Allgemeine Berichte | 15.10.2013, 11:04 Uhr

Gemeinde Wachtberg

Rebstöcke für die Freundschaft

Das trinationale Partnerschaftstreffen in Wachtberg war von besonderer Herzlichkeit geprägt

Die Mitglieder der drei Partnerschaftskomitees ermöglichten das gelungene, trinationale Treffen. Gemeinde Wachtberg
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Wachtberg. „Arrivederci“, „Au revoir“, „Bis bald“ war am frühen Sonntagmorgen vor dem Berkumer Schulzentrum im bunten Stimmengewirr immer wieder zu hören, als sich die rund 80 Gäste aus Wachtbergs Partnerstädten, dem französischen La-Villedieu du Clain und dem italienischen Bernareggio, von ihren deutschen Gastgeber-Familien verabschiedeten - mit im Gepäck erneut eine Fülle von Erinnerungen an herzliche und freundschaftliche Begegnungen.

Schon zur guten Tradition geworden ist das jährliche Treffen von Bürgerinnen und Bürgern aller drei Partnerkommunen, jeweils abwechselnd in Deutschland, Frankreich oder Italien. Dieses Mal war Wachtberg wieder der Ausrichter. Als Mitglied der französischen Gruppe wurde besonders Jean-Claude Leger begrüßt, seinerzeit der erste Präsident des französischen Komitees, der - natürlich - in Wachtberg als Gast bei dem deutschen Gründungspräsidenten des Partnerschaftsvereins, Johannes Auen, zu Gast war. Zur besonderen Freude des Vorsitzenden des Wachtberger Partnerschaftsvereins, Peter Menke, waren viele junge Wachtberger erstmals als Gastfamilien mit von der Partie. Derart unterstützt war so auch ein interessantes Programm zusammengestellt worden.

Bei Wein und Obst einander kennengelernt

Gerade angereist stand nach langen Busfahrten für die Gäste erst einmal das persönliche Kennenlernen in den Gastfamilien an.

Die folgenden zwei Tage waren dann ganz dem trinationalen Miteinander gewidmet. Ausflüge, Besichtigungen und gemeinsames Essen förderten den Austausch aller drei Nationen.

So erfuhren die Teilnehmer am Freitag bei einem Besuch der Dagernova-Weinmanufaktur in Dernau Interessantes über die Geschichte des Weinanbaus und die europäische Weinkultur. „Super kam bei allen auch die anschließende Winzerolympiade an“, zeigte sich Menke begeistert. Dafür waren zehn, jeweils aus allen Nationalitäten zusammengesetzte Mannschaften gebildet worden, die auf einem fünf Kilometer langen Parcours in den Weinbergen verschiedene Aufgaben rund um Wein zu erfüllen hatten. Die Fachausdrücke zu erklären war dabei eine zusätzliche, sprachliche Herausforderung ganz besonderer Art. Diese lustige Form der Kommunikationsförderung bei zudem strahlendem Sonnenschein habe alle begeistert, so Menke.

Ging es an der Ahr noch um Gourmetfreuden, die aus vergorenen Weintrauben gewonnen werden können, so stand am Samstag deren Frische auf dem Programm.

Eine Betriebsbesichtigung der Frutania GmbH, deren Geschäftsführer Markus Schneider übrigens ein gebürtiger Wachtberger ist, in Grafschaft, ließ die Besucher einen Blick hinter die Kulissen eines weltweit mit Obst und Gemüse handelnden Großunternehmens werfen. Auch da zeigte sich ebenso wie beim Wein, dass die Konsumenten, sei, es in Frankreich, Italien oder hier, längst Teil eines länderübergreifenden Systems sind, in dem alle gegenseitig jeweils an den regionalen Obst- und Gemüsevorkommen der Nachbarländer teilhaben. Das bunte Obst machte Appetit und so kam das anschließend geplante Picknick in Villiprott gerade recht.

Wegen Regens fand es in der Schützenhalle statt, was dem lustigen Beisammensein aber keinen Abbruch tat.

Applaus und Abschiedsworte in der Aula

Wie immer endete dieses Treffen mit einem großen Fest in der Aula des Berkumer Schulzentrums. Nach einem ausgiebigen Essen gab es Livemusik mit den Sängerinnen und Sängern des Gesangvereins „Eintracht“ Adendorf unter der Leitung von Alfons Gehlen.

Mit europäischen Liedern und Auszügen aus dem Musical „Die Kannebäcker“ begeisterten sie die Gäste derart, dass es „Standing Ovations“ gab und die Musiker noch weitere Lieder aus ihrem bunten Repertoire zum Besten gaben.

Als „gelebtes Europa“ und „eine Erfolgsgeschichte“ bezeichnete Wachtbergs stellvertretende Bürgermeisterin Rita Braun die Partnerschaft zwischen Wachtberg, La-Villedieu du Clain und Bernareggio.

Joseph Delhommois aus La-Villedieu du Clain hatte, passend zum Ausflugsprogramm, zwei Weinreben als Geschenk mitgebracht, auf dass die Rebstöcke ebenso gut gedeihen wie die langjährige Freundschaft zu Wachtberg.

Giuseppe Cavallaro aus Bernareggio amüsierte mit einer großen Panflöte als Mitbringsel und berührte die Anwesenden sehr mit der Feststellung: „Europa, das ist das Volk - nicht eine Ansammlung von Regierungen.“ Lang anhaltender Applaus folgte auf diesen Satz, der die vergangenen, gemeinsam verbrachten drei Tage so treffend auf den Punkt brachte.

Es wurde noch eine Weile gefeiert, neue Freundschaften wurden geschlossen und alte bestärkt, denn am nächsten Morgen hieß es schon früh voneinander wieder Abschied zu nehmen: „Arrivederci“, „Au revoir“, „Bis bald.“

Pressemitteilung

Gemeinde Wachtberg

Bei der Winzerolympiade gab es viel zu lachen.

Bei der Winzerolympiade gab es viel zu lachen.

Der Gesangverein „Eintracht“ Adendorf begeisterte alle gleichermaßen, die Wachtberger wie auch die französischen und italienischen Gäste.

Der Gesangverein „Eintracht“ Adendorf begeisterte alle gleichermaßen, die Wachtberger wie auch die französischen und italienischen Gäste.

Die Mitglieder der drei Partnerschaftskomitees ermöglichten das gelungene, trinationale Treffen. Fotos: Gemeinde Wachtberg

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