Politik | 13.05.2014

Bürgermeisterwahl in Wachtberg: Die Kandidaten

Jochen Wagner möchte eine Bürgerbuslinie installieren

Er will mit einem Kompetenz-Team Mitarbeit in der Bürgerschaft aktivieren

Jochen Wagner tritt für die UWG an. privat

Wachtberg.In der Gemeinde Wachtberg wird nach dem Abgang von Theo Hüffel das Amt des Bürgermeisters vakant. Einer von vier Bewerbern um seine Nachfolge ist Jochen Wagner, der für die UWG ins Rennen geht. Der 62-jährige Journalist ist verheiratet, hat zwei Söhne und lebt in Pech. Aufgewachsen in Dortmund, arbeitete er als Brauer und Mälzer, bevor er als Zeitsoldat Ausbilder bei der Luftwaffe und Stellungs-Feldwebel im NATO-Bunker Aurich war. Während seiner Zeit als Verwaltungsfachangestellter erlangte er dort die Fachhochschulreife und schloss eine Ausbildung zum Redakteur an. Wagner arbeitete bei Bild und Bild am Sonntag, war Chefkorrespondent der Nachrichtenagentur ddp, anschließend Korrespondent in Bonn, Mitarbeiter von Ministern, Abgeordneten und Verbänden in Bonn und Berlin, Reporter in Wachtberg für mehrere Zeitungen und er gestaltet PR für Verbände. Die sechs Fragen von „Blick aktuell“ beantwortet Jochen Wagner wie folgt:

Wie soll sich die Gemeinde Wachtberg in den nächsten fünf Jahren entwickeln in den Themenfeldern Wohnbebauung und Gewerbegebiete?

Die Vorplanungen dazu hat der alte Rat ja bereits für die nächsten Jahre auf den Weg gebracht - jetzt geht es um die Umsetzung. Dazu gehört zum Beispiel auch, in der neuen Wachtberger Mitte die zeitgemäße Anbindung an eine nachhaltige Energieversorgung. Ich werde in Wachtberg weiter auf den Zuzug junger Familien setzen und Anreize schaffen, dass sie nach Wachtberg kommen oder hier bleiben. Wir müssen das Wohnumfeld der Menschen in den Ortskernen attraktiver machen, gleichzeitig die Mobilität fördern. Auch die Ansiedlung von weiteren Unternehmen im Vorfeld des heutigen Gewerbegebiets werde ich zur „Chefsache“ machen. Es muss uns auch hier mit einer gezielten und offensiven Öffentlichkeitsarbeit gelingen, künftig mehr krisensichere Betriebe für Wachtberg zu interessieren. Dies schafft und sichert Arbeitsplätze in Wachtberg.

Manche Wachtberger Bürger fühlen sich von der Politik und der Verwaltung nicht ausreichend vertreten. Wie gehen Sie mit diesen Bürgern um, wenn Sie Bürgermeister werden sollten?

Das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Ich werde daher mit einem offenen Kompetenz-Team neue Ideen, Sachverstand und Mitarbeit in der Bürgerschaft aktivieren. Zudem werde ich ein modernes Bürger-Informationssystem in Wachtberg schaffen, das ebenso eine aktive Mitarbeit aller Bevölkerungsgruppen im Vorfeld von Entscheidungen fördert. Weiterhin beabsichtige ich, über Umfragen und Abstimmungen die richtigen Prioritäten gemeinsam mit der Bürgerschaft in die Tat umzusetzen.

Wie stehen Sie zur Energiewende und welchen Beitrag kann und soll Ihrer Meinung nach die Gemeinde Wachtberg dazu beisteuern?

Zur nachhaltigen Gewinnung von Gas, Wärme und Strom gibt es ja schon länger entsprechende Pläne. Als Standort ist der Bereich zwischen Pech, Ließem und Gimmersdorf in der Nähe von Kompostierungsanlage und Umspannwerk angedacht. Es wäre für die Bürgerschaft sicher interessanter, wenn diese Pläne über eine Genossenschaft realisiert werden könnten. Ich bin strikt gegen eine weitere Verschandelung unserer schönen Landschaft mit Masten, Hochspannungsdrähten oder Windenergie-Anlagen.

Mancherorts beklagen sich die Bürger über mangelhafte Infrastruktur, beispielsweise in Sachen DSL oder ÖPNV. Wie sehen Sie die Sache? Was kann die Gemeinde oder der Bürgermeister tun?

Ich habe vor einiger Zeit schon die Aktionsgemeinschaft „Schnelles Internet für ganz Wachtberg“ gegründet und unterstütze ähnliche Gruppen wie „DSL für Pech“. Ein schnelles Internet gehört heute zur Grundversorgung in unseren Ortsteilen und ist eine wichtige Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Gemeinde. Für den zügigen und fairen Netzausbau in Wachtberg werden wir alle mehr Geld in die Hand nehmen müssen. Zur Ergänzung des ÖPNV habe ich in diesen Tagen zuerst mit der UWG und dann mit anderen Kräften den Wachtberger Bürgerbus-Verein gegründet.

Ein weiteres Thema, das vielen Wachtbergern unter den Nägeln brennt, ist der Hochwasserschutz. Sehen Sie den als ausreichend an, oder würden Sie etwas zur Verbesserung vorschlagen?

Der Hochwasserschutz in Wachtberg ist an vielen Stellen leider nicht ausreichend. Deswegen werde ich dem Hochwasserschutz in Wachtberg erste Priorität einräumen. Regelmäßige Kontrollen, schnellere bauliche Maßnahmen sowie der Einsatz von ehrenamtlichen Bachpaten sollen Risiken reduzieren sowie das Hab und Gut der gefährdeten Anwohner besser schützen als zuvor. Über Land, Bund und EU müssen endlich mehr Gelder für teure Hochwasser-Rückhaltebecken, Überschwemmungsflächen und auch für ein leistungsfähigeres Kanalnetz nach Wachtberg fließen.

Wenn Sie Bürgermeister werden sollten: Was würden Sie als erstes ändern?

Zur Lösung der vorrangigen Probleme werde ich zuerst ein Kompetenz-Team einsetzen, das alles intensiv auf Einsparungen prüft und falls nötig neue Prioritäten setzt. Ich selbst will den Dienstwagen des Bürgermeisters abschaffen und auch das Amtszimmer des Bürgermeisters für andere Verwaltungskräfte zur Verfügung stellen. Denn als Bürgermeister bin ich meist bei den Bürgern oder dienstlich außerhalb des Rathauses unterwegs.

Jochen Wagner tritt für die UWG an. Foto: privat

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