Sicherheit & Cyber
Sicherheitspolitik - Wein und Musik
aus Schalkenbach
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Am 9.08.2026 um 11 Uhr begann die Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) ihre etwas andere Veranstaltung in der Hemmessener Hütte in den Weinbergen oberhalb von Ahrweiler.
Nach dem erfolgreichen Start im Vorjahr, hatte sich der Vorstand entschieden, die Information zu sicherheitspolitischen Fragen in dieser Form fortzuführen.
Die Resonanz von mehr als 60 Gästen trotz der extremen Hitze, bewies die Richtigkeit der Entscheidung.
Nach einer musikalischen Einstimmung durch Jürgen Schick begrüßte der Sektionsleiter Oberst a.D. Josef Schmidhofer den Kommandeur Ausbildungszentrum Cyber- und Informationsraum(CIR) Brigadegeneral Kai Heß, der den Teilnehmern als Gesprächspartner zur Verfügung stand.
Als Ausgangspunkt diente die Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz: „Wir sind nicht im Krieg, aber wir sind auch nicht mehr im Frieden.“ Heß ging dann in seinen einleitenden Ausführungen auf die aktuelle Lage in Deutschland und Europa ein und schlug einen Bogen zum Zustand in der Bundeswehr.
Die nach dem Ende des „Kalten Krieges“ und im Zuge der deutschen Wiedervereinigung verloren gegangenen Fähigkeiten müssen auf Grund der Gefahr durch Putins Expansionskurs mühsam neu aufgebaut werden. Dabei reicht es bei weitem nicht, die alten Strukturen wiederzubeleben, sondern alles muss der neuen Gefährdungslage angepasst werden. Der CIR spielt dabei eine wesentliche Rolle, ist aber nur ein Teil der gesamtstaatlichen Vorsorge. Mit der Schaffung des Nationalen Sicherheitsrates (NSR) im Jahre 2025 wurden auf politischer Ebene zwar richtige Weichen gestellt, aber die zunehmenden hybriden Bedrohungen und Cyberangriffe in vielen Bereichen des Alltags, machen schnelle und entschlossene Reaktionen erforderlich. Sie bedürfen aber auch der dazu notwendigen personellen und materiellen Voraussetzungen. Das es daran noch fehlt, zeigen der flächendeckende Stromausfall in Teilen der Hauptstadt Berlin und der Drohnenzwischenfall am Flughafen Leipzig/Halle Es gäbe viele weitere Beispiele, die zeigen, dass sowohl staatliche als auch nichtstaatliche Akteure versuchen, unsere freie Gesellschaft zu untergraben. Heß machte auch deutlich, dass es auf Grund unserer Rechtslage oftmals schwierig ist, Täter und ihre Hintermänner festzustellen und dagegen vorzugehen. Wichtig ist aber zu erkennen, dass das keine Aufgabe einzelner staatlicher Organe, der Sicherheitsorgane oder der Bundeswehr sein kann, sondern nur im Zusammenspiel von Staat, Gesellschaft und jedem einzelnen Bürger erfolgreich umgesetzt werden kann. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg.
Die anschließende Diskussion und die Fragen zeigten, dass die Problematik zumindest bei den Anwesenden zum Nachdenken angeregt hat.
Der Sektionsleiter machte in seinen abschließenden Ausführungen auch klar, dass es nicht Ziel der Veranstaltungen der Sektion ist , für alle Probleme fertige Lösungen zu präsentieren, sondern Anstöße für eigene Aktivitäten zu geben und sich im persönliche Umfeld damit auseinanderzusetzen.
Klaus Kretzschmar
Brigadegeneral Kai Heß. Foto: Foto: Brigitte Schmidhofer