Allgemeine Berichte | 07.01.2024

Heimbacher Prinzen- und Kostümball zu Ehren der Tollitäten

„3F“ Prinz Marco I. und Prinzessin Tanja inthronisiert

Der rasante Ehrentanz des Prinzenpaares mit Gefolge riss die Fastnachtsgecken von den Stühlen. Foto: FF

Heimbach-Weis. Alljährlich wechselt in der Fastnachtshochburg die Prinzenkette zwischen Blau-Weiß und Rot-Weiß. Der ruute Prinz Michael II. (Scholl) überreichte die Insignien der närrischen Macht an Prinz Marco I. (Kappelmaier). „Da gibt es nichts zu nörgeln. Es war uns eine Ehre und ein Vergnügen“, bedankten sich Scholli und Elli aus der Linnegass zu Tränen gerührt. Bei allen Fastnachtsgecken und insbesondere bei den KG`s, die sich in Zeiten zunehmender Auflagen um alles gekümmert hätten. KG Heimbach Präsident Phillip Ley gab den Dank zurück. Das Prinzenpaar zu machen und das Brauchtum fortzusetzen, sei keine Selbstverständlichkeit. Neben Heimbach-Weis gebe es in dieser Session nur ein weiteres Prinzenpaar in Neuwied. Zu Ehren von Prinz Marco I. und ihrer Lieblichkeit Tanja (Baier) hatte die KG Heimbach ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. Mit annähernd 700 Besuchern war die Festhalle schon seit Wochen ausverkauft. So ist es immer im Dörfje, wenn der proklamierte Prinz ein wertvolles Mitglied der Gemeinschaft ist und einen so bekannten Rufnamen „Kappel“ trägt, der im Ort keines Vor- und Nachnamens bedarf. Marco Kappelmaier ist bekennender Vereinsmeier. Am Kieselborn ließ er im Stile eines Gerd Müllers die SSV-Fans jubeln. Als Solist „Der Prediger“ und im Duo mit „Kutter“ (Bissige Clowns) amüsierte er die Fastnachtsgecken auf der Bühne. Er war Wagenbauer und verstärkte die KG 12 Jahre als Komiteeter, Kassierer und Vize-Präsident. Um politische Belange kümmert er sich als Ratsherr im Stadtrat. Und in der Stunde größter Not löscht Kappel bei der Freiwilligen Feuerwehr sogar Brände. Klar, dass er auch im Ahrtal half und sogar einen Spendenlauf organisierte.

Amt als Energiequelle

Die Frage, woher man nur die Energie für so viele Ehrenämter nimmt, verriet Protokollarius Dominik Brink mit den 3F = Fußball, Fastnacht und Finanzamt. Im Amt sei sogar das Aquarium abgeschafft worden, weil die Fische zu viel Hektik verbreitet hätten. „Vorsicht bei Gesprächen mit fremden Tischnachbarn über Geschäfte“, warnte Prinz Marco I. das Publikum flunkernd. Etliche seiner Kollegen feierten im Saal mit. Zum Amüsement aller tischte der Protokollarius so manchen Fauxpas im Lebenslauf auf, dessen Wahrheitsgehalt das Wegducken des Prinzen bestätigte. In seiner Rede sprach seine Tollität von einem unbeschreiblichen Gefühl, von einem Lebenstraum der in Erfüllung geht und bedankte sich dafür bei seiner Ehefrau und der älteren Schwester Tanja, die eine genauso große Schnüss habe wie er. „38 Jahre zusammen, das können nicht viele Prinzenpaare von sich behaupten“, meinte Prinzessin Tanja. Vor sechs Jahren war sie Obermöhn und versprach ihrem Bruder sich für dessen Unterstützung zu revanchieren. „Das hatte ich seinerzeit aber nicht gedacht“, schmunzelte die Prinzessin. Aber immerhin: Nur die Frauen hätten als Obermöhn und Prinzessin die Gelegenheit, zwei hohe Ämter auszuführen. Eine Welle der Emotion ging durch den Saal, als sich die Geschwister überzeugt zeigten, dass ihre viel zu früh verstorbenen Eltern dem Abend beiwohnen. Und alle in der Halle waren sich einig, die Eltern wären auf diese Kinder sehr stolz gewesen. Das Prinzenpaar wird von einem hoch dekorierten Hofstaat, gleichfalls Kinder- und Jugendfreunde des Prinzen, unterstützt. Neben Protokollarius Dominik Brink mit Hofdame Ina sind das Schatzmeister Rico Nink mit Hofdame Jenny, Mundschenk Stefan Noss mit Hofdame Angela und Hofnarr Sebastian Hahn.

Gratulanten und schmissige Tänze 

Daran, dass sich Marco Kappelmaier der Tradition schon in jungen Jahren verpflichtet fühlte, bewies der Kirmesjahrgang 1986/87. Ihren Kirmespräsidenten von 2006 gratulierte der Jahrgang und das Komitee mit einem Ständchen. Die Familie überraschte mit Sangeskünsten ebenso wie die Kameraden des Löschzugs Heimbach-Weis und die Kawänzmänner. Die Überraschungen für das Prinzenpaar hatte die KG in Tanz und Musik verpackt. Die Freunde des traditionellen und unverzichtbaren Gardetanzes, kamen bei der Heimbacher Jugendgarde und der Tanzgarde Weis auf ihre Kosten. Als Institution schlechthin begeisterten die Heimbach-Weiser Funkenmariechen mit zackigen Schrittfolgen und treibender Choreografie. Eine Augenweide und zugleich mitreißende Shows waren die Auftritte des Heimbacher Möhenballettes und der Dancing Queens. Zum Prinzen- und Kostümball stehen die Türen der Karnevalshochburg stets auswärtigen Bühnenassen offen. Am Samstag waren das die Moonlight Dancer, eine der showtänzerischen Aushängeschilder der Deichstadt. Aus dem Westerwald bzw. dem Wiedtal hinterließen die Stadtsoldaten Eitorf und die Niederbreitbacher einen bleibenden Eindruck. Zu den absoluten Höhepunkten des Abends zählte der Auftritt der Prinzengarde Heimbach. Allein der nicht enden wollende Einmarsch der Truppe mit dem Motto „Ömmer zack-zack“ ist eine Augenweide und Emotion pur. Seit Jahren weiß die seit letzten Jahr von Dominik Brink kommandierte Leibgarde des Prinzen nicht nur mit Tanz, sondern, Dank Stefan Noss, auch musikalisch zu begeistern. Erst weit nach Mitternacht endete das Programm mit der traditionellen Hymne für das Prinzenpaar mit Gefolge. Schluss war damit in der Festhalle noch lange nicht. Die Live Band Vinni Cooper heizte den Fastnachtsgecken noch ordentlich ein. FF

Der rasante Ehrentanz des Prinzenpaares mit Gefolge riss die Fastnachtsgecken von den Stühlen. Foto: FF

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  • Betroffener: Wiedermal ein Totalversagen der Justiz und es werden Täter geschützt ! Inzwischen darf man sich wirklich fragen ob diese Justiz überhaupt noch der Gerechtigkeit und dem Volk dient oder einfach nur noch die Politiker zu schützen versucht !
  • Ingo Materne: Der Artikel überzieht aus meiner Sicht deutlich. Ja: Lärm, Schattenwurf und konkrete Abstände müssen im Genehmigungsverfahren sauber geprüft werden. Aber aus der aktuellen Studienlage lässt sich keine...
  • Michael Krah: Also stehen demnächst außer E Scooter auch Stühle in der Gegend rum. Man hätte auch einfach ein paar Bänke aufstellen können.
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