Allgemeine Berichte | 27.09.2022

Landesregierung, Wissenschaft und alle Gewerke der Bauwirtschaft

Beratung zum Wiederaufbau im Ahrtal

Zweiter Runder Tisch Bauwirtschaft

Die Ahr in Mayschoß im Juli 2022. Foto: ROB

Kreis Ahrweiler. „Jede instandgesetzte Brücke, jedes wiederaufgebaute Haus, jede wieder in Betrieb genommene Schule machen Mut, auf dem Weg zu einem wiederaufgebauten Ahrtal. Nach der größten Flutkatastrophe, die unser Land je erlebt hat, und der verheerenden Zerstörung unseres wunderschönen Ahrtals ist der sichtbare Fortschritt, den es beim Wiederaufbau bereits gibt, eine große Motivation für alle Anstrengungen, die in den nächsten Jahren noch vor uns liegen“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt, die zum 2. Runden Tisch der Bauwirtschaft eingeladen hatten. Dazu kamen in der Staatskanzlei Fachleute aus Handwerk, Industrie- und Handelskammer, Architektenkammer, Ingenieurkammer, aus Unternehmerverbänden und von der Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz, von der Hochschule Koblenz sowie aus den beteiligten Ressorts der Landesregierung in der Staatskanzlei zusammen, um zu beraten, wie trotz Fachkräftemangel, teilweise gestörte Lieferketten und stark steigenden Preise, der Wiederaufbau vorangetrieben werden kann und, wo Schnittstellen zwischen den Gewerken vielleicht optimiert werden können.

„Der Wiederaufbau ist eine Mammutaufgabe. Dass wir hierzu langen Atem benötigen, war von Anfang an klar. Das Ahrtal soll nicht nur wieder so schön werden, wie es einmal war, sondern eine moderne, nachhaltige und zukunftsfähige Region werden. Baumaßnahmen werden deswegen im Lichte der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse geplant und die besondere geographische Situation des Ahrtals wird berücksichtigt. Dazu wurden die einzelnen Gebiete nach Risikostufen unterteilt, für die sich unterschiedlich hohe Anforderungen mit Blick auf den hochwasserresilienten Wiederaufbau im gesamten Tal ergeben. An vielen Stellen sind die Fortschritte im Wiederaufbau nun über ein Jahr nach der Flutkatastrophe sehr gut sichtbar. Es gibt allen Grund, weiterhin zuversichtlich zu bleiben und den Wiederaufbau mit allen Kräften weiter entschlossen voranzutreiben. Dass alle wichtigen Partner so engagiert und motiviert dabei sind, ist ein starkes Signal für die vor uns liegenden Monate“, so die Ministerpräsidentin weiter.

Wirtschafts- und Verkehrsministerin Daniela Schmitt erklärte: „Vor rund zwei Wochen durfte ich im Ahrtal mit dem Tunnel-Altenahr und der Ahrbrücke bei Sinzig zwei Infrastrukturprojekte von zentraler Bedeutung für den Wiederaufbau im Ahrtal freigeben. Beide Maßnahmen zeigen, wie schnell wir vorankommen können, wenn öffentliche Verwaltung, Ingenieure, Handwerksbetriebe und die Bauwirtschaft eng zusammenarbeiten.“ Schmitt hatte kurz nach der Katastrophe das Vergaberecht deutlich vereinfacht. Entscheidend für das hohe Tempo seien die straffen Planungs- und Genehmigungsverfahren gewesen. Schmitt betonte auch noch einmal die Rolle der Handwerksbetriebe in den ersten Wochen nach der Flut: „Obwohl viele Handwerkerinnen und Handwerker selbst schwer getroffen wurden, haben sie sofort geholfen, wo immer es möglich war. Sie leben den Spirit des Anpackens und Aufbauens. Der intensive und vertrauensvolle Dialog mit den Partnern der Handwerkskammern sei deshalb von großer Bedeutung.“

Innenstaatssekretärin Nicole Steingaß, die auch Beauftragte der Landesregierung für den Wiederaufbau ist, betonte die wichtige Bedeutung der Bauwirtschaft für den Wiederaufbau in den von Zerstörungen durch die Flut betroffenen Regionen, insbesondere im Ahrtal: „Unser Ziel ist, dass der Wiederaufbau im Sinne der betroffenen Menschen und Gemeinden weiterhin zügig vorangeht. Im Bereich der Infrastruktur sehen wir erste Erfolge: Projekte, die normalerweise Jahre dauern würden, wurden innerhalb weniger Wochen und Monate fertiggestellt. Dennoch bleibt der Wiederaufbau nach wie vor über alle beteiligten Ebenen hinweg eine anspruchsvolle Gemeinschaftsaufgabe. Diese kann ohne den engen Schulterschluss mit den Unternehmen und Handwerksbetrieben, Kammern und Verbänden nicht bewältigt werden. Aus diesem Grund freue ich mich sehr, dass der Runde Tisch Bauwirtschaft heute zum zweiten Mal stattfindet und bedanke mich herzlich bei allen, die sich für den Wiederaufbau einsetzen.“

