Allgemeine Berichte | 19.12.2023, 15:37 Uhr

Im Jahr 2023 wurden die Helfer fast 30 Mal für die Suche nach vermissten Personen alarmiert

Ein spannendes Jahr für die Rettungshundestaffel

Training an ungewöhnlichen Orten: Hier im Lavakeller in Mendig.  Foto: Saskia Douglas
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Kreis Mayen-Koblenz. Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter der in Kottenheim ansässigen BRH Rettungshundestaffel Rhein-Mosel. Durch die Aufnahme einiger neuer engagierter Mitglieder im Laufe des Jahres hat die Organisation inzwischen fast 40 Mitglieder, die alle ausschließlich ehrenamtlich tätig sind und das ganze Jahr über 24 Stunden pro Tag erreichbar und einsatzbereit sind.

Turbulenter Jahresstart

Das Jahr begann sehr turbulent: zwei Mitglieder flogen im Februar zusammen mit einem erfahrenen Trümmersuchhund in das Erdbebengebiet in der Türkei und unterstützten dort mit dem Auslandskader des BRH (Bundesverband Rettungshunde) die Suche nach Verschütteten. Im März richtete die Staffel eine Prüfung aus, bei der an zwei Tagen mehr als 20 erfahrene und auch einige neue Teams aus den eigenen Reihen sowie aus den Nachbarstaffeln ihre Leistungsfähigkeit souverän unter Beweis stellten.

Im abgelaufenen Jahr wurden die Helfer fast 30 Mal für die Suche nach vermissten Personen alarmiert, dabei kamen sowohl ein Mantrailer als auch 7 verschiedene Flächensuchhunde zum Einsatz. Neben den Hunden und ihren Hundeführern sind bei den Einsätzen immer auch Suchtrupphelfer sowie Zug- und Gruppenführer aus den eigenen Reihen aktiv, die sich um die Einsatzorganisation vor Ort kümmern und die Hundeführer und Hunde bei der Suche tatkräftig unterstützen.

Um auch außerhalb von Einsätzen die Leistungsfähigkeit ihrer Mitglieder unter Beweis zu stellen, nahm die Staffel in diesem Jahr zum ersten Mal an dem vom Bundesverband Rettungshunde ausgerichteten Teamtest teil, einem Wettbewerb, bei dem Mannschaften aus dem gesamten Bundesgebiet und dem angrenzenden Ausland einsatznahe Aufgaben unter Wettkampfbedingungen lösen müssen. Das Team aus dem Kreis MYK musste sich nur zwei anderen Mannschaften geschlagen geben und war am Ende sehr stolz auf den erreichten 3. Platz.

Damit Mensch und Hund ihre Arbeit auch unter widrigsten Witterungs- und Geländebedingungen zu jeder Tages- und Nachtzeit zuverlässig leisten können, sind eine gute Ausbildung und regelmäßiges Training erforderlich. Jede Einsatzkraft, also Zwei- und Vierbeiner, müssen jedes Jahr zertifizierte Prüfungen absolvieren, um ihre Einsatzfähigkeit immer wieder neu unter Beweis zu stellen. Die Staffel Rhein-Mosel konnte im Frühjahr nach erfolgreicher Einsatzüberprüfung zwei neue Teams jeweils bestehend aus Hund und Hundeführer in der Einsatzgruppe für die Flächensuche begrüßen. Auch im Bereich der Trümmersuche steht seit diesem Jahr ein weiteres geprüftes Team zur Verfügung.

Zusammenspiel geübt

Neben den wöchentlichen Trainings in der eigenen Staffel fanden in diesem Jahr auch Gemeinschaftsübungen mit anderen Hilfsorganisationen statt, beispielsweise mit der Freiwilligen Feuerwehr und dem DRK Kruft sowie mit der Freiwilligen Feuerwehr Bell. Hierbei wurde gezielt das Zusammenspiel der unterschiedlichen Einsatzkräfte geübt, so wie es im Ernstfall auch stattfindet. Darüber hinaus gab es auch Übungen in eher ungewöhnlicher Umgebung, wie dem Lavakeller in Mendig oder der Grube Bendisberg in Langenfeld.

Zurzeit gibt es in der Staffel 15 geprüfte Flächensuchhunde, von denen sechs noch die Einsatzüberprüfung absolvieren müssen, um an kommenden Einsätzen teilzunehmen.

Nachwuchssorgen haben die Einsatzkräfte zur Zeit nicht: neben den geprüften Hunden befinden sich fast 20 Hunde in der Ausbildung, die von ihren Hundeführern unter Anleitung von 7 zertifizierten Ausbildern in regelmäßigen Trainings auf ihren Einsatz bei der Suche nach vermissten Personen vorbereitet werden.

Auch die Menschen qualifizieren sich ständig weiter, so konnte die Staffel sich in diesem Jahr über eine neue Zugführerin, eine neue Ausbilderin, insgesamt neun Sanitäter und drei Erste-Hilfe-Lehrkräfte aus den eigenen Reihen freuen.

Da der Kottenheimer Verein Mitglied im Bundesverband Rettungshunde e.V. ist, wurde nicht nur staffelintern im hiesigen Einsatzgebiet geübt sondern auch die Aus- und Weiterbildungseinrichtungen des Dachverbandes genutzt. Dafür nahmen die Mitglieder oft sehr weite Wege in Kauf und fuhren beispielsweise bis nach Mosbach in Baden Württemberg, nach Hünxe in NRW und sogar bis nach Mecklenburg-Vorpommern, um dort in speziellen Ausbildungseinrichtungen u. a. die Suche nach Verschütteten in eigens dafür eingerichteten Trümmergeländen zu üben. Einige Mitglieder reisten für spezielle Lehrgänge sogar ins benachbarte Ausland.

Für solche weiten Wege und intensive Ausbildungsveranstaltungen reichen normale Wochenenden nicht aus, deshalb ist es für viele Mitglieder selbstverständlich, dafür beim jeweiligen Arbeitgeber Urlaub einzureichen.

Die BRH Rettungshundestaffel Rhein-Mosel e.V. ist zu Recht sehr stolz auf alles, was sie 2023 mit ihren engagierten Mitgliedern erreicht und geleistet hat und bedankt sich auf diesem Wege auch ganz herzlich bei allen, die die Rettungshundearbeit auf vielfältige Weise unterstützen, sei es durch Geld- oder Sachspenden, durch die unkomplizierte Freistellung von der Arbeit für kurzfristige Sucheinsätze, durch die Bereitstellung von Trainingsgeländen oder einfach nur durch Interesse und positive Anteilnahme an der Arbeit der Mitglieder.

Suchaufruf in eigener Sache:

Für ihre Einsatzfahrzeuge und ihr Trainingsmaterial sucht die Staffel eine große Garage oder eine Lagerhalle in möglichst verkehrsgünstiger Lage im Kreis Mayen-Koblenz.

Training an ungewöhnlichen Orten: Hier im Lavakeller in Mendig. Foto: Saskia Douglas

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