Allgemeine Berichte | 09.06.2020

Fairtrade-Gruppe Sinzig und Weltladen Remagen-Sinzig

Die bittere Wahrheit über Schokolade

Internationaler Tag gegen ausbeuterische Kinderarbeit

Sinzig. Rund 152 Millionen Kinder im Alter zwischen fünf und 17 Jahren müssen nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) arbeiten. Unter ihnen sind 72 Millionen Mädchen und Jungen, die gefährlicher Arbeit verrichten müssen: Sie schuften an gefährlichen Orten wie Steinbrüchen oder kommerziellen Plantagen, sie leisten Nachtarbeit oder haben sehr lange Arbeitszeiten.

Etwa 10 Millionen Kinder werden wie Sklaven gehalten. Sie leisten Zwangsarbeit, zum Beispiel in Haushalten oder in der Landwirtschaft. Viele Kinder werden sexuell ausgebeutet. Auch kleine Kinder arbeiten: 19 Millionen Kinderarbeiter sind jünger als elf Jahre. Ein Drittel der Kinderarbeiter besucht keine Schule.

Ursachen für Kinderarbeit

Ursache Nummer eins ist Armut! Die Menschen, deren Arbeit in den Produkten steckt, erhalten nur einen Lohn von täglich zwei oder drei Euro, was auch in Indien, Bangladesch oder Mosambik kaum ausreicht, um eine Familie zu ernähren. Die Kinder müssen früh zum Familieneinkommen beitragen. Konflikte und Naturkatastrophen verschärfen die wirtschaftliche Not, weil der Haupternährer tot oder von der Familie getrennt ist, weil Felder nicht bestellt werden können oder andere Einnahmequellen wegfallen. Auch Mädchen und Jungen, die durch HIV/Aids oder Ebola zu Waisen oder Halbwaisen wurden, sind besonders häufig von Kinderarbeit betroffen. Im östlichen und südlichen Afrika haben Wetterextreme wie Dürren im Wechsel mit schweren Regenfällen dazu geführt, dass Kinder die Schule abbrechen, um zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen.

Kaffee, Bananen, Schokolade, Handys oder Blumen – das Angebot an Waren, die in Deutschland in den Supermärkten liegen und ganz oder teilweise aus fernen Ländern kommen, ist riesig. Warum sind die Waren so billig? Weil die Produzenten zu wenig Geld bekommen und oft Kinderarbeit in den Produkten steckt.

Ganz besonders deutlich wird das beim Produkt Schokolade: Die Deutschen essen durchschnittlich neun Kilo Schokolade im Jahr. Das ehemalige Luxusprodukt ist zu einem der beliebtesten Massenkonsumartikel geworden, das oft wenig kostet. Doch der billige Genuss geht auf Kosten anderer Menschen und der Natur. In der Elfenbeinküste und Ghana, den beiden wichtigsten Kakaoanbauländern, arbeiten etwa zwei Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen auf Kakaoplantagen.

Zu den gefährlichen Tätigkeiten, die Kinder im Kakaoanbau ausführen, zählen das Tragen 60-70 kg schwerer Kakaosäcke, die Arbeit mit gefährlichen Werkzeugen wie zum Beispiel Macheten oder das Versprühen von giftigen Pestiziden. Außerdem sind im Kakaoanbau in Westafrika rund 10.000 Kinder von Kinderhandel und -sklaverei betroffen.

Viele der Kinder werden aus den Nachbarländern Mali und Burkina Faso in die Elfenbeinküste verschleppt und dort zur Arbeit auf Kakaoplantagen gezwungen. Zudem werden sie gar nicht oder nur sehr schlecht für ihre Arbeit bezahlt.

Neben den körperlichen Beeinträchtigungen hinterlässt die harte, ausbeuterische Arbeit auch schwere psychische Störungen. Kinder, die auf Kakaoplantagen arbeiten, haben teilweise jahrelang keinen Kontakt zu ihren Familien und werden außerdem oft beschimpft, gedemütigt oder sogar geschlagen. Der Zugang zu Bildung ist häufig schwierig.

