Allgemeine Berichte | 04.07.2023

Jugendbauhütten renovieren eines der ältesten Gebäude in Dernau

Flut schwemmt historisches Kleinod ins Licht der Öffentlichkeit

Gemeinsam mit Vertretern der Stiftung Denkmalpflege, der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) und dem Verbindungsbüro besichtigte die Wiederaufbaubeauftragte Nicole Steingass die ehemalige Synagoge in Dernau. Quelle:Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.

Dernau. Auf der improvisierten Werkbank liegt ein Bündel Stroh, daneben steht ein Eimer mit Lehm. Caro fächert das Stroh auf, reibt den Lehm ein und wickelt dann sorgsam ein altes Holzbrett in das Stroh-Lehm-Bett ein bis sich alles miteinander verbindet. Dann nimmt sie ihr Werkstück und passt es zwischen zwei Holzträger ein. So entsteht über Stunden ein Fach der alten Holzdecke in der ehemaligen Synagoge in Dernau. Es ist eines von vielen historischen Gebäuden, das von der Naturkatastrophe im Juli 2021 schwer beschädigt wurde. Und Caro ist eine von 314 jungen Frauen und Männern zwischen 17 und 30 Jahre aus dem Fluthilfecamp der Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalpflege, die in den vergangenen Tagen den Wiederaufbau von historischen Bauwerken im Ahrtal ehrenamtlich unterstützt haben. Zum Abschluss des Camps besuchte die Wiederaufbaubeauftragte der Landesregierung für den Wiederaufbau im Ahrtal, Staatssekretärin Nicole Steingaß, die ehrenamtlichen Denkmalpfleger.

„Die Leidenschaft der jungen Menschen, aktiv und uneigennützig zur Erhaltung und zum Wiederaufbau unseres kulturellen Erbes beizutragen, ist beeindruckend. Die Restaurierung der historischen Gebäude stärkt das Heimatgefühl der Menschen im Ahrtal. Beim Wiederaufbau dürfen wir nicht nur den technischen Bau von neuen Brücken, Straßen und Gebäuden sehen. Das Tal braucht auch seine Ankerpunkte aus der Geschichte. Und schließlich machen die historischen Fachwerkhäuser einen der vielen besonderen Reize des Ahrtals für dessen Besucher aus“, so Steingaß.

Bei mehr als 500 historischen Gebäuden und Bauwerken im Ahrtal fördert die Stiftung Denkmalpflege der Sanierung, wie Vorstandsmitglied Steffen Skudelny erklärt. Während des Fluthilfecamps 2023 waren die Jugendlichen an 17 beschädigten Gebäuden im Einsatz. Privathäuser fanden sich darunter ebenso wie der Bahnhof in Mayschoß oder die Stadtmauer in Ahrweiler. Koordiniert wurde das Projekt von Laura Haverkamp, Mitarbeiterin der Stiftung Denkmalschutz. Ausgesucht wurden solche Projekte, wo es auch nach dem Camp weitergeht; etwa durch den Verein Historisches Ahrtal oder das Mobile Team Fluthilfe der DSD, das in der Region seit 2021 dauerhaft im Einsatz ist.

Die Teilnehmer des Fluthilfecamps waren aktive und ehemalige Teilnehmer des Freiwilligen Sozialen Jahres in der Denkmalpflege und kamen aus den 16 Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Selina, Lina und Caro kennen sich von der Jugendbauhütte Hessen – Marburg. „Ich wollte schon im vergangenen Jahr kommen, das hat aber dann leider nicht geklappt. Ich bin froh, dass ich jetzt einen Beitrag leisten kann zum Wiederaufbau. Und zudem lerne ich hier alte Bautechniken kennen und kann sie praktisch anwenden. Wo kann man das sonst?“, sagt die angehende Bauingenieurin. Angeleitet werden die jungen Menschen dabei von erfahrenen Zimmermännern, Maurern und Restauratoren, die sich noch mit den alten Techniken auskennen. Und die sind begeistert, mit welchem Engagement und Geschick die Helfer aus ganz Deutschland zu Werke gehen.

Dass die Arbeiten immer auch mit Geschichten verbunden sind, zeigt sich am Haus wo Selina, Lina und Caro in Dernau arbeiten. Das war von außen überhaupt nicht als historisches Bauwerk zu erkennen. Zu oft wurden es in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten umgebaut. Erst die Flut schwemmte die Bausubstanz an die Oberfläche, mit einem Schatz in der zweiten Etage: einer sogenannten „Kölner Decke“ - typisch für Gebetshäuser der Juden in den vergangenen Jahrhunderten. Mittlerweile weiß man, dass es eines der ältesten Gebäude in der Weinbaugemeinde Dernau ist. Erst war der Abriss geplant, jetzt wird es von Grund auf saniert. Sehr zur Freude der alten Dame, der das Haus gehört und in dem sie ihr Leben lang gewohnt hat. Mehr als einmal hat sie Tränen der Freude über das Engagement der Stiftung Denkmalpflege und der jungen Helfer vergossen.

