Feuerwehr Cochem-Zell: 130 Tonnen wichtige Hilfsgüter für die Ukraine
Feuerwehrteam überbringt Sachspenden in sieben Lastzügen
Treis-Karden. „Nach meinem Entschluss, zeitnah einen Transport mit wichtigen Hilfsmitteln für die durch den Krieg notleidende Bevölkerung in der Ukraine zu organisieren, hatte ich zunächst daran gedacht, damit einen 7,5-Tonnen-Lkw vollzupacken“, so Organisator Lars Bogdanski (Moselkern). Zu seinem Erstaunen wuchs sein Einsatz für eine entsprechende Unterstützung der ukrainischen Bevölkerung binnen weniger Tage zu einer Hilfsaktion nicht geahnter Größe. Bogdanski, geschäftsführender Unternehmer eines Baumpflegebetriebes im Ortsteil Treis, ist u.a. ein Einsatzleiter bei der Freiwilligen Feuerwehr Cochem-Zell. Ihm ließ der katastrophale Zustand in der Ukraine keine Ruhe, und so hängte er sich zu Beginn der letzten Woche an den Telefonhörer, um sich zunächst mit Jens Kreutz, Stellv. Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI), Wehrleiter Jörg Hirschen, sowie Verbandsbürgermeister Wolfgang Lambertz bezüglich seines Vorhabens auszutauschen. Alle sagten auf Anhieb ihre Unterstützung zu, was danach einen telefonischen Kontaktmarathon in Abstimmung mit dem Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz auslöste. So war aus einer anfangs lokalen Hilfsaktion plötzlich eine landesweite geworden. In der Folge war es MdL Anke Beilstein, die den Kontakt zur Ukrainischen Botschaft in Bonn herstellte. Überdies wurde die Schweizer Stiftung „Osteuropahilfe“ mit ins Boot genommen, welche die Hilfslieferung in die Ukraine koordiniert. Parallel dazu wurde abgeklärt und gelistet, welche Hilfsgüter derzeit hauptsächlich wo gebraucht werden. Diese sollen dann vor Ort, nach Übergabe an den Ukrainischen Katastrophenschutz, zielgerichtet verteilt werden. So wurde das Vorhaben von Bogdanski auch über die Plattform „Cochem-Zell hilft“ (gegründet 2020 zu Beginn der Coronakrise) über Social Media verbreitet, was für eine sehr große Resonanz sorgte. Sowohl regionale wie überregionale Firmen, Vereine, Familien und einzelne Personen sagten nicht nur Spenden zu, sondern lieferten sie auch persönlich bei Bogdanskis Firma im Treiser Industriegebiet ab. Nach über 30 Stunden Telefongesprächen, war das Firmengelände schließlich zu einer Art Spendenterminal geworden, bei dem praktisch jeder Quadratmeter Innen- wie Außenfläche mit Hilfsmitteln in unzähligen Kartons belegt war. Rund 40 Feuerwehrleute und freiwillige Helfer waren ab Wochenmitte rund um die Uhr dabei, die gespendeten Güter zu listen, zu kennzeichnen und zielgerichtet zu verpacken. Große Firmen wie Stihl lieferten bspw. technisches Einsatzmaterial, die Firma Ontex spendete kartonweise Windeln, Engelbert Strauss schickte Kleidung, Sebamed lieferte Hygieneartikel und Amazon viele Sachen für Kinder. Großzügige Spenden kamen auch von REWE-Hundertmark und der Firma Bier Müller (Ernst). Doch erreichten das Hilfsteam nicht nur Sachspenden. Viele Einheimische brachten auch persönlich Geldspenden vorbei, deren Betrag sich am Samstag bereits auf 15.000 Euro summierte. Rund 130 Tonnen Hilfsgüter waren ebenfalls bis am Samstag mit dem Warenwert eines mittleren sechsstelligen Eurobetrages eingegangen. So waren aus einem Kleinlaster für den Spendentransport binnen drei Tagen sieben prallvolle Lastzüge geworden. Die Fahrzeuge sowie die gesamten Transportkosten, inklusive der Fahrerverpflegung, werden unter anderem von der LIT-Spedition übernommen. „Wir haben es mit Unterstützung der vielen Ehrenamtlichen tatsächlich geschafft, über die gesamte Firmenfläche ein funktionelles Logistiksystem inklusive Kommunikationsraum einzurichten“, so Bogdanski, dem man seinen Schlafmangel deutlich ansah. Am Sonntag setzt sich der Lkw-Hilfskonvoi mit zwei weiteren Begleitfahrzeugen Richtung Ukraine in Bewegung. Die Besatzungen zählen insgesamt 20 Einsatzkräfte mit Feuerwehrleuten aus Cochem-Zell und ehrenamtlichen Berufskraftfahrern. Zum Konvoi gesellten sich außerdem zwei LKW mit Hilfsmaterial aus NRW, sowie zwei Feuerwehreinsatzfahrzeuge, die in der Ukraine als Geschenk übergeben werden sollen. -TE-
Die einzeln zusammengestellten Paletten mit Hilfsgütern wurden vor dem Abtransport mit Folie gesichert.Foto: TE
Technische Einsatzmittel, Decken, Bekleidung, Lebensmittel, Hygieneartikel u.v.m. gingen als Spenden ein. Foto: TE Foto: Thomas Esser
Wichtige Artikel für Kinderheime und Waisenhäuser wurden von engagierten Frauen gesondert verpackt. Foto: TE Foto: Thomas Esser
Rund 130 Tonnen an Sachspenden wurden in Treis für einen FFW-Hilfstransport in die Ukraine gelistet, sortiert, verpackt und zielgerichtet gekennzeichnet. Foto: TE Foto: Thomas Esser
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