Wir können etwas tun

Ob Schokolade, Kaffee, Kosmetik oder Kleidung: In vielen Produkten, die wir kaufen, steckt Kinderarbeit. Benjamin Pütter, der Kinderarbeitsexperte von „Sternsinger“ warnt davor, irgendwelchen obskuren Labels „Frei von Kinderarbeit“ Glauben zu schenken. Auf der Internetseite „label-online.de“ können Verbraucher überprüfen, ob ein Label vertrauenswürdig ist oder nicht.

Man muss bei Kaufentscheidungen genau hinzusehen. Die Initiative Make Chocolate fair empfiehlt Konsumenten, zertifizierte Schokolade zu kaufen. Konsumenten sollten auf Siegel achten wie zum Beispiel das Fairtrade-Siegel, oder die Fair-Siegel von Gepa , Rapunzel, El Puente, Weltpartner oder Naturland fair, die ein Verbot von Kinderarbeit enthalten . Für Schokolade ohne Zertifikat gilt: Der Preis sagt nichts darüber aus, ob beim Kakaoanbau Kinder zur Arbeit herangezogen wurden oder nicht. Wer ganz sicher gehen will, kann sich gerne bei der Fairtrade-Gruppe Sinzig oder dem Weltladen Remagen-Sinzig erkundigen.

Pressemitteilung

Fairtrade-Gruppe Sinzig und

Weltladen Remagen-Sinzig

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Imageanzeige
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Daueranzeige 2026
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Kirmes Arzheim
Premium Titel Seite 2
SSV
neue Heizung? / -
Empfohlene Artikel
Foto: Netto Marken Discount
73

Rheinland-Pfalz. Die Jütro Tiefkühlkost GmbH & Co. KG ruft die TK-Beerenmischung „Bio“ auch aus den rheinland-pfälzischen Aldi-Filialen und die TK-Beerenmischung „BioBio“ aus den rheinland-pfälzischen Netto-Filialen zurück. Grund: Es wurden Noroviren festgestellt. Eine Norovirus-Erkrankung äußert sich meist innerhalb von 10 bis 50 Stunden nach der Infektion mit heftigem Durchfall, schwallartigem Erbrechen und gelegentlich auch mit Fieber.

Weiterlesen

Die Fahrer kommen in Bad Breisig an.  Fotos: AKS
56

Bad Breisig. Im Jahr 1983 wurde die „Tour der Hoffnung“ gegründet, um die pflegerische und psychosoziale Betreuung krebskranker Kinder zu verbessern und um neue Behandlungskonzepte zu entwickeln. Seitdem wurden mehr als 48 Millionen Euro gesammelt, und die Heilungschancen für an Leukämie erkrankte Kinder haben sich von 60% auf rund 86 % verbessert. Dennoch stirbt immer noch jedes sechste der betroffenen...

Weiterlesen

So soll das Flutdenkmal in Bad Neuenahr-Ahrweiler aussehen.  Foto: privat
52

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der DenkAHR e.V. muss die geplante Grundsteinlegung für das Zentrale Denkmal der Opfer der Flutkatastrophe verschieben. Ursprünglich sollte diese noch vor dem fünften Jahrestag der Flut oder am Gedenktag selbst erfolgen. Da vor Baubeginn jedoch noch notwendige behördliche und formale Voraussetzungen erfüllt werden müssen, ist dieser Zeitplan nicht einzuhalten.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: Adobe Stock
1844

Der bislang unbekannte Täter schlug auf den Hinterkopf des Opfers ein

26.07.: Koblenz: Zeugen gesucht: Brutale Attacke nach Musikfestival

Koblenz. Am Sonntag, den 26.07.2026, gegen 22:05 Uhr, wurde eine Passantin von einem noch unbekannten männlichen Täter in der Straße Niederberger Höhe Ecke Johannes-Casel-Straße mit mehreren Faustschlägen gegen den Hinterkopf attackiert.

Weiterlesen