Allgemeine Berichte | 25.09.2025

Lahnsteiner Altertumsverein 1880 e.V.

Geschichte verpflichtet

Besichtigung des Historisches Wirtshaus an der Lahn  Foto: B. Geil

Lahnstein. Beide Lahnstein durchliefen in den letzten tausend Jahren eine wechselvolle Entwicklung. Niederlahnstein schrieb in der Vormoderne Bau- und Kunstgeschichte, Oberlahnstein profilierte sich in dieser Zeit als politisches und wirtschaftliches Zentrum. Während die Stadterhebung 1332 die urbane Entwicklung Niederlahnsteins kaum gefördert hat, sichert der Bestand an mittelalterlichen Baudenkmälern der Stadt bis heute einen herausgehobenen Platz in der deutschen Architekturgeschichte.

Deutlich bessere Voraussetzungen, eine erfolgreiche Stadtwerdung und die Ausstattung mit zwei Herrschaftssitzen, der Burg Lahneck und der Martinsburg, begünstigten Oberlahnsteins Aufstieg zu einem der wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Orte am Oberen Mittelrhein. Hier stießen in der Vormoderne die Territorien der vier rheinischen Kurfürsten aufeinander: Oberlahnstein bildete seit dem 10. Jahrhundert den nördlichsten Stützpunkt des Mainzer Erzstiftes; Niederlahnstein und das gegenüber gelegene Kapellen gehörten dem Erzbischof von Trier; Rhens war in Kölner Hand, und Kaub sowie Bacharach waren im Besitz des Pfalzgrafen bei Rhein.

„Geschichte verpflichtet!“ Was bedeutet dies für die zukünftige Arbeit des Lahnsteiner Altertumsvereins? Gerade in einer Zeit, in der Werte und Erinnerungen zunehmend verblassen, muss es ein Anliegen sein, die historischen Zeugnisse und das kulturelle Erbe dieses Ortes zu bewahren, zu vermitteln, die Spuren der Vergangenheit lebendig zu halten und die Geschichte dieses Ortes und seiner zahlreichen historischen sowie baulichen Zeugnisse erlebbar zu machen.

Ein erster Beitrag hierzu leistet der Lahnsteiner Altertumsverein mit dem vom Verein herausgegebenen Buch „70 Bilder und Objekte erzählen Lahnsteiner Geschichte“ mit Texten von H. Seibert und B. Geil. Die öffentliche Ausstellung Ende November in der Hospitalkapelle, die die Buchpräsentation begleitet, bietet mit seinen zahlreichen Bildern und Objekten einen Streifzug durch die Geschichte von Ober- und Niederlahnstein und die Möglichkeit, in sie einzutauchen.

Dies ist die Chance, Brücken zu schlagen zwischen Gestern und heute – und zwischen den Generationen in dieser Stadt.

Im Rahmen dieses Themenschwerpunkts besichtigte der Lahnsteiner Altertumsverein 1880 e.V. vergangenen Mittwoch das „Historische Wirtshaus an der Lahn“ und das alte Rathaus Niederlahnstein (jetzt Boutiquehotel „Altes Rathaus“). Bis zum Zusammenschluss von Ober und Niederlahnstein im Jahr 1969 befand sich im ehemaligen Rathaus die gesamte Stadtverwaltung von Niederlahnstein. 1980 wurde es als Denkmal ausgewiesen, um 2012 verkauft und danach von den jetzigen Besitzern - Familie Nett - aufwendig renoviert. Danach wurde die Gruppe von Fr. Nett durch das „Historische Wirtshaus an der Lahn“ geführt, das Frau Nett als Frühstückspension führt. Dadurch bleiben beide historische Gebäude lebendige Zeugen der Vergangenheit.

H. Seibert  Foto: M. Eisenbarth

H. Seibert Foto: M. Eisenbarth

Besichtigung des Historisches Wirtshaus an der Lahn Foto: B. Geil

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Innovatives rund um Andernach
Lampionfest Weißenthurm
Innovatives rund um Andernach
Hausmeister-und Gärtner/in
Erzieher / Heilerziehungspfleger / Pflegefachkraft (m/w/d)
Tag der Architektur im Steigenberger Hotel Bad Neuenahr , 27. – 28.06.26
Empfohlene Artikel
Die vulkanische Geschichte der Eifel lässt sich im Lava-Dome spielerisch entdecken. Foto: Dominik Ketz
40

Wer glaubt, Vulkane gäbe es nur auf Island oder in Italien, hat die Rechnung ohne die Eifel gemacht. Im Lava-Dome in Mendig wird schnell klar: Auch hier ging es einst verdammt heiß her! Das Deutsche Vulkanmuseum entführt seine Besucher auf 700 Quadratmetern und zwei Etagen in eine Welt voller Feuer, Lava und spannender Erdgeschichte. Klingt staubtrocken? Von wegen! 700 Quadratmetern und zwei Etagen in eine Welt voller Feuer, Lava und spannender Erdgeschichte.

Weiterlesen

In der ehemaligen Ahrweiler Synagoge diskutierten (von links) Nick Falkner, Ulrich van Bebber, Susanne Bell und Dr. Martin Wein.
212

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Wie hat die Flut den Zusammenhalt im Ahrtal verändert. Welche Konflikte bestehen noch? Wo trägt bürgerschaftliches Engagement weiterhin? Wo brauchen Menschen, Vereine und Kommunen mehr Unterstützung? Und was muss Politik aus dieser Katastrophe lernen, damit Warnketten funktionieren, Zuständigkeiten klar sind und der Staat im Krisenfall schneller handeln kann?

Weiterlesen

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 11
96

Jede Woche präsentieren wir Euch einen neuen Schnappschuss aus dem BLICK aktuell-Land. Die Bilder zeigen bekannte Orte, besondere Details oder überraschende Perspektiven aus der Region