Allgemeine Berichte | 22.06.2026, 00:24 Uhr

Rheinschifffahrt Abend

Buchvorstellung über Johann Klein und Rheinschifffahrt in Oberwinter

Jo Weisshaar (links) bei der BuchvorstellungDer Stammtisch: erste Reihe von rechts Werner Schäfer, norbert Kessel, Peter Schmitz, Heinz Wilms und Hans Metternich,erste Reihe links: Geschäftsführer Joachim van Dawen
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Oberwinter. Die Vorstellung des Buches „Der Kölsche...berechtigt zum Führen eines Fahrzeugs auf dem Rhein“ im voll besetzten Rathaus von Oberwinter entwickelte sich zu einer kurzweiligen, rundum gelungenen Veranstaltung.

Zu Anfang seiner launigen Moderation gab Jo Weisshaar einen kurzen Überblick über die eindrucksvolle Lebensgeschichte von Johann Klein, der den größten Teil seines Lebens auf dem Rhein verbrachte.

Über Jahrzehnte war er auf den Flüssen und Kanälen Europas unterwegs, bevor er mit seiner Frau Inge in Oberwinter seinen letzten Ankerplatz fand.

Bei Mettbrötchen und Kölsch fand sich in der Gaststätte Alt Oberwinter ein Stammtisch zusammen, bei dem alle gerne den Geschichten und Anekdoten von Johann oder besser Hans Klein lauschten. Letztlich wurde er dabei überredet sie aufzuschreiben und damit der Nachwelt zu erhalten. Jo Weisshaar übernahm die Aufgabe, die zum Teil in Kölsch geschrieben Texte in druckreifes Deutsch zu übertragen und der Verleger Norbert Kessel formte daraus mit zahlreichen Bildern und Dokumenten ein ansprechendes Buchformat.

Damit nicht alles bei ihm hängen blieb, wurden nun einige der Stammtischfreunde von Jo Weisshaar mit eingebunden. Werner Schäfer, Peter Schmitz, Heinz Wilms, Hans Metternich und Norbert Kessel mussten jeweils ein ausgesuchtes Kapitel aus dem Buch vortragen, einem Ansinnen dem sie gerne und mit Inbrunst nach kamen.

Eine der Anekdoten handelt beispielsweise von einem Piratenstück, bei dem nach dem zweiten Weltkrieg ein Passagierdampfer in Remagen gekapert und aus der französischen Zone in die britische Zone nach Köln verbracht wurde. Es sollte wieder für Ausflugsfahrten auf dem Rhein genutzt werden, in der Nachkriegszeit eines der wenigen Freizeitvergnügen. Aber die Briten requirierten das Schiff und machten aus ihm lieber einen Kabinenkreuzer für ihre Offiziere. Genau aus diesem Grund hatte man ihn den Franzosen geklaut.

In einer anderen Geschichte geht es um die Vorstrafen von Hans Klein. Er hatte bei einer Fahrt nur einen Matrosen mit an Bord. Vorgeschrieben waren aber bei einem Schiff seiner Größe zwei. Das brachte ihm bei einer Kontrolle der Wasserschutzpolizei ein Bußgeld von 5,00 DM ein. Da er mit dem Beamten etwas aneinander geraten war, wurde er weiter empfohlen. Also erwartete man ihn in allen nachfolgenden Bezirken der Wasserschutzpolizei und kassierte die Strafe von 5,00 DM ab.

Das Publikum war begeistert.

Verwirft und gespannt waren die mehr als 70 Zuschauer als Jo Weisshaar ein Trinkgefäß, ein Ei und einen Cognac hinter dem Rednerpult hervorholte, alles in einem „angemessenen“ Verhältnis miteinander mischte und mit einem großen Schluck trank. Das, erklärte er, war das übliche Frühstück vom Vater von Johann Klein, der ebenfalls Schiffsführer und strenger Lehrer seines Sohnes war.

Einen besonderen Rahmen erhielt die Buchvorstellung durch die Eröffnung einer begleitenden Ausstellung, welche die Mitglieder des Rathausvereins aus dem Fundus von Johann Klein zusammengestellt haben. Zu sehen sind zahlreiche Schiffsmodelle unterschiedlicher Größen, die Johann Klein selbst gefertigt hat zum Teil mit seinem Vater. Die detailreichen Modelle zeugen nicht nur von seiner engen Verbundenheit zur Schifffahrt, sondern auch von seinem außergewöhnlichen Geschick. Freunde und Bekannte schätzten ihn zeitlebens als vielseitigen Tüftler und Reparateur, der für nahezu jedes technische Problem eine Lösung fand.

Leider hatte die Vollendung seines Buches nicht mehr erlebt. Er starb im Herbst 2025 überraschend mit 92 Jahren, obwohl er immer gesagt hatte: „Ich werde 100!“

In Gedenken an Hans Klein wurde mit Kölsch angestoßen, und alle waren sich sicher: er schaut von oben zu und freut sich, dass viele seiner gedachten und noch stundenlang sich erinnerten und „jeuchelten“. Ein wunderbarer Abend.

Jo Weisshaar (links) bei der Buchvorstellung Der Stammtisch: erste Reihe von rechts Werner Schäfer, norbert Kessel, Peter Schmitz, Heinz Wilms und Hans Metternich, erste Reihe links: Geschäftsführer Joachim van Dawen Foto: Dan Hummel

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