Inklusionsgespräch in Ochtendung ist voller Erfolg

Für mehr Teilhabe im Kreis MYK und in der Stadt Koblenz

29.02.2024 - 10:20

Kreis MYK. Inklusion von Menschen mit Behinderung war, ist und bleibt ein zentrales Thema in der Gesellschaft. Auch im Landkreis Mayen-Koblenz und der Stadt Koblenz spielt soziale Teilhabe eine wichtige Rolle. Auf Grundlage der „Kommunale Teilhabeplanung für Menschen mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung der Stadt Koblenz und des Landkreises Mayen Koblenz“ arbeiten die Sozialverwaltungen der beiden Kommunen seit 2014 mit den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft „Kommunale Aktionspläne“ fortlaufend an der Erstellung und Fortschreibung des kommunalen Aktionsplanes. Der Hauptaugenmerk liegt derzeit auf der „Partizipation und Interessenvertretung“. Auch Expertenmeinungen sollen in den Prozess einfließen. Aus diesem Grund fand jüngst ein Inklusionsgespräch in der Kulturhalle Ochtendung statt. Zu der Veranstaltung mit Workshops und Informationsständen hat der Landkreis Mayen-Koblenz gemeinsam mit der Stadt Koblenz geladen.

Der Erste Kreisbeigeordnete Pascal Badziong und die Koblenzer Bürgermeisterin Ulrike Mohrs eröffneten die Veranstaltung mit einem gemeinsamen Dialoggespräch. In diesem betonte Badziong, dass die große und gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Integration und der Teilhabe von Menschen mit Behinderung nur gelingen kann, „wenn Hürden abgebaut werden. Es braucht einen Rahmen, der sicherstellt, dass sich Menschen mit Behinderung aktiv an Entscheidungen beteiligen können. Entscheidungen, die ihr Leben betreffen. Egal, ob es um die Freizeit, das Leben in der Gemeinde oder andere Bereiche geht. Es geht darum, dass jeder eine Stimme hat. Und dass jeder gehört wird. Menschen mit Behinderung sollen mitmachen können. Sie sollen sich selbst vertreten. Und natürlich ihre Interessen“. Gemeinsam könne man heute durchaus stolz auf das Erreichte sein - darauf ausruhen wolle und dürfe man sich aber nicht. „Wir müssen kontinuierlich an diesem Prozess arbeiten. Wir tun dies aus voller Überzeugung“, machte der Erste Kreisbeigeordnete deutlich. Auch für die Koblenzer Bürgermeisterin Ulrike Mohrs ist die Integration von Menschen mit Behinderung ein wichtiger und unverzichtbarer Schritt. „Wir nehmen alle Menschen mit! Was wären wir für eine Gesellschaft, wenn es uns nicht gelänge, Menschen mit Beeinträchtigungen ins Gemeinschaftsleben zu integrieren. Daher sind Gespräche über Inklusion für uns so wichtig, um uns rückzuversichern, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, betonte Mohrs.

Impulse für den weiteren Prozess der Kommunalen Teilhabeplanung lieferte Ellen Kubica, Landesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung, in ihrem kurzweiligen Online-Vortrag. Da sie tagtäglich die Interessen von Menschen mit Behinderung vertritt, nimmt sie hier eine Vorreiterrolle ein. Zudem zeigte Kubica auf, welche Maßnahmen es braucht, damit Menschen mit Behinderung ihre Interessen und Anliegen aktiv und zielführend in der Gesellschaft vertreten können. „,Nichts über uns – ohne uns!‘ ist nicht einfach irgendein Satz, sondern der Leitsatz der Behindertenrechtsbewegung. Gelungene Inklusion braucht das Empowerment von Menschen mit Behinderung und viele Verbündete. Kommunale Teilhabeplanung und Partizipation im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention können daher nur gemeinsam mit der Interessenvertretung von Menschen mit Behinderung gelingen. Umso mehr freut es mich daher, dass der Landkreis Mayen-Koblenz und die Stadt Koblenz mit ihrer kommunalen Teilhabeplanung hier mit gutem Beispiel vorangehen“, bekräftigte Ellen Kubica in ihrem Vortrag. Da Kubica leider nicht persönlich anwesend sein konnte, wurde sie für ihren Vortrag digital zur Veranstaltung zugeschaltet. Darüber hinaus stellte Jannik Junglas die Arbeit des PIKSL-Labors Andernach vor. Hier erhalten Interessierte an mehreren Tagen in der Woche kostenlose Unterstützung im Umgang mit digitalen Medien – egal ob Smartphone, Tablet oder PC.

Neben zahlreichen Informationsständen, an denen Beiräte, Beratungsstellen und weitere Gruppen aus dem Kreis MYK sowie der Stadt Koblenz ihre Arbeit vorstellen konnten, wurden auch verschiedene Mitmach-Angebote in Form von Workshops angeboten. Hier ging es vorrangig darum, wie Menschen mit Behinderung in den unterschiedlichen Bereichen besser eingebunden werden und mitmachen können. Die Workshops befassten sich mit den Themen „Politische Teilhabe“, „Teilhabe im Alltag“ und „Digitale Teilhabe“.

