Allgemeine Berichte | 29.10.2021

Möhnen-Club Mülheim 1950 e.V.: Ein Verein mit zwei Kreiswackes-Trägerinnen

Als Rudi Carell die Präsidentin überraschte

Den 5. Februar 2020 wird Inge Moskopp sicherlich nie vergessen: Damals erhielt sie den Kreiswackes des Landkreises Mayen-Koblenz.Foto: Archiv KH

Mülheim. Der Möhnen-Club Mülheim besitzt nicht nur mit dem bunten Umzug am „Schwerdonnerstag“ eine Besonderheit, auf die er stolz sein kann: Der Verein hat gleich zwei Damen in seinen Reihen, die mit der höchsten karnevalistischen Auszeichnung des Landkreises Mayen-Koblenz ausgezeichnet wurden: Dem Kreiswackes.

Es war kurz vor dem Beginn der Corona-Pandemie: Im Rahmen des Kreisnarrentreffens in Koblenz-Gondorf erhielt die Mülheim-Kärlicherin Inge Moskopp am 5. Februar 2020 die begehrte Auszeichnung. Hiermit wurde ihr jahrzehntelanges und vielfältiges Engagement gekrönt. Natürlich erhielt Inge Moskopp, die vor wenigen Wochen ihren 70. Geburtstag feiern konnte, damals viele Gratulationen. Ein besonderer Festakt in ihrer Heimatstadt, wie er in der Vergangenheit zu Ehren anderer Kreiswackesträger durchgeführt wurde, konnte jedoch nicht durchgeführt werden: Die Corona-Pandemie verhinderte sämtliche größeren Zusammenkünfte.

Etwas anders sah dies noch im Jahre 2001 aus: Damals wurde Liesel Krings mit dem Kreiswackes ausgezeichnet. Eine Zeit, an die sie gerne zurückdenkt, wie sie beim Besuch unserer Reporterin von „Blick aktuell“ betont. Liesel Krings ist eine echte Vorzeige-Möhne: Gesellig, humorvoll und voller Lebensfreude. Bereits vor ihrer Auszeichnung war sie in Mülheim-Kärlich eine regelrechte Institution. Viele Jahre lang stand sie in unterschiedlichen Funktionen auf der Bühne: Sie sang Lieder, trug Reden vor und moderierte. Gemeinsam mit Lotte Klöckner bildete sie in der Session 1980/1981 als „Liesel I. von Kringshausen zur Atzeburg auf dem Kasterhoff“ das Möhnenpaar. Unvergessen ist auch ein Ereignis aus dem Jahr 1994: Damals schickte sie einen Brief an Rudi Carell, der Kandidaten für seine Sendung „Rudis Urlaubsshow“ suchte. Die dreifache Mutter erwartete keine Antwort, denn der Showmaster war damals die herausragende Größe des Deutschen Fernsehens. Am Karnevalssamstag stand Liesel Krings als Präsidentin des Möhnen-Clubs auf der Bühne und wollte ihren Vortrag beginnen. Neben ihr stand plötzlich eine ihr unbekannte Person mit Maske. Ahnungslos, was es damit auf sich hatte, meinte sie nur schlagfertig: „Du bist schön still, ich rede jetzt!“ Als die Person ihre Maske abnahm, war die Sensation perfekt: Es war niemand geringes als Rudi Carell persönlich, der nach Mülheim-Kärlich gekommen war. Er überraschte Liesel Krings mit einer 14tägigen Reise nach Grenada in der Karibik. Eine Woche lang wurde sie mit ihrem Mann von einem Filmteam von RTL begleitet. Noch heute schwärmt sie von der Zeit „So etwas Schönes habe ich noch nie erlebt. Wir haben jeden einzelnen Tag genossen - es war ein Traum“, so Liesel Krings. Ihre Erlebnisse wurden mit zahlreichen Fotos dokumentiert. Akribisch genau hat sie diese in einige Fotoalben geklebt. Prospekte und Zeitungsausschnitte von damals sind ebenfalls Erinnerungen, die sie sich heute immer noch gerne anschaut.

Auch wenn sie beim Möhnen-Club nicht mehr in verantwortungsvoller Position im Vorstand tätig ist, so ist sie nach wie vor eine wichtige Unterstützerin und Ratgeberin für ihren Verein. Das Möhnen-Original kann man ohne Übertreibung als „Grand-Dame“ des Vereins bezeichnen. Mit Inge Moskopp verbindet Liesel Krings nicht nur die Gemeinsamkeit, dass beide mit den Kreiswackes ausgezeichnet wurden: Die beiden Damen lieben und leben auch im fortgeschrittenen Alter den Karneval und beweisen so, dass dieser offenbar sichtbar jung und fit hält.

Den 5. Februar 2020 wird Inge Moskopp sicherlich nie vergessen: Damals erhielt sie den Kreiswackes des Landkreises Mayen-Koblenz.Foto: Archiv KH

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