Allgemeine Berichte | 03.08.2020, 14:48 Uhr

Kreis Ahrweiler unterstützt Hilfsorganisationen

„Die Belange der Flüchtlinge nicht aus dem Blick verlieren“

Imad Mardo berichtet aus der ÖFH

Heike Schäfer (Jugendamt), Siglinde Hornbach-Beckers (Leiterin Fachbereich Jugend, Soziales und Gesundheit) und Landrat Dr. Jürgen Pföhler sprachen im Kreishaus mit Imad Mardo und Werner Rex (ÖFH, v.l.) über die Situation der Flüchtlinge. Foto: Kreisverwaltung/Lenz
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Kreis Ahrweiler. Er spricht die Sprache der Flüchtlinge, kennt ihre Kultur, kann vermitteln und helfen: Seit etwa einem Jahr ist Imad Mardo (44) als Mitarbeiter der Ökumenischen Flüchtlingshilfe (ÖFH) im Kreis Ahrweiler unterwegs. Finanziert wird seine Stelle von der Kreisverwaltung. Bei einem Treffen im Kreishaus berichtete Imad Mardo jetzt von seiner Tätigkeit und von den Herausforderungen, denen er täglich begegnet.

Imad Mardo unterstützt die Flüchtlinge zum Beispiel bei der Suche nach einem Arbeitsplatz: „Viele haben umfangreiche Erfahrungen in einem Beruf und schon jahrelang gearbeitet. Aber hier haben sie zunächst nur geringe Chancen“, sagt er. Mit der Initiative PFIFFIG (Projekt Flüchtlinge in Firmen als Fachkräfte integrieren) begleitet die ÖFH junge Geflüchtete dabei, eine qualifizierte Ausbildung zu erlangen und ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Die Ausbildungsbetriebe arbeiten dabei eng mit der ÖFH zusammen. „Die Betriebe brauchen dringend Fachkräfte, die jungen Leute eine Perspektive“, erklärt Werner Rex, Vorsitzender der ÖFH. Es gebe im Rahmen des Projekts zahlreiche gute und erfolgreiche Kontakte, etwa mit familiengeführten Handwerksbetrieben im Kreis.

Imad Mardo stammt aus Syrien und war dort als Unternehmer tätig. 2013 flüchtete er mit seiner Familie nach Deutschland. Für die ÖFH arbeitete er zunächst ehrenamtlich als Übersetzer, seit Anfang des Jahres ist er auch Vorsitzender des Beirats für Migration und Integration im Kreis. Bei der ÖFH ist er gemeinsam mit weiteren Mitarbeitern für verschiedene Anliegen und Probleme von Flüchtlingen mit Jugend- und Gesundheitsamt oder Ausländerbehörde zuständig.

Als in einer Flüchtlingsunterkunft im Frühjahr vereinzelt Infektionen mit dem Corona-Virus festgestellt wurden, stand Imad Mardo Bewohnern und Behörden beratend zur Seite. „Die Infektionsketten konnten schnell unterbrochen werden, so dass es zu keinem größeren Krankheitsgeschehen kam“, erklärt Siglinde Hornbach-Beckers, Leiterin des Fachbereichs Jugend, Soziales und Gesundheit beim Kreis.

Von Januar bis 30. Juli dieses Jahres wurden dem Kreis Ahrweiler 80 Flüchtlinge zugewiesen, sie kommen aus Syrien, Afghanistan, Nigeria, dem Iran und der Türkei. Im Vorjahreszeitraum waren es 100 Personen. Seit September 2015 wurden dem Kreis insgesamt rund 2500 Flüchtlinge zugewiesen. „Die zurückgehenden Zuweisungen sollten nicht dazu verleiten, Menschen mit Fluchterfahrung aus dem Blick zu verlieren“, sagt Landrat Dr. Jürgen Pföhler. Er dankte der ÖFH für ihre Arbeit und sicherte auch für die Zukunft finanzielle Unterstützung zu. Seit 2016 erhalten die im Kreis aktiven Flüchtlingsorganisationen - neben der ÖFH handelt es sich um das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Caritas - eine Förderung von jeweils 20.000 Euro jährlich. Die ÖFH erhält weitere 20.000 Euro zur Deckung der Personalkosten.

Pressemitteilung der

Kreisverwaltung Ahrweiler

Heike Schäfer (Jugendamt), Siglinde Hornbach-Beckers (Leiterin Fachbereich Jugend, Soziales und Gesundheit) und Landrat Dr. Jürgen Pföhler sprachen im Kreishaus mit Imad Mardo und Werner Rex (ÖFH, v.l.) über die Situation der Flüchtlinge. Foto: Kreisverwaltung/Lenz

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