Allgemeine Berichte | 27.01.2020, 09:29 Uhr

Die Non-Profit Organisation Project Wings setzt sich gegen Umweltverschmutzung in Indonesien ein

Ein ganzes Dorf entsteht aus Plastik

Einzigartiges Pfandsystem unterstützt die Einwohner auch finanziell

Die Mitglieder des Project Wings arbeitet aktiv vor Ort mit den Einheimischen. Fotos: Project Wings gGmbh
3877

Koblenz. Co²-Emmissionen, Brandrodung oder Gewässerverschmutzung: Die Umweltzerstörung im 21. Jahrhundert hat viele Gesichter. Ein besonders massives Problem ist der sorglose Umgang mit Plastikmüll. Achtlos in der Natur entsorgt, stellen die Kunststoffe ein immenses Risiko für Land- und wasserbewohnende Tiere dar. Die natürliche Zersetzung des Mülls schreitet nur langsam voran: Eine Plastiktüte zum Beispiel braucht hunderte Jahre für den Zerfall. Wird der Kunststoffabfall nicht ordnungsgemäß recycelt, bleibt nur das Einsammeln per Hand. Diese große Aufgabe wird meist von Freiwilligen gestemmt. Und da kommt das Project Wings aus Koblenz ins Spiel. Die gemeinnützige Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, den eingesammelten Müll nicht nur zu entsorgen, sondern sinnvoll zu nutzen. Aufgepickter Abfall wird in alte Plastikflaschen gestopft, die dann im Häuserbau verwendet werden. So soll dank der Initiative auf der indonesischen Insel Sumatra ein ganzes Dorf auf Basis des Baumaterials Plastik entstehen.

„Ecobricks“ für den Häuserbau

Genannt werden diese gefüllten Flaschen „Ecobricks“, eine Wortschöpfung aus den englischen Wörten für „Ecology“ (dt: Ökologie) und „Bricks“ (dt.: Baustein). Einheimische Helfer können diese gegen Entgelt bei den entsprechenden Stellen des Project Wings abgeben. Im Gegenzug wird jeder abgegeben „Ecobrick“ gegen 5000 Rupiah, der indonesischen Währung, eingetauscht. Obwohl diese Summe einem Gegenwert von nur knapp 30 Cent entspricht, erhalten die Helfer dafür bereits eine warme Mahlzeit. Somit wird gleich an zwei Stellen geholfen.

250 Millionen Tonnen Plastik sollen verschwinden

„Ecobricks“ sind ein universeller Baustein. Nicht nur Hauswände können aus dem günstigen Werkstoff entstehen. Auch Möbel wie Tische können daraus gebaut werden. Die Mitglieder des Project Wings haben ambitionierte Ziele. Insgesamt 250 Millionen Tonnen Plastik sollen so aus den Flüssen und Wälder Indonesiens entfernt und sinnvoll genutzt werden. Auch die Nachhaltigkeit ist wichtig. Im Recyclingsdorf soll nämlich kein neuer Verpackungsmüll anfallen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, soll in dem Dorf auch ein „Unverpackt-Laden“ entstehen. Dies ist gleichzeitig dass erste Haus im Dorf. So lernen die Dorfbewohner - aber auch Touristen - dass es umwelt- und ressourcensparende Alternativen zur Plastikfolie gibt. So gelang neuer Kunststoff erst gar nicht mehr in den Abfallkreislauf. Ansonsten sieht der Plan vor, dass es in dem Dorf eine ganz herkömmliche Infrastruktur geben soll: Einen Marktplatz soll es ebenso geben wie eine Sportanlage und öffentliche Sanitäranlagen. Außerdem werden Unterkünfte für freiwillige Helfer („Volunteers“), die sich beim Project Wings beteiligen möchten, angeboten. Dort werden auch entsprechende Workshops angeboten. Der Weg dazu ist bereits geebnet: Dieses Jahr soll der Bau des Recyclingdorfes starten.

