Allgemeine Berichte | 16.10.2018

Im Brustkrebsmonat Oktober männliche Betroffene informieren

Auch Männer können an Brustkrebs erkranken

Bonn. Mit rund 72.600 Neuerkrankungen pro Jahr ist Brustkrebs in Deutschland die mit Abstand häufigste Krebserkrankung. Aber: Fast niemand denkt bei diesem Thema an Männer. Dabei erkranken jährlich rund 700 von ihnen an dieser Tumorart. Neben den Sorgen und Ängsten, die eine solche Diagnose generell auslöst, stellt es für Männer meist eine zusätzliche psychische Belastung dar, von einer typischen „Frauenkrankheit“ betroffen zu sein. Die Deutsche Krebshilfe und die Frauenselbsthilfe nach Krebs nutzen den Brustkrebsmonat Oktober, um diese Betroffenengruppe in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, Defizite in der Versorgung zu benennen und über die Bedeutung von Selbsthilfe zu informieren.

Das öffentliche Bewusstsein dafür, dass auch Männer an Brustkrebs erkranken können, ist gering. Dies gilt auch für die Wissenschaft - auf diesem Gebiet wird noch wenig geforscht. Außerdem gibt es für Männer noch kein passendes Früherkennungsprogramm. Symptome wie Verhärtungen der Brust oder Flüssigkeitsaustritt aus der Brustdrüse können auf Brustkrebs hinweisen, werden aber meist nicht richtig gedeutet. Daher diagnostizieren Ärzte Mammakarzinome bei Männern häufig erst in fortgeschrittenen Stadien. Mit Folgen: Frauen haben im Vergleich immer noch bessere Heilungschancen. „Um die optimale Versorgung Betroffener besteht derzeit eine große Wissenslücke,“ erläutert Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Diese gilt es möglichst rasch zu schließen.“

Dr. phil. Sylvia Brathuhn, Bundesvorsitzende der Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH), weist auf ein weiteres Problem hin: „Aus Scham und Unsicherheit fällt es Männern meist schwer, mit Verwandten und Freunden über diese Diagnose zu sprechen und sich so seelische Unterstützung zu holen“, erläutert sie. „Da die Erkrankung beim Mann sehr selten ist, gab es bislang auch kaum entsprechende Selbsthilfegruppen vor Ort.“ 2010 hat die FSH, eine der ältesten und größten Krebs-Selbsthilfeorganisationen in Deutschland, Betroffenen dabei geholfen, ein solches Netzwerk aufzubauen.

Als eigener Verein unter dem Dach der FSH unterstützt das Netzwerk „Männer mit Brustkrebs e.V.“ seitdem Betroffene - fängt sie auf, informiert und begleitet sie. Ein wichtiges Ziel von FSH und Netzwerk ist es außerdem, die Interessen der Patienten nach außen zu vertreten. „Wir werden aktuell genauso behandelt wie erkrankte Frauen. Dabei ist noch gar nicht bekannt, ob Männer im gleichen Maße von der Therapie profitieren und wie die optimale Behandlungsdauer ist“, erläutert der Vorsitzende des Netzwerks, Peter Jurmeister. „Viele Ärzte wissen nicht einmal, dass auch Männer sinnvollerweise in zertifizierten Brustzentren behandelt werden sollten, weil sie nur dort optimal versorgt werden können.“

Die Deutsche Krebshilfe, die FSH und das Netzwerk „Männer mit Brustkrebs e.V.“ setzen sich gemeinsam dafür ein, dass künftig auch männliche Brustkrebspatienten in ganz Deutschland nach dem aktuellen Stand medizinischen Wissens behandelt und neue Erkenntnisse für die Versorgung erarbeitet werden. „Mit der FSH und ihrem Netzwerk haben wir wichtige Kooperationspartner, die uns dabei unterstützen, Männer mit Brustkrebs aufzuklären. Gemeinsam setzen wir uns auch auf wissenschaftlicher Ebene für die Betroffenen ein - zum Beispiel mit dem Projekt ‚N-MALE‘“, so Nettekoven. In diesem Projekt werden die speziellen medizinischen und psychosozialen Bedürfnisse männlicher Brustkrebspatienten untersucht. Dabei befragen die Wissenschaftler nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch Ärzte und Pflegekräfte nach ihren Erfahrungen. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt das Projekt mit rund 155.000 Euro.

Brustkrebs bei Männern

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 700 Männer neu an Brustkrebs (Robert Koch-Institut, Berlin 2017, Prognose für 2018). Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 71 Jahren. Zu den Risikofaktoren gehören ein höheres Lebensalter, das Vorkommen von Brustkrebserkrankungen in der Familie, Hoden- und Nebenhodenentzündungen, hormonelle Veränderungen durch Lebererkrankungen und andere hormonelle Einflüsse sowie Strahlenbelastungen des Brustgewebes. Auch die Lebensweise spielt eine Rolle: Übergewicht und Bewegungsmangel erhöhen das Risiko für Männer, an Brustkrebs zu erkranken.

Pressemitteilung Deutsche Krebshilfe

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Monatliche Anzeige
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Schulze Klima -Image
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Ostergruß
Angebotsanzeige (April)
Titelanzeige
Osteraktion
Empfohlene Artikel
Schülerinnen und Schüler der Bienenklasse 3c der KGS Meckenheim sind am Standort Meckenheim der Bücherbrücke in die Bücher vertieft. Foto: Stadt Meckenheim
31

Meckenheim. Die Bücherbrücke Meckenheim/Alfter verzeichnet eine rege Nutzung durch Kindertagesstätten und Schulen im Rahmen der Leseförderung. Unter den teilnehmenden Einrichtungen befinden sich unter anderem Blütentraum, Hüppekästchen, Rasselbande und zahlreiche weitere Kindertagesstätten. An beiden Standorten der Bücherei steht der Mittwochvormittag im Zeichen der Vorschulprogramme, bei denen die Kinder bib(liotheks)fit gemacht werden.

Weiterlesen

Mit 17 Anträgen zur Neuaufnahme in diesem Jahr wurde fast der Spitzenrekord von 2020 geknackt.
50

Leutesdorf. Pascal Berger, Vereinsvorsitzender begrüßte alle Anwesenden zur Jahreshauptversammlung am 28. März und es wurde nach Feststellung einer ordnungsgemäßen Einladung und Bekanntgabe der Tagesordnungspunkte eine Gedenkminute den Verstorbenen gewidmet.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2291

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
134

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Rund um´s Haus
Dauerauftrag
Rund ums Haus
Fahrer gesucht (m/w/d)
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Titel
Koblenz blüht
Rund ums Haus
Stellenanzeige mehrere Stellen
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
Anzeige KW 14
Ostergrußanzeige
Unterstützeranzeige
Unterstützeranzeige
Mitarbeiter IT-Administrator
Stellenanzeige Personalreferent/in
Stellenanzeige Kita