Allgemeine Berichte | 18.07.2023, 12:56 Uhr

9. Transport der Ukraine-Hilfe am 17. Juli in Bad Hönningen gestartet

1.300 Kilometer, 20 Fahrer und zehn Transporter mit Hilfsgütern

Franz Breitenbach (1. Reihe, 5. v.l.) neben seiner Frau Tine und inmitten seines Fahrerteams kurz vor dem Start an die Polnisch-Ukrainische Grenze.  Fotos: AWi
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Bad Hönningen. Am Montagmittag des 17. Juli 2023 wird in den Medien berichtet, dass der russische Präsident Wladimir Putin das bis 23 Uhr MESZ dieses Tages geltende Export-Abkommen für ukrainisches Getreide nicht verlängert. Nur rund viereinhalb Stunden später, um 17 Uhr, startet der von Franz Breitenbach organisierte Hilfstransport in Richtung Ukraine.

Seit 508 Tagen führt Russland einen international geächteten Angriffskrieg gegen die Ukraine. Und zum neunten Male macht sich Breitenbach mit seinen Helfern auf den Weg, um den Ukrainern zu helfen. Diesmal mit zehn Fahrzeugen, ein elftes startet aus Ungarn und fährt von dort ab, jeweils mit zwei Fahrern besetzt und jedes voll mit Hilfsgütern beladen. Alles Spenden, wie das Geld für die angemieteten Transporter auch, oder für den Kraftstoff. Allein der Transport selber kostet 10.000 bis 13.000 Euro. Nicht zuletzt die Berichte über Breitenbachs Hilfsaktion in BLICK aktuell haben für ein etwas „dickeres“ Spendenkonto und vollere Fahrzeuge gesorgt. Bei der Kontrolle der Ladungssicherheit sieht man u.a. Pflegebetten, Rollstühle und Lebensmittelpakete in den Transportern. Sauber sortiert und sicher gestapelt.

Mit Lunchpaketen in Richtung Osten

Von regionalen Gastronomen gespendete Lunchpakete werden noch an die Fahrerteams verteilt, dann werden die Ladewände hochgefahren, die Ladetüren geschlossen. „Vier Tankstopps sind geplant“, sagt Eduard Sprenger, einer aus Breitenbachs Team, der von Anfang an dabei war und hilft. Er hat die Strecke geplant und die Unterkunft in Korczowa besorgt. Das ist der Grenzort in Polen an der ukrainischen Grenze, über 1.300 km vom Treff- und Startpunkt des Konvois, dem Hönninger Großparkplatz an der Therme, entfernt. Aber Franz Breitenbach sei der Macher hinter den Hilfsaktionen, ohne ihn liefe das alles nicht. Dann steigen die Fahrerteams ein, auch Franz Breitenbach mit Ehefrau Tine sitzen „auf dem Bock“. Die Fahrer- und Beifahrertüren schließen sich und der Konvoi startet Richtung Osten.

Keine Fernfahrerromantik

Bis 9 Uhr morgens des Folgetages könne man es schaffen, rund 16 Stunden auf der A4: Dresden, Görlitz, Wroclaw (Breslau), Kraków (Krakau) bis in die polnische Provinz (Woiwodschaft) Karpatenvorland an die Grenze. Dann gibt es ein Frühstück und anschließend muss jedes Spendengut wieder in die Hand genommen werden. In einen 30 Tonner-LKW aus der Ukraine, von den dortigen Hilfsorganisationspartnern der Hönninger Ukrainehilfe geschickt, müssen die Spenden umgeladen werden, von Hand, vom Team. Denn nicht unbedingt, wie in Gunther Gabriels Fernfahrer-Song von 1974, ein „ganzer Kerl“ fährt den 30 Tonner Diesel: Letztes Mal kamen zwei Frauen. Die Männer verteidigen ihr Land. Und während der ukrainische LKW die sehnlichst erwartete Hilfsfracht an die Empfangspunkte in der Ukraine verteilt, fahren die erschöpften Ukraine-Helfer um Franz Breitenbach nach einer Übernachtung in Korczowa am Mittwoch, 19. Juli, wieder leer in Richtung Westen.

Nach der Tour ist vor der Tour

Viele von ihnen werden die Strecke wieder fahren. Denn schon während der Rückfahrt wird Franz Breitenbach den 10. Hilfstransport planen. Und er wird wieder Spender und Spenden brauchen – für die von Putins Angriffskrieg gebeutelten Menschen in der Ukraine.

Ladungssicherungskontrolle vor der Bad Hönninger Stadtkulisse bei den Fahrzeugen des Hilfskonvois.

Ladungssicherungskontrolle vor der Bad Hönninger Stadtkulisse bei den Fahrzeugen des Hilfskonvois.

Franz Breitenbach (1. Reihe, 5. v.l.) neben seiner Frau Tine und inmitten seines Fahrerteams kurz vor dem Start an die Polnisch-Ukrainische Grenze. Fotos: AWi

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