Breite Förderung für eine innovative Idee

Auch die Motivation der Mitglieder des Projektes ist schnell erklärt. „Die Umweltprobleme werden weltweit immer größer und viele der alteingesessenen Organisationen schaffen es nicht mehr, die Menschen für ihre Projekte zu begeistern“, wissen die Koblenzer Umweltschützer. Transparenz, Ehrlichkeit und Volksnähe sind bei den Unterfangen wichtige Faktoren. Die Öffentlichkeit wurde bereits auf die engagierte Non-Profit Organisation aufmerksam. Im Herbst letzten Jahres wurde das Project Wings mit dem Haupt- und Förderpreis der Stiftung „Filippas Engel“ mit Sitz in Bendorf ausgezeichnet. Dieser Preis wird jährlich an junge Menschen mit besonderen Projekten für soziales, kulturelles oder ökologisches Engagement vergeben.

Weitere Informationen:

Wer das Project Wings unterstützen möchte kann dies mit einer Spende. Die Bankdaten sind:

IBAN: DE06570501200000282152

BIC: MALADE51KOB.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.project-wings.de. ROB

Hauswände, in denen die „Ecobricks“ verbaut sind, sind nicht nur umweltverträglich sondern auch recht farbenfroh.

Hauswände, in denen die „Ecobricks“ verbaut sind, sind nicht nur umweltverträglich sondern auch recht farbenfroh.

Stabile Bauten sind auch mit Plastik möglich.

Stabile Bauten sind auch mit Plastik möglich.

Für den Häuserbau wird eine Menge Material gebraucht.

Für den Häuserbau wird eine Menge Material gebraucht.

Die Mitglieder des Project Wings arbeitet aktiv vor Ort mit den Einheimischen. Fotos: Project Wings gGmbh

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag Imageanzeige
Dauerauftrag Imageanzeige
Angebotsanzeige (Oktober)
Titelanzeige
Immobilienanzeige
Zukunft trifft Tradition KW 42
Empfohlene Artikel
Die kleine Sophie kurz nach der Geburt. Foto: Bunter Kreis
162

Region. Als Sophie in der 30. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt zur Welt kommt, ist sie schwer krank. Ihre Eltern müssen sich darauf einstellen, dass ihre Tochter vielleicht nicht überleben wird. Doch Sophie kämpft sich zurück ins Leben. Zum Welt-Frühgeborenen-Tag erzählt ihre Mutter Janina von einer Schwangerschaft voller Ungewissheit, einem Moment, der alles veränderet und dem langen Weg zurück in einen Alltag, in dem Hoffnung wieder Platz findet.

Weiterlesen

Die B267 in Rech. Foto:ROB
193

Ahrtal. Das Projektbüro Wiederaufbau Ahrtal des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Cochem-Koblenz mit Sitz in Sinzig lässt an zwei Tagen im Zeitraum der Kalenderwochen 44 bis 46 Luftaufnahmen im Bereich der Mittelahr erstellen. Ziel ist es, den aktuellen Bestand entlang der B 267 sowie eines Teilabschnitts der B 257 im Bereich Kreuzberg zu dokumentieren. Die Aufnahmen dienen als Grundlage für die Planung und Umsetzung der Wiederaufbauprojekte.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
3094

Astrologische Vorschau für die KW XX: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 19. bis 25. Oktober – zwischen Herzensangelegenheiten und neuen Chancen

Die Woche vom 19. bis 25. Oktober 2026 bringt Bewegung in festgefahrene Situationen, überraschende Erkenntnisse und die eine oder andere Herausforderung. Während sich in der Liebe neue Türen öffnen können, verlangen berufliche Aufgaben nach Geduld, Weitblick und einer guten Portion Durchhaltevermögen. Auch die Gesundheit verdient besondere Aufmerksamkeit: Wer zu viel auf einmal erledigen möchte, könnte schneller an die eigenen Grenzen stoßen.

Weiterlesen

Die B267 in Altenahr.  Foto: ROB
670

Die Sperrung bedeutet Einschränkungen im ÖPNV

Altenahr: Vollsperrung der B 267 ab 19. Oktober

Altenahr. Ab Montag, 19. Oktober 2026, muss die B 267 in Altenahr auf Höhe des Bahnübergangs an der Altenburger Straße voll gesperrt werden. Grund hierfür ist die Herstellung einer Außenanlage. Die Sperrung wird voraussichtlich bis einschließlich 6. November dauern. Die Umleitung erfolgt aus Fahrtrichtung Altenburg kommend über die B 257 und den Roßberg, aus Fahrtrichtung Altenahr kommend erfolgt die Umleitung entgegengesetzt, das heißt über den Roßberg und die B 257.

Weiterlesen