„Das, was in diesen 14 Tagen auf den Baustellen bewegt wurde, übertrifft unsere Erwartungen“, zieht Steffen Skudelny vom Vorstand der DSD zum Abschluss des Fluthilfecamps Bilanz. „Nicht nur das schnelle Vorankommen, auch die Qualität der Arbeiten ist sensationell. Zumal die von erfahrenen Fachleuten angeleiteten Freiwilligen oft erstmals in diesen Gewerken tätig waren.“

Pressemitteilung der

Entwicklungsagentur

Rheinland-Pfalz e.V.

Gemeinsam mit Vertretern der Stiftung Denkmalpflege, der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) und dem Verbindungsbüro besichtigte die Wiederaufbaubeauftragte Nicole Steingass die ehemalige Synagoge in Dernau. Quelle:Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Bahnhof Engers wird barrierefrei

  • Gitta Meyer: Und wenn nur 2 ode 3 Menschen leicht an dem Zug ran und reinkommt ist es das wert. Ich habe einen Mann ,der behindert ist,und im Rollstuhl sitzt. Da sind mir die Mäuse egal. Es kann sich keiner vorstellen ,wenn.man nicht selbst betroffen ist.
  • Hildegard DÖTSCH : Wurde im Vorfeld geprüft, wieviel beeinträchtige Menschen täglich den Bahnhof/ die Züge nutzen würden/wollen? Die Rodung bringt eine Vielzahl an Vögel, die in den Birken lebten in Bedrängnis. Auch Kleintiere, Eidechsen, Mäuse etc.

Neuwied: Gesunde Bäume sollen gefällt werden

  • Inge: Unmöglich das so was in der heutigen Zeit in der das Thema Umweltschutz, Kimaschutz, Artenschutz ect. angeblich so groß geschrieben wird .Die Begründungen die Bäume zu fällen sind so was von daneben und anders zu klären.
  • Sandra Schneider: Das sehe ich auch so, das macht den Ychulhof auch nicht größer. Es wäre sehr schade um die alten Bäume.
  • Sven : Typisch Neuwied alte Bäume fällen un kleine neu pflanzen. Lastt die alten großen stehen.

Initiative "Rettet die Alte Post" in Rheinbach

  • Lukas Wegberg: Drin war ich noch nie, aber der Außenbereich dieses Etablissements ist nebst Bahnhof der einzige unästhetische Fleck in der gesamten Stadt, der mir spontan einfällt. Dass die Kneipe nun einer anderen...
Dauerauftrag Imageanzeige
Anzeige Sonderpreis wie vereinbart
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0102#
Lustig, närrisch, kunterbunt
Umwelttechnologe
Kurse Feb. + März
Veilchendienstag & Aschermittwoch - Heringsessen
Titelanzeige
Wir helfen im Trauerfall
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0102#
Empfohlene Artikel

Sinzig. Sinzig liegt ihnen allen am Herzen. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung machte sich Aufbruchstimmung zur Zukunft der Innenstadt breit. Dabei ging es unter anderem um die Neugestaltung des Marktplatzes, den ÖPNV, ein Parkleitsystem, die Frage nach einer Fußgängerzone, eine entsprechende Bürgerbefragung sowie die Thematik Kirchplatz in Verbindung mit der Problematik Denkmalschutz.

Weiterlesen

Remagen. SOLIdarität mit Straßenkindern in Brasilien: Bäckerei Müller unterstützt Ausbildungsprojekt in Caruaru. Die Bäckerei Müller engagiert sich gemeinsam mit dem Weltladen Remagen-Sinzig für ein besonderes Hilfsprojekt in Brasilien. Ab Aschermittwoch wird jeden Freitag das sogenannte SOLI-Brot angeboten. Mit dem Erlös aus dem Verkauf wird ein Bäckereiprojekt unterstützt, das Straßenkindern eine berufliche Perspektive eröffnet.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Jubiläumssitzung des Damenkomitees der KG Bad Breisig

100 Jahre Frauenpower am Rhein: Viel Spass und ein paar Tränen

Bad Breisig. Wie jedes Jahr sorgte das Damenkomitee für den Höhepunkt der närrischen Session und bot an Weiberdonnerstag Spitzenkarneval vom Feinsten! Dabei feierte die ausverkaufte Jahnhalle 100 Jahre Weiberkarneval in Bad Breisig, denn bereits 1926 gründeten Breisiger Frauen den ersten weiblichen Elferrat.

Weiterlesen

KV Escher Wend brannte ein närrisches Feuerwerk ab

Hervorragende Tänze und viel Kokolores aus der Bütt

Kaisersesch. Auch in der aktuellen Session schwang Narrenzampano Markus Laux den närrischen Taktstock des KV Escher Wend, der zur großen Karnevalssitzung in die Alaaf-Arena der Pommerbachschule eingeladen hatte. Jörg Schick und Nico Lergenmüller intonierten unter dem Motto “Wir heben ab zum Bühnenplatz” den närrischen Aufmarsch der Aktiven zur Bühne, nachdem der Spielmannszug Illerich das Spektakel per Einmarsch eröffnet hatte.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Hausmeister, bis auf Widerruf
Dienstleistungen
Dauerauftrag 2026
Junior Sales Manager
Eröffnungsanzeige - für WZ, AS
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Sachbearbeiter
Imagewerbung
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Eröffnunsganzeige - für MC, RM
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0102#
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0102#
Stellenanzeige Logistikteam
Audi
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0102#
Jubiläumsanzeige
Stellenanzeige i-Kraft
Imageanzeige - Dauerauftrag