Allgemeine Berichte | 07.08.2023

Mit einer Drohne wird der Wildnachwuchs geschützt

Die Rehkitzretter: Gemeinsam gegen den Mähtod

Ein Rehkitz im hohen Gras.  Foto: privat

Ein Rehkitz im hohen Gras. Foto: privat

Linz. Das dunkle Rehkitz ist nur kurz im hohen Gras auszumachen, als es versucht, die Flucht zu ergreifen. Mit einem Hechtsprung nach vorne versucht Alina Plag es zu erwischen und verschwindet dabei ebenfalls im Meer aus Grün. Der Wildnachwuchs gibt empörte Laute von sich, als sie ihn sanft an der Hüfte packt und an den Rand des Feldes trägt. Jan Plag hält bereits eine Kitzbox bereit, die er über das Kitz stülpt. Wichtig ist zu wissen, dass die Wildtiere nur mit geruchsneutralen Handschuhen und mit grasigen Händen angefasst werden dürfen. Es muss unbedingt vermieden werden, dass menschlicher Geruch an den Wildnachwuchs gelangt.

An dem hohen Gras hängt Tau, wodurch die Hose innerhalb weniger Minuten bis über das Knie nass wird. Es ist 7 Uhr morgens – eine Zeit, in der sich die meisten Berufstätigen fertig machen und zur Arbeit fahren. Die Rehkitzretter aus Linz dagegen haben bereits drei Stunden Einsatz hinter sich. Seit etwa 4 Uhr sind sie unterwegs und spüren mithilfe einer Wärmebildkamera an einer Drohne Rehkitze, Hasen und anderes Niederwild in Feldern und Wiesen auf.

Die Rehkitzretter der Jagdgenossenschaft Linz am Rhein sind ehrenamtlich während der Mahd im Einsatz.

Früher Start

Der frühe Start birgt ohne Kaffee seine ganz besondere Herausforderung, hat aber einen guten Grund: Denn die Morgensonne wärmt die Umgebung schnell auf und daher wird es umso schwieriger, die Tiere über die Wärmebildkamera zu entdecken. Und so beginnt der Tag der Rehkitzretter drei Stunden zuvor, fast noch dunkel, als Stefan und Michael Schmidt die Drohne am Rand eines Feldes starten lassen. „Achtung, Drohne startet!“, ruft Stefan Schmidt – und schon hebt das kleine Gerät mit einem Brummen ab. Für ein paar Sekunden ist es noch an den grünen Positionslichtern zu erkennen, dann verschwindet es im Grau des Morgenhimmels. In etwa 70 Metern Höhe überfliegt die Drohne jetzt in sich überlappenden Querbahnen das Feld, deren Kurs Stefan Schmidt schon vorher programmiert hat. „Heute ist für uns Großkampftag“, erklärt er. Zwischen Mitte Mai und Anfang Juli sind die Rehkitzretter viel unterwegs.

Immer mehr Landwirte und Pächter lassen ihre Flächen vor der Mahd kontrollieren. „Zum einen wäre alles Gemähte unbrauchbar, wenn wir ein Kitz erwischt hätten“, erklärt der Landwirt. Er ist heute als Unterstützer dabei, er bewirtschaftet die Flächen, die heute gemäht werden sollen. „Und dann ist da auch das Emotionale, was dabei eine Rolle spielt.“

„Da ist etwas“

Auf dem Display zeigen sich die Wärmequellen als weiße Flecken, die Stefan und Michael Schmidt immer im Blick behalten, während Christoph Schmidt mit einem Klemmbrett danebensteht. Er behält den Zeitplan im Auge und markiert auf einer Karte die Fundorte. „Da ist etwas!“ Auf Stefan Schmidts Signal machen sich Alina und Jan Plag mit drei Wäschekörben und Zeltheringen auf den Weg. Fehlalarm, ein Feldhase macht sich schnell aus dem Staub. Dafür erwartet die ehrenamtlichen Tierschützer auf der nächsten Wiese eine ganze Kinderstube, die direkt nach der Mahd befreit und von ihren Müttern abgeholt werden muss.

Landwirte und Jagdgenossen sind sich einig: Seit dem ersten Start der Drohne steht fest, dass sich diese Investition mehr als gelohnt hat. BA

Ein Rehkitz im hohen Gras.  Foto: privat

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