Allgemeine Berichte | 20.05.2014

Heimatverein Niederbachem

Erinnerungen an eine Kindheit in der Zeit nach dem Krieg

Die Teilnehmer schwelgten in Erinnerungen.privat

Niederbachem. Vor 50 Jahren hatten sie ihr Examen an der Robert-Wetzlar-Schule in Bonn abgelegt, jetzt trafen sich aus diesem Anlass sechs ehemalige Erzieherinnen beim Heimatverein Niederbachem in den Räumen in der Alten Schule, um sich über die für den Sommer geplante Ausstellung „Als Oma noch ein Mädchen war - Schul- und Mädchenbücher im Spiegel der Nachkriegszeit“ zu informieren. Für diese Ausstellung hatten einige Teilnehmerinnen Bücher zu Verfügung gestellt.

Im Verlauf der von Dr. Walter Töpner geführten Diskussion wurden die Lebensläufe der einzelnen Teilnehmerinnen unter besonderer Berücksichtigung der Nachkriegszeit beleuchtet. Viele der Teilnehmerinnen hatte das Lebensschicksal ihrer Familien nach Bonn verschlagen. Die Kinder ausgebombter Eltern, von Flüchtlingen und Vertriebenen oder aus der ehemaligen DDR hatten nach dem Krieg hautnah miterlebt, was es heißt, noch einmal ganz von vorn anzufangen. Zwei von ihnen hatten in der DDR ganz andere schulische Erfahrungen gemacht. Eine Teilnehmerin aus Bonn hat noch vor Augen, wie sie als Kind gesehen hat, wie die zerfetzten Räume ihrer Wohnung quasi „in der Luft hingen“ und ein geliebtes Spielzeugtier für sie dort oben für immer unerreichbar blieb. Die Kontraste zwischen denen, die etwas hatten, und denen, die arm waren, wurden ihnen als Kinder bald offenkundig: „Wir gehörten zu den Armen, denn wir hatten nur eine Mansardenwohnung ohne Balkon und konnten uns keine Süßigkeiten leisten. Neue Kleider gab es nicht. Die Kleider bekamen wir von anderen Kindern, die wir auftrugen.“

In guter Erinnerung war noch die strenge konfessionelle Trennung an den Schulen in Bonn und dass Schichtunterricht am Vormittag und Nachmittag abgehalten werden musste, weil zu wenige Klassenräume da waren. Klassenstärken von 40 bis 50 Schülern waren damals keine Seltenheit.

Ihre Ausbildung zur „Kindergärtnerin und Hortnerin“ (heute Erzieherin) empfanden die Teilnehmerinnen früher praxisnäher. Sie äußerten die Befürchtung, dass die heutige Ausbildung zu sehr auf die Theorie Wert lege.

Die Teilnehmer schwelgten in Erinnerungen.Foto: privat

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