Allgemeine Berichte | 19.06.2014, 14:00 Uhr

Wachtberger Kinder- und Jugendkulturtage fanden zum dritten Mal statt

Kinder erlebten einen spannenden Kurzurlaub auf dem Bauernhof

Am Klavier zeigte Marie Tollmann, dass sie auch Bach und Haydn schon beherrscht.
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Ließem. „Aller guten Dinge sind drei“, freute sich Wachtbergs Bürgermeister Theo Hüffel bei der Eröffnung des dritten Wachtberger Kinder- und Jugendkulturtages, voraussichtlich eine seiner letzten Amtshandlungen, bevor am 22. Juni seine Amtszeit endet. Dabei erlebten die Kinder sogar noch einen Kurzurlaub auf dem Bauernhof, denn diesmal fand die Veranstaltung in der Kulturscheune der Familie Alois und Dorothee Hochgürtel in Züllighoven statt. Dort gab es auch abseits des eigentlichen Programms jede Menge zu sehen, zu tun und zu erleben. Dabei hinaus sorgten Ausstellungen, Mitmachaktionen und ein reichhaltiges Bühnenprogramm dafür, dass sich der Nachwuchs des „Drachenfelser Ländchens“ fünf Stunden lang bestens unterhalten und dabei künstlerisch betätigen konnte. Cheforganisatorin Marlies Schmitz von der Gemeindeverwaltung war ebenfalls hell auf begeistert: „Es hat richtig Spaß gemacht und war rundum schön, und das mit viel mehr Besuchern als im Vorjahr.“

Unter dem Motto „Auf zur Natur“ hatten fast alle Kindergärten und Schulen der Gemeinde Wachtberg ihr Scherflein zum Erfolg der Sache beigetragen. Sie zeigten einen überaus abwechslungsreichen Querschnitt aus dem künstlerischen Schaffen, das hier schon in jungen Jahren an den Tag gelegt wird. Vor allem auf der Bühne war immer etwas los. Hier spielte zunächst das Vororchester des Wachtberger Jugendorchesters unter der Leitung von Brigitta Winnen, anschließend präsentierten die Kinder des Kindergartens „Glühwürmchen“ das lustige Tanztheater „Der Regenbogenfisch“ mit bunten Fischkostümen. Einen „Rock-Pool-Rock-Tanz“ legten die Schüler der Klasse 4a der Gemeinschaftsgrundschule Berkum aufs Parkett, bevor die Grundschul-Kinder aus Villip und Pech das selbst gedichtet „Lied der Scheuchlinge“ vorzogen.

Damit hatte es besondere Bewandtnis, denn schon der Weg so Kulturscheune war gesäumt von 50 lebensgroßen Vogelscheuchen, die von den Grundschülern in liebevoller Handarbeit aus alten Kleidern, Hüten und den ausgefallensten Accessoires hergestellt worden waren. In Anlehnung an den beliebten Zauberlehrling „Harry Potter“ waren sie aus „Untererde“ ins Drachenfelser Ländchen aufgestiegen. Schulleiter Norbert Schulten hatte den Anfang ihrer Geschichte aufgeschrieben, sie wurde von den Kindern und Jugendlichen an diesem Tag mit jeder Menge Fantasie eifrig fortgeschrieben.

Kunterbuntes Treiben rund um die Kulturscheune

Rund um die Kulturscheune Hochgürtel herrschte derweil ein kunterbuntes Treiben mit Ausstellungen, Präsentationen und Mitmachstationen, an denen die Nachwuchskünstler ihre Talente unter Beweis stellen konnten. Kunstwerke aus Ton hatten Elena Panne, Jill Stergiopoulos, Annika Schmelzeisen, Lena Drach, Natalie Kokott und Helma Worrigen bei Renate Zgaga hergestellt, Maike Schäfer begeisterte mit ihren selbst gemalten Bildern. Eine eigene Ausstellung mit Bildern nach Art von Keith Haring durfte der erst elfjährige Nachwuchskünstler Jasper Lämmel aus Villip zeigen, darüber hinaus ließ er sich auch beim Malen „auf die Finger und den Pinsel schauen“.

Sein eigenes Mini-Taschenbuch durften die Kinder am Stand des Kindergartens „KinderW.E.L.T“ herstellen, die zuvor aber noch bemalt und in der richtigen Art und Weise gefaltet werden mussten. Einen „Jahreskreis“ aus Schuhkartons mit den verschiedensten Inhalten rund um das Kalenderjahr gab es bei den „Kleinen Strolchen“ aus Oberbachem, während sich die „Fabelkinder“ aus Adendorf ganz weltgewandt und modebewusst gaben und mit dem Motto „Paris - Mailand - Adendorf“ wirklich ausgefallen Hutmode präsentierte. „Lasst die Handrasseln erklingen“, hieß es am Stand des Familienzentrums Drachenfelser Ländchen, wo die Kinder ihre eigenen Handrasseln aus Eiern basteln durften.

Auch mit dem Klimawandel beschäftigte sich die Veranstaltung, zusammen mit dem Lateinamerika Zentrum informierten die Jugendfachkräfte Frank Fongern, Mascha Gorges, Claudia Schmidt und Svenja Schnober über die Auswirkungen von „Zwei Grad mehr - na und?“ Neben interessanten Vorträgen und einer umfangreichen Wanderausstellung zum Thema „Klimawandel und Armut in Lateinamerika“ gab es auch das Angebot, aus Recyclingmaterial Blumentöpfe zu basteln und zu bepflanzen. Dutzende davon zieren ab sofort die Fensterbänke der Wachtberger Elternhäuser. Derweil sorgte der Verein der Freunde und Förderer der Jugendarbeit in Villip dafür, dass niemand hungrig oder durstig nach Hause gehen musste.

Zum Abschluss gab es ein Konzert mit Nachwuchskünstlern

Komplettiert wurde der dritte Wachtberger Kinder- und Jugendkulturtag von einem Tag der offenen Tür im Familienzentrum „Drachenhöhle“ in Niederbachem, wo unter anderem Steinkunst im neuen Bauwagen, ein Bilderbuchkino mit Kurt Zimmermann unter dem Titel „Ich bin der Stärkste im Land“ und eine Aufführung der Kindergartenkinder „Kunst mit Ranzen“ die Besucher erwarteten. Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Konzert mit dem Titel „Kleine Musiker ganz groß“ in der Kulturscheune Hochgürtel mit mehr als einem Dutzend Solokünstlern und Ensembles. Hier zeichnete sich der Verein Kunst und Kultur in Wachtberg als tatkräftige Unterstützer aus. Ob Blockflöte oder Fagottino, Klavier oder Trompete, Violine oder Posaune - hier wurde frei von der Leber weg musiziert, was das Zeug hielt. Der tosende Applaus des Publikums war der verdiente Lohn für einen tollen Auftritt.

Am Klavier zeigte Marie Tollmann, dass sie auch Bach und Haydn schon beherrscht.
Kinder erlebten einen spannenden Kurzurlaub auf dem Bauernhof

Vincent Rau, Maximilian Schneider und Paul Schneider spielten mit ihren Trompeten und Posaunen „Morning has Broken“ von Cat Stevens.

Am Klavier zeigte Marie Tollmann, dass sie auch Bach und Haydn schon beherrscht.

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