Wandern mit „Profirouten“ durch die Sagenhafte Vulkanregion Laacher See

Auf den Spuren des Tuffsteins durch das Obere Brohltal rund um Weibern

23.06.2020 - 09:13

Mit dem Vulkanismus der Region, den daraus entstandenen Gesteinsformationen und ihrer industriellen Verwertung befasst sich die Themenrundwanderung Geopfad-Route-O - Tuffsteinweg im oberen Brohltal bei Weibern. Eine Reihe von Schautafeln entlang der Wegstrecke informieren den Wanderer über die Lagerstätten, die Gewinnung und die Verarbeitung der feinkörnigen Weiberner Phonolittuffe, die noch heute bei der Restaurierung des Kölner Doms Verwendung finden. Die 20 Kilometer lange Runde führt auf breiten Wald- und Wiesenwegen in die aufgegebenen Steinbrüche hinein, zeigt geologische Aufschlüsse, die beim Brechen des Tuffs zutage getreten sind und präsentiert im „Weiberner Tuffsteinfenster“ die unzähligen Verwendungsmöglichkeiten dieses vulkanischen Gesteins.


Der Tuffsteinweg beginnt am Engelner Bahnhof der Brohltal-Schmalspureisenbahn. Der stilisierte Nachbau eines Vulkans kann hier im Geo-Spielgarten „bestiegen“ werden und eine erste Schautafel informiert über die Erdzeitalter und den Vulkanismus in der Region. Auf einem asphaltierten Wirtschaftsweg führt die Geopfad-Route sodann in Richtung Weibern. Am Ortseingang steigen die Wanderer, jenseits der Landstraße, in den bewaldeten Hang hinein. Kurz darauf wird der aufgelassene Tuffsteinbruch am Alten Berg erreicht. Die lotrecht aufragenden, nächtens angestrahlten Bruchwände beeindrucken jeden Betrachter. Durch Niederwald geht es dann hinüber zur Lärchenley. Auch hier kann man die gewaltigen Tuffwände in Augenschein nehmen.

Hinter der Lärchenley verjüngt sich der Tuffsteinweg zu einem schmalen Pfad, der geländerbewehrt in eine Senke hinab fällt und dann wieder auf breiten Wald- und Wiesenwegen in die Flanke des Riedener Berges hinein steigt. Auf der Höhe geht es an der Grube Hatzenfeld vorbei. Überaus bemerkenswert sind hier die schönen Aussichten in die vulkanische Osteifel. Über die Ortschaft Morswiesen hinweg fällt der Blick am Horizont auf Langenfeld mit seinem Ortsbild prägenden „Eifeldom“. Auf asphaltiertem Grund läuft der Tuffsteinweg dann in die Ortsmitte von Weibern hinein. Hier fällt auf, dass fast alle Häuser aus Tuffstein errichtet wurden. Kleine Erker, schön behauene Fensternischen und Balkongeländer aus Vulkangesteinen zeugen von den fantastischen Fähigkeiten der Weiberner Steinmetze. Um das alles zu dokumentieren und für die Nachwelt festzuhalten, hat man im Steinmetzbahnhof ein kleines Museum eingerichtet.

Von dort folgt der Geopfad der ehemaligen Trasse der Brohltal-Schmalspureisenbahn, um dann scharf rechts schwenkend in den Humersberg hinein zu steigen. In mehreren Windungen geht es bis zum ehemaligen Schlot des basaltischen Schlackenkegelvulkans hinauf. Über Weideland und durch Waldparzellen wandern wir sodann in Richtung Kempenich. Auf dem Kempenicher Burgberg treffen die Wanderer auf die Bernharduskapelle. Sie soll daran erinnern, dass Bernhard von Clerveaux im Jahre 1147 die Bürger des Kempenicher Ländchens an dieser Stelle zur Teilnahme am 2. Kreuzzug aufforderte. Heute eignet sich der Platz neben dem schmucken Kirchlein hervorragend für eine Wanderrast.

Vom Burgberg führt der Geopfad nach Kempenich hinab. Gleich zu Beginn der Bebauung steigt der Tuffsteinweg mit einem scharfen Rechtsschwenk über Wiesengelände recht steil in den Hang hinein. Nach Querung der B 412 führt die Route zur Löchs Nück hinüber. Hierbei handelt es sich um Erosionsreste eines basaltischen Tuffrings. Auch der aufgegebene Bruch der Spessarter Ley wird angelaufen, bevor man im Bereich der Buchhöfe wieder in die Gemarkung Engeln zurückkehrt. Der freistehende Schlackenkegel des Engelner Kopfes ist zum Schluss noch zu umrunden. Dann erreichen die Wanderer wieder den Start- und Zielpunkt dieser erlebnisreichen Tour, den Geo-Spiel-Garten am Engelner Bahnhof.

Ein ausführlicher bebilderter Wanderbericht kann auf dem Wanderportal www.profirouten.de eingesehen werden. Hier der entsprechende Link: https://profirouten.de/eifel/geopfad-route-o-tuffsteinweg

Fazit: Diese schöne Themenrunde im Oberen Brohltal erklärt dem Geopfad-Wanderer die Entstehung, die Gewinnung und Verwertung des Weiberner Tuffs. Nicht nur passionierte Geologen werden daher vom Tuffsteinweg neue Erkenntnisse über die vulkanischen Tätigkeiten in der Osteifel mit nach Hause nehmen. Der Tuffsteinweg läuft in der großen Mehrzahl über breite Wald- und Wiesenwege und ist durchgängig mit Wegezeichen versehen. Erst kürzlich wurde die Route in Teilbereichen neu konzipiert und die Beschilderung ergänzt. Für diesen schönen Themenrundwanderweg vergibt das Wanderportal ProfiRouten.de in den Kategorien Landschaft und Erlebnis je vier von fünf möglichen Bewertungssternen.

Wanderkilometer: 20

Höhenmeter im Auf- und Abstieg: 446

Wanderzeit: 5 - 6 Std. (es gibt eine ausgeschilderte Abkürzung)

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Weitere Berichte

Sprechstunde mit Jan Einig

Auf ein Wort

Neuwied. „Auf ein Wort mit Jan Einig“ heißt die Reihe, in der Neuwieds Oberbürgermeister die Stadtteile aufsucht, um mit den Bürgerinnen und Bürgern in persönlichem Kontakt zu bleiben. Dieser Austausch ist Jan Einig ein Herzensanliegen, insbesondere, da die für den engen Draht wichtigen zufälligen Treffen angesichts die Pandemie weniger geworden waren. Nachdem bereits einige Stadtteile dieses Jahr... mehr...

Experte schulte Neuwieds Seniorenbeirat im Kommunalrecht

Neuwied. Der Seniorenbeirat vertritt die Interessen der älteren Einwohnerinnen und Einwohner in der Stadt Neuwied. Er berät die Organe der Stadt Neuwied, gibt Anregungen und Empfehlungen an Behörden, Verbände und Organisationen und fördert den Erfahrungsaustausch, die Meinungsbildung und Koordination von Maßnahmen. Damit er diese Aufgabe gut erfüllen kann, bot die Stadtverwaltung zusammen mit der... mehr...

Stolpersteine in der Goldgrube verlegt

Erinnerung an Koblenzer Opfer des Nationalsozialismus

Goldgrube. Jüngst wurden sechs neue Stolpersteine im Koblenzer Stadtteil Goldgrube verlegt. Die in die Bürgersteige eingelassenen Messingsteine erinnern an Opfer des Nationalsozialismus, die in Koblenz gewohnt haben. mehr...

 
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
LESETIPPS
GelesenNeueste
aktuelle Beilagen
Inhalt kann nicht geladen werden

 

Firma eintragen und Reichweite erhöhen!
Kommentare

Zu Besuch in der Frankensiedlung

Mathias Heeb:
Ja, es waren schöne Stunden mit den Kindern der Klasse, manche haben gefragt, ob sie nicht 3 Tage hier bleiben könnten. Was hätte man alles für Möglichkeiten mit diesem Projekt, immer noch und wird auch so bleiben absolutes Unverständnis über die Entscheidung des Gemeinderates der Grafschaft aufgrund...
Mathias Heeb, Grüner Fraktionsvorsitzender:
Von meiner Seite konnte ich mit Johannes Jung aus dem „rebellischen Dorf Eckendorf“ immer gut auskommen. Hoffe für ihn, dass er etwas andere Wege findet für die CDU Grafschaft, ihm alles Gute für die Zukunft, so fair sollte man sein....
K. Schmidt:
"So sei eine Seilbahn vom Tal aus zur Saffenburg, zur Burg Are oder zum Krausbergkopf bei Dernau zur touristischen Erschließung durchaus vorstellbar,..." - Bis vor 10 oder 11 Jahren gab es in Altenahr noch eine Seilbahn, die wurde dann aufgegeben weil mangels Fahrgästen kein wirtschaftlicher Betrieb...
Service