Der Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz, Thomas Weiler, fasste die Situation im Ahrtal aus Sicht der Bauwirtschaft zusammen: „Es wurden schon viele Baumaßnahmen umgesetzt. Aber es liegt auch noch viel Arbeit vor uns. Aber unabhängig davon, ob es sich um Arbeiten im Bereich des privaten Hausbaus oder um die öffentliche Infrastruktur handelt: Die Unternehmen der Bauwirtschaft stehen nach wie vor solidarisch zu den Menschen im Ahrtal und werden trotz den Auswirkungen des Ukraine-Krieges ihren Beitrag leisten. Maßnahmen im Ahrtal genießen bei unseren Mitgliedern schon seit dem ersten Tag hohe Priorität“. Gleichzeitig adressierte er die Bitte der Branche: „Wir müssen schneller werden. Dafür wäre eine Optimierung der Planungs- und Genehmigungsprozesse ein wichtiger Schritt.“

Für das Handwerk ergänzte Kurt Krautscheid, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Handwerkskammern und Dachdeckermeister: „Trotz guter Auftragslage gestaltet sich die Lage in den Bau- und Ausbauhandwerken kompliziert bis schwierig. Materialengpässe und gestörte Lieferketten, rasant steigende Preise beim Einkauf, Fachkräftemangel und Inflation treffen auf steigende Energiekosten. Das ist eine multiple Krise, in der das Handwerk leider auch weitere, neue Schwierigkeiten erwartet. Politik und Wirtschaft müssen gerade jetzt sehr eng zusammenarbeiten und sich in den Maßnahmen abstimmen. In Richtung Landesregierung äußerte er die Erwartung, sich bei der Bundesregierung für Nachbesserungen beim dritten Entlastungspaket einzusetzen.“

Pressemitteilung der

Staatskanzlei Rheinland-Pfalz

Die Ahr in Mayschoß im Juli 2022. Foto: ROB

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Koblenzer Bürger: Die Forderung der FDP, die Baumschutzsatzung abzuschaffen, ist ein längst überfälliger Schritt gegen staatliche Überregulierung. Es ist widersprüchlich, Hauseigentümer auf dem eigenen Grund und Boden...
  • Oliver Spielmann: Was passiert, wenn es keine Baumschutzsatzung gibt, haben wir in aktueller Sache in Neuwied gesehen. Hier wurden an einer Schule im Rahmen einer Umgestaltung 3 einhundert Jahre alte nachweislich gesunde...
  • Boomerang : Seit 2011 eine Frau durch einen herabstürzenden Ast in d Rheinanlagen ums Leben kam will keiner mehr für die Sicherheit verantwortlich sein. Mit alten Bäumen ist es wie mit alten Menschen, die können weg und machen nur Arbeit.
  • Bernd Hilger: Und wann wird sie für den Verkehr freigegeben ?
Dauerauftrag 2026
Imageanzeige
Dauerauftrag 2026
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Bad
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Anzeige HEMS
Mitarbeiter im Verkauf
MAYA 2026
BSW -WK 4
"Zukunft trifft Tradition" KW 10
Empfohlene Artikel

Remagen. Am 27.02.2026 fand der Abschluss der Ada-Lovelace-AG am Campus Remagen der Hochschule Koblenz statt. Das Ada-Lovelace-Projekt fördert Mädchen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und bietet ihnen die Möglichkeit, technisches Wissen praktisch zu erlernen.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Betrugsversuch im Bereich der Polizei Westerburg, der wohl auch überregional so stattfindet

06.03.: Betrugsmasche nach Todesfall: Polizei mahnt Hinterbliebene zur Vorsicht

Westerburg. Die Polizei Westerburg möchte auf eine besondere Form des Betruges hinweisen, der in dieser oder ähnlicher Form vermutlich auch überregional stattfindet: Ein Geschädigter teilte mit, dass er einige Monate nach dem Tod seiner Ehefrau durch eine vermeintliche Firma kontaktiert wurde. Diese gab an, dass seine Ehefrau kurz vor ihrem Tode Verbindlichkeiten eingegangen wäre, welche nun noch offen stünden.

Weiterlesen

Speyer. Am Freitagabend eskalierte ein Streitgespräch zwischen zwei Personen am Postplatz in Speyer. Im Verlauf dieser Auseinandersetzung stach ein 18-Jähriger aus Dudenhofen mit einem Messer in Richtung seines 18-jährigen Kontrahenten aus Waldsee. Dieser wurde dadurch im Bereich des Bauches verletzt.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Monatliche Anzeige
Dauerauftrag 2026
Rund ums Haus
Anzeigenschaltung „zzgl. Onlineausgabe“
Zukunft trifft Tradition KW 10
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0149#
Slimbelly
Image Anzeige für Arno Reif
Angebotsanzeige (März)
Zukunft trifft Tradition KW 10
Stellenazeige Hauswirtschaftliche Hilfskräfte Teilzeit
Stellenazeige ausgebildete Hauswirtschafter
MAYA
Rund ums Haus
Thomas Scharbach