Allgemeine Berichte | 29.01.2021

Netzwerk „Mitten am Rhein“ präsentierte Ergebnisse bei der Abschlussveranstaltung zur „Mobilitätstrategie 2030plus“

Der Rhein als verbindendes Element

In der Neuwieder Stadthalle trafen sich (v.l.n.r.) Karl-Heinz Fischer, Jan Einig, Alessa Strubel, Christoph Gipp und Marcel Caspers. Fotos: ROB

Bad Breisig. Nach einer zweijährigen und intensiven Planungsphase präsentierte das Städtenetzwerk „Mitten am Rhein“ nun erste Ergebnisse. Das Ziel der Initiative: Die elf Kommunen links und rechts des Rheines sollen zwischen den Ballungszentren Bonn und Koblenz nicht wirtschaftlich und touristisch nicht abgehängt werden. Nun konnte bei der Abschlussveranstaltung zur „Mobilitätstrategie 2030plus“ ein Blick in die Zukunft geworfen werden. Die Bürgermeister der drei Städte und acht Verbandsgemeinden riefen das Netzwerk ins Leben, nachdem fest stand, dass die Bundesgartenschau 2029 in nördlicher Richtung nicht über die Stadtgrenzen Koblenz hinaus stattfinden wird.

Hohe Einschaltquote

Per Online-Stream verfolgten etwa 400 interessierte Zuschauer die Veranstaltung, die live am Dienstagabend aus der Neuwieder Stadthalle gesendet wurden. Dort führte die Projektmanagerin Alessa Strubel als Moderatorin durch den Abend und die Präsentation mit Bürgermeister Marcel Caspers (Verbandsgemeinde Bad Breisig), Oberbürgermeister Jan Einig (Neuwied) und Hans-Günter Fischer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Linz am Rhein. Ursprünglich war die Veranstaltung als Präsenzveranstaltung konzipiert und sah einen Austausch mit den Gästen vor. Auch wenn die Präsentation nun online stattfand, konnte Fragen gestellt werden. Dazu war nur eine E-Mail ins Sendestudio notwendig. Der gewünschte, aktive Dialog konnte somit dennoch stattfinden. Dabei war es den Initiatoren wichtig, ein für ein breites Publikum geeignetes und leicht zugängliches digitales Medienformat mit Möglichkeit zur aktiven Zuschauereinbindung zu generieren.

Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch Statements der Bürgermeister. Dabei herrschte einiger Konsens: Um die Region am Mittelrhein zu vitalisieren, bedürfe es vor allem einer enge Kooperation. Die Abschlusspräsentation wurde von Christoph Gipp vom Planungsbüro IGES mit Sitz in Berlin übernommen. In den vergangenen zwei Jahren hat eine konstruktive und gute Zusammenarbeit der elf Partnerkommunen zu einer gemeinsamen Konzepterstellung für die Region geführt. Im Rahmen eines Maßnahmenkataloges wurden 61 Ansätze entwickelt: Digitale Infrastrukturen, Barrierefreiheit und Verkehrssicherheit bildeten dafür die Eckpfeiler.

Kernpunkt der Idee ist das Thema Mobilität: „Wir entwickeln eine neue Mobilität auf, entlang und über den Rhein und das rund um die Uhr“, fasste es Gipp zusammen. Ziel sei eine sinnvolle regionale Vernetzung von Straßen, Gleisen, Rad- und Wasserwegen, die nachhaltig, schnell und kostengünstig benutzbar sind.

Mit dem Wassertaxi zur Arbeit

Bei den ersten Veranstaltungen zur Entwicklung des Konzepts, waren die Vertreter der Kommunen explizit aufgerufen, auch „um die Ecke zu denken“. So standen auch vergleichsweise exotische Mobilitätslösungen im Raum, so zum Beispiel eine rheinquerende Seilbahn oder Wassertaxis. Letztere Idee wurde bereits vor einigen Jahren diskutiert. Generell spräche da laut Gipp nichts dagegen. „Ein Wassertaxi auf dem Rhein könnte eine attraktive Lösung für Pendler sein, die in Bonn arbeiten und sich den täglich Verkehrsstau sparen wollen“. Profiteure dieses Ausbaus sollen neben den Anwohnern natürlich auch Touristen sein. Auch der Fährverkehr soll in der Zukunft eine stärkere Rolle spielen.

Aus den 61 Maßnahmen wurden im Anschluss zehn Maßnahmen priorisiert und als Projekte aufgesetzt; bei fünf Projekten laufen derzeit die ersten konzeptionellen Arbeiten und vorbereitenden Gespräche an. Ermöglichen soll dies ein Netzwerk modernster Mobilitätsstationen.

Für die Bürgermeister der Region ist der eingeschlagene Weg richtig: „Zukünftige Generationen wollen Verkehrsmittel nur temporär nutzen, sie wollen zu einem besseren Lebensgefühl beitragen. Der Rhein ist dabei das verbindende Element, mit ihm im Visier müssten Vision und Strategie für die Region entwickelt werden“, so Hans-Günter Fischer.

„Gemeinsam kann man mehr erreichen, es ist eine glückliche Fügung, dass wir eine solche gemeinsame Plattform gefunden haben. Das Gebiet der elf Kommunen umfasst ein Gebiet von 254000 Einwohnern in drei Landkreisen. Die Entwicklung einer echten Mobilitätsregion würde nach Norden und nach Süden ausstrahlen“, ist sich Marcel Caspers sicher.

„Wir möchten nun die gelungene Arbeit unseres Strategieprozesses nutzen und gemeinsam mit starken und innovativen Partnern Großes für unsere Region schaffen. Die vorliegenden zukunftsorientierten Ergebnisse machen Lust auf mehr. Daher geht unser Dank auch noch einmal an das Ministerium des Innern und für Sport des Landes Rheinland-Pfalz für das kooperative und konstruktive Miteinander, verbunden mit der Hoffnung, diese funktionierende gute interkommunale Zusammenarbeit zur Stärkung der Region weiter fortführen zu können.“, ergänzte Jan Einig.

In der sich an die Ergebnispräsentation anschließenden Podiumsdiskussion konnten die Zuschauer des Livestreams ihre Fragen an die Teilnehmer richten

Aufzeichnung bleibt verfügbar

Für alle Interessierten, die die Abschlussveranstaltung nicht mitverfolgen konnten, besteht unter www.mitten-am-rhein.de auch weiterhin die Möglichkeit, sich die Veranstaltung im Mitschnitt sowie die Ergebnispräsentation anzusehen.

ROB

Hans-Günter Fischer, Bürgermeister der VG Linz.

Hans-Günter Fischer, Bürgermeister der VG Linz.

Christoph Gipp vom Planungsbüro IGES.

Christoph Gipp vom Planungsbüro IGES.

Marcel Caspers, Bürgermeister der VG Bad Breisig.

Marcel Caspers, Bürgermeister der VG Bad Breisig.

Jan Einig, Oberbürgermeister von Neuwied.

Jan Einig, Oberbürgermeister von Neuwied.

In der Neuwieder Stadthalle trafen sich (v.l.n.r.) Karl-Heinz Fischer, Jan Einig, Alessa Strubel, Christoph Gipp und Marcel Caspers. Fotos: ROB

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