„Wir haben durch das Inklusionsgespräch einige neue Ansätze gewonnen, die unserer kommunalen Teilhabeplanung weiterhelfen werden“, zieht der Erste Kreisbeigeordnete Pascal Badziong ein positives Fazit. Die vielfältigen Workshops hätten gezeigt, dass oftmals nur kleine Schritte erforderlich sind, die jedoch für die alltägliche Teilhabe eine große Wirkung entfalten können. „Nun geht es darum, diese Schritte gemeinsam mit den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Kommunale Aktionspläne, also den Betroffenen und deren Angehörigen, den Diensten und Institutionen der Region, den Behörden der Kommunen und des Landes sowie den politischen Vertretern umzusetzen“, sagt Badziong.

Pressemitteilung

Kreisverwaltung Mayen-Koblenz

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Stellenmarkt
Weitere Berichte

Angeklagte sollen Frau schwer misshandelt, zur Prostitution gezwungen und getötet haben

Nach Mord im Koblenzer Rotlichtmilieu: Anklage gegen zwei Personen erhoben

Koblenz. Wie die Staatsanwaltschaft Koblenz mitteilt, wurde nach dem Tötungsdelikt im Koblenzer Rotlichtmilieu vergangenen November nun Anklage gegen eine 40-jährige Frau und einen 48 Jahre alten Mann (beide bulgarischer Nationalität) erhoben. Den beiden Beschuldigten wird zur Last gelegt, eine mit ihnen zusammenlebende 31-jährige Bulgarin grausam und aus niedrigen Beweggründen getötet zu haben.... mehr...

Der Unfallverursacher war alkoholisiert auf der A 48 unterwegs

Lkw-Fahrer schwer verletzt in Führerhaus eingeklemmt

Kehig. Ein 37 Jahre alter LKW-Fahrer befuhr am 22.04.2024 gegen 05:00 Uhr die A 8 in Fahrtrichtung Dreieck Vulkaneifel, kommend aus Richtung Koblenz. Zwischen der Anschlussstelle Polch und Mayen kam der Fahrer von der Fahrbahn ab und kollidierte mit der Mittelschutzplanke. Anschließend verließ er die Autobahn an der Raststätte Elztal-Nord, wo er gegen einen am rechten Fahrbahnrand geparkten Sattelzug stieß und diesen auf einen weiteren vor ihm geparkten Sattelzug schob. mehr...

Regional+
 

Fassungslosigkeit und Entsetzen bei Angehörigen und Beobachtern

Ex-Landrat wird nicht angeklagt: Einstellung des Verfahrens schlägt hohe Wellen

Kreis Ahrweiler. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat am 17. April 2024 das Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Landrat des Landkreises Ahrweiler und den Leiter der Technischen Einsatzleitung (TEL) während der Flutkatastrophe an der Ahr 2021 eingestellt. Die umfangreichen Ermittlungen ergaben keinen ausreichenden Tatverdacht, der eine strafrechtliche Verurteilung ermöglichen würde. Dem Leitenden... mehr...

AC 1927 Mayen e.V. im ADAC

Saisonauftakt für Pilotin Simone Busch

Mayen. Preis der Stadt Stuttgart - Auftakt: Bei tollstem Frühlingswetter mit Temperaturen um 25 Grad trafen sich 36 Fahrer zum Saisonauftakt Formel und Sportwagen der VFV GLPpro in Hockenheim. Simone Busch vom AC 1927 Mayen startete erstmals auf einem Formel Ford Zetec 1800. mehr...

Anzeige
 
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
LESETIPPS
GelesenNeueste
Kommentare
juergen mueller:
@Amir Samed - Lol. Diese Infos hätten sie auch von mir bekommen können. Aber, danke für Ihre Mühe. Es freut mich immer wieder, dass Sie offenbar zu denen gehören, die zumindest Interesse aufzeigen, was diesen Themenbereich angeht, auch wenn Ihre Meinung hierzu sich in nichts von der unterscheidet, die...
Amir Samed:
Zum Stand der Forschung: Akasofu, Syun Ichi & Tanaka, Hiroshi L. (2021) zeigen in ihrer Arbeit, dass der Temperaturanstieg, der angeblich von Menschen verursacht wurde, tatsächlich auf PDO (Pazifische Dekaden-Oszillation) und AMO (Atlantische Multi-Dekaden Oszillation) zurückzuführen ist. - In diesem...
juergen mueller:
Die KLIMAKRISE ist kein neues Phänomen. Sie gibt es tatsächlich, ist real u. ist ein Begriff für die ökologische, politische u. gesellschaftliche Krise im Zusammenhang mit der globalen Erwärmung. Seit dem vergangenen Jahrhundert erwärmt sich das Klima. Das globale Mittel der bodennahen Lufttemperatur...
Hansen:
Korrektur: Das war grausanste Folter und ein Femizid. Benennt es als das, was es ist. Wir schreiben das Jahr 2024 und nicht 1980....
Amir Samed:
Aufgepast ihr Omas, nicht das sich die "stabile Brandmauer" in ein (geistiges) Gefängnis ohne Entkommen verwandelt....
Haftnotiz+
aktuelle Beilagen
Inhalt kann nicht geladen werden

 

Firma eintragen und Reichweite erhöhen!
Service