Allgemeine Berichte | 22.07.2014, 08:48 Uhr

Empfang im Sitzungssaal des Berkumer Rathauses

Langlebig und kantig - wie sein Lieblingsmaterial Holz

Ehrenbürgermeister Peter Schmitz feierte 85. Geburtstag

Bürgermeisterin Renate Offergeld gratulierte Wachtbergs Ehrenbürgermeister Peter Schmitz zu seinem 85. Geburtstag. JOST
89

Berkum. Kantig und knorrig wie das Material Holz, das er seit mittlerweile sechs Jahrzehnten bearbeitet – so beschrieb einst eine Tageszeitung Wachtbergs Ehrenbürgermeister Peter Schmitz. „Ich bin aus grobem Holz geschnitzt“, sagte der Tischlermeister und Treppenbauer über sich selbst. Heute kann man getrost hinzufügen: Genauso langlebig und unverwüstlich, denn er feierte bei guter Gesundheit seinen 85. Geburtstag mit einem Empfang im großen Sitzungssaal des Berkumer Rathauses, zu dem Bürgermeisterin Renate Offergeld gemeinsam mit den Wachtberger Ehrenamtsträgern eingeladen hatte.

In einem ausführlichen Rückblick auf seine langjährige ehrenamtliche kommunalpolitische Arbeit würdigte Offergeld ihren Amtsvorgänger, der von 1989 bis 1999 an der Spitze des „Drachenfelser Ländchens“ stand. Über die Reserveliste war Schmitz 1976 für die CDU in den Gemeinderat gekommen, wurde 1984 Vizebürgermeister und erklomm 1989 das Spitzenamt in der Gemeinde. Als erster Handwerker auf diesem Posten habe er vor allem für Ehrlichkeit, Geradlinigkeit und Bodenständigkeit gestanden, er habe allerdings immer einen eigenen Kopf besessen und sich notfalls auch mit Parteifreunden und der Fraktion angelegt, wusste Offergeld. Neben dem Christlichen sei ihm stets auch das Soziale wichtig gewesen. So sei es – auch angesichts seiner Erfahrungen aus der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft – nur zu verständlich, dass er als eine seiner ersten Amtshandlungen ein Kruzifix in seinem Arbeitszimmer habe anbringen lassen.

Am 12. Juli 1929 in Fritzdorf geboren, habe Schmitz als Junge hautnah mit erleben müssen, wie KZ-Häftlinge beim Straßenbau in Fritzdorf von ihren Aufsehern misshandelt worden seien, seine Mutter sei sogar wegen ihrer heimlichen Hilfe für die Gepeinigten beinahe in das Mahlwerk der Nazi-Schergen geraten. „Ich habe die Nazis gehasst“, gestand er freimütig in seiner Dankesansprache. Bis heute sei ihm unvergesslich geblieben, wie die Nazis in ihrer unglaublichen Arroganz das Kruzifix in seiner alten Fritzdorfer Schule abgehängt hätten. Heute sei es daher in der Demokratie umso wichtiger, dass Gemeinderat und Gemeindeverwaltung stets gemeinsam versuchten, das Beste für die Bürger zu erreichen. Das sachliche Ringen um die beste Lösung sei essenziell, doch in der Auseinandersetzung dürfe es niemals persönlich werden.

Nach dem Krieg absolvierte er eine Tischlerlehre, arbeitete zehn Jahre lang bei der Bonner Orgelbaufirma Klais, für die er noch heute Orgel-Holzteile herstellt, und legte schließlich seine Meisterprüfung ab. 1959 gründete er seine eigene Treppenbau-Firma in Fritzdorf, die er bis heute zusammen mit seinem Sohn Rudolf führt, denn Ruhestand ist ein Fremdwort für „Schmitze Pitter“. Sein berufliches Engagement führte ihn auch an die Spitze der Tischlerinnung Bonn, als Obermeister trieb er die Fusionen von Kreishandwerkerschaft und Innungen aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis voran. Heute ist er Ehrenobermeister der Tischlerinnung.

Das Bundesverdienstkreuz am Bande wurde ihm 1998 verliehen, er ist noch heute eine Institution in Wachtberg und Umgebung. In seiner Freizeit spielt der mittlerweile verwitwete Handwerksmeister leidenschaftlich gerne Skat und arbeitet im heimischen Garten, wo es ihm besonders die Rosen angetan haben. Im Kreise der aktuellen Fraktionsvorsitzenden, Vizebürgermeister und zahlreicher Ehrenamtsträger mit ihrem „Geschäftsführer“ Paul Giersberg an der Spitze ließ er noch einmal die Erinnerung an alte Zeiten aufleben.

Bürgermeisterin Renate Offergeld gratulierte Wachtbergs Ehrenbürgermeister Peter Schmitz zu seinem 85. Geburtstag. Foto: JOST

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Hausmeister, bis auf Widerruf
Titel 24H Notdienst
Heimat aktiv erleben AW
Heimat aktiv erleben
05-Marktbericht 2026
Stellenanzeige Fahrer
Empfohlene Artikel
Die A1 ist eine wichtige Verkehrsachse - doch schon seit Jahrzehnten wird auf den Lückenschluss in der Eifel gewartet. Foto: pixabay.com
168

Trier/Rheinland-Pfalz. In einem offenen Brief appelliert die Industrie- und Handelskammer Trier an den BUND Rheinland-Pfalz, den weiteren Ausbau der A1 zu ermöglichen. Die Kammer verweist auf die Bedeutung der Verbindung für Menschen und Unternehmen in der Eifel sowie auf mögliche Entlastungen für Umwelt und Ortschaften. Die Industrie- und Handelskammer Trier hat sich mit einem offenen Brief an die...

Weiterlesen

Symbolbild.
10265

Die Tage werden kürzer, die Abende gemütlicher und mit der Umstellung auf die Winterzeit am Sonntag, dem 25. Oktober, beginnt die dunklere Jahreszeit endgültig. Die zusätzliche Stunde Schlaf klingt verlockend, doch der veränderte Tagesrhythmus kann auch die Stimmung beeinflussen. In der Kalenderwoche 44 stehen die Zeichen auf Veränderung: Während in der Liebe längst überfällige Gespräche für Klarheit sorgen können, verlangen berufliche Herausforderungen nach Geduld und klugen Entscheidungen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild
1016

Bad Honnef / Linz. Die Anschlussstelle Bad Honnef/Linz auf der A3 in Fahrtrichtung Oberhausen wird von Freitagabend, dem 6. November, um 20 Uhr bis Montagmorgen, dem 9. November, um 5 Uhr gesperrt. Eine Umleitung führt über die Anschlussstelle Siebengebirge und ist mit einem roten Punkt bzw. blauen Tafeln „U 13“ gekennzeichnet. Diese Sperrung ist Teil der umfassenden Instandsetzungsarbeiten der Autobahn GmbH Rheinland an der A3.

Weiterlesen

vor der Porta Nigra
486

Tambour-Corps-Tour nach Trier

Tambour-Corps Rheinbrohl auf Tour

Am Wochenende nach der Nachkirmes hieß es für die aktiven Musiker des Tambour-Corps Rheinbrohl: Koffer packen und auf nach Trier! Die Reise startete am Samstagmorgen mit dem Zug ab Bad Breisig. Bereits während der Fahrt kam - dank des eigens kreierten „Hitster - Tambour-Corps-Version“ - beste Stimmung auf. Bei Getränken und Snacks wurde geraten, gesungen und viel gelacht.

Von Anna Rott aus Rheinbrohl

Weiterlesen