pixabay.com

18.04.2023 - 09:46

Kreis Ahrweiler. Die Anwesenheit des Wolfs in Deutschland ist längst Alltag geworden und die Meinung über den Wiederkehrer in heimischen Wäldern ist zwiespältig. Für den einen gehört der Wolf zur deutschen Fauna dazu, andere sorgen sich über ein wirtschaftliches Risiko durch gerissene Nutztiere.

Dabei sind Wölfe an sich unauffällig. Und längst wird nicht mehr jede Wolfssichtung oder Spur in den Medien als hochbrisantes Thema behandelt. Deshalb stellt sich die Frage: Wie viel Wölfe gibt es eigentlich in Deutschland? BLICK aktuell hörte bei Ralf Schmitt, Vorsitzender der Kreisgruppe Ahrweiler des Landesjagdverbandes, nach.

Schmitt unterstreicht, dass die Frage grundsätzlich schwer zu beantworten sei. In manchen Teilen des Landes gibt es viele Wälder und somit genug Platz zum Verstecken. Eine Schätzung formuliert er trotzdem. „Derzeit gehen wir von circa 1300 Exemplaren aus. Und somit klar mehr, als die offizielle Statistik zugibt“, sagt Schmitt. Dies seien bereits jetzt mehr Wölfe wie in den etablierten Wolfländern jemals heimisch waren. Das die meisten Wölfe in den östlichen Ländern und Niedersachsen leben, zeige „eher woher sie kommen, statt wo sie hinwollen.“ Rheinland-Pfalz und Hessen sind die waldreichsten Bundesländer und auch der Wildbestand gehöre im Verhältnis zur Fläche zu den dichtesten in Deutschland.

Diese 1300 Exemplare stellen bei weitem nicht die Obergrenze dar. Ralf Schmitt tippt auf maximal 2500 Tiere , die in Deutschland leben könnten. Dies jedoch nur bei guter Verteilung, wie der Jagdfachmann betont. 200 Tiere könnten in Rheinland-Pfalz eine Heimat finden.


Schmitt: Gefahr für die Kulturlandschaft


Wird die Population so groß, entsteht gleich ein anderes Problem. Schmitt: „Dies würde unsere Kulturlandschaft nicht verkraften.“ Als Beispiele nennt er Risse von Haus- und Nutztieren und Einschränkungen in der Weidetierhaltung. Käme es soweit, wäre es mit der Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung schnell dahin. Und dann ginge es dem Wolf „an den Kragen.“

„Wenn wir den Wolf nicht bejagen werde er nur durch zunehmende Fallwildzahlen durch den Straßen- und Schienenverkehr und gelegentlich illegale Tötungen dezimiert“, vermutet Schmitt.

ROB

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