Allgemeine Berichte | 12.04.2021, 15:58 Uhr

Eltern des dreieinhalbjährigen Autisten haben Spendenkonto eingerichtet und bitten um Hilfe:

Ben braucht einen Assistenzhund

Ben spielt gern mit seinen Seifen. Fotos: privat
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Hillscheid. Ben ist ein besonderes Kind, ein Kind, das besondere Unterstützung braucht. Lange dauerte es, bis die Eltern wussten, worunter ihr heute dreieibhalbjähriger Junge leidet. Autismus auf dem höchsten Level lautet die Diagnose, sagt seine Mutter Anna Bamberger. Ein Assistenzhund könnte Ben nun helfen. Doch dafür fehlt den Eltern das Geld. Darum starten sie einen Spendenaufruf und hoffen, dass viele Menschen mit einer Spende dazu beitragen, Ben ein besseres Leben und eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

„Schon ab Geburt war Ben etwas anders“, erinnert die Mutter. Er brüllte bis zur Erschöpfung, wenn sich nicht an seine Zeiten gehalten wurde. „Da half kein Stillen, kein Tragen“. Schließlich begann der Kleine, sich die Stirn aufzukratzen. Das selbstverletzende Verhalten, von Haus- und Hautarzt lange als Neurodemitis gedeutet, ist ein Ausdruck von Stress. Und Stress bekommt Ben sehr schnell. Menschen oder Geräusche, alles kann zuviel für ihn werden. Mit dem Kratzen versucht er, sich selbst zu spüren, meint die Mutter.

Der blonde Lockenkopf mag keine Berühung, keine sozialen Kontakte. Krabbelgruppe und Kita schieden schon bald aus, denn Ben hat panische Angst vor anderen Kindern. „Mit einer entsprechenden Therapie könnten wir möglicherweise erreichen, dass man später schulisch etwas machen kann“, meint die Mutter.

Ben, der bis dahin keine Anstalten zum Laufen gemacht hatte, stand mit 15 Monaten plötzlich auf und lief. Einzelne Worte hat er erst mit 2 ½ Jahren gesprochen. Im dritten Lebensjahr folgten 2-Wort-Sätze. Jetzt wäre er grundsätzlich in der Lage, in Sätzen sprechen zu können. In anderen Dingen erlebt die vierköpfige Familie aus Hillscheid jedoch auch Rückschritte. Inzwischen muss Ben wieder gefüttert werden und auch die Sprache verstummt, wenn die Außenreize für ihn zu groß werden.

Erst mit dem zweiten Sohn Louis, der jetzt 1 ½ Jahre alt ist, hat Anna Bamberger gespürt, wie es ist, ein Kind in den Arm nehmen zu dürfen, es zu streicheln oder zu küssen, ohne damit Schmerzen auzulösen. Ben krabbelt wenigstens mal auf den Schoß oder lässt sich von Papa René tragen, wenn er zu erschöpft ist. Draußen ist er gerne, er ist froh im Wasser und sein großes Hobby sind Seifen. Mit ihnen kann er sich entspannen. Er sortiert sie, riecht sie und mag es wenn sie ausgepackt werden.

Die Bambergers berichten von einer wahren Ärzte-Odysee bis die Diagnose endlich feststand. Kämpfen musste die Familie dann für die Anerkennung der Diagonse Autismus durch das Jugendamt, sagt die Mutter. Dadurch eröffnet sich ein Weg zur Frühförderung und zur Autismus-Therapie mit dem sozialpädiadrischen, heilpädagogischen Therapiezentrum (HTZ) in Neuwied. Besonders große Hoffnungen macht die Aussicht auf einen inzwischen ärztlich verordneten Assistenzhund für Ben. Wie gut er auf einen solchen tierischen Begleiter und Beschützer reagiert, zeigte sich kürzlich, als die Familie Besuch von einer Bekannten mit ihrem Assistenzhund Yuki hatte: Ben und der Hund hatten sofort eine Verbindung miteinander und keine Berührungsängste. Später hielt Yuki Ben sogar vom Weglaufen ab.

Solch ein Assistenzhund würde Tag und Nacht über Ben wachen. Er würde zeitig genug wahrnehmen, wann zuviel wird, was von außen auf ihn einstürmt, wie Bens Stimmungslage ist. Er würde ihm und der Familie Sicherheit geben, Entlastung bringen und beim Zulassen von Bindungen helfen. Er würde aufpassen, dass Ben nicht wegläuft und ihn bei weiteren Schritten in eine für ihn schwer zu verstehende Welt helfen.

Diesen Assistenzhund gibt es bereits. Er heißt Frieda und ist eine Sie, die derzeit in Norddeutsschland ausgebildet wird. Ende des Jahres könnte Frieda bei der Familie Bamberger einziehen, mit Unterstützung einer Ausbilderin das zweite Ausbildungsjahr und schließlich die Assistenzhundeprüfung absolvieren. Könnte, wenn da nicht die Kosten wären. Die Assistenzhündin kostet 20.000 Euro. Das ist ein Betrag, den die Familie alleine nicht aufbringen kann. Darum unternimmt sie einen Spendenaufruf. „Auch kleine Spenden bringen Ben auf seinem Weg weiter“, sagt Anna Bamberger. Sie hofft auf Mitgefühl und Hilfe ihrer Mitmenschen.

Wer zu Bens Assistenzhund beitragen möchte, kann dies mit einer Spende auf das Konto „Spendenkonto Assistenzhund Ben“ bei der Sparkasse Westerwald-Sieg, IBAN DE 06 5735 1030 0155 3597 30.

Assistenzhündin Frieda.

Assistenzhündin Frieda.

Ben spielt gern mit seinen Seifen. Fotos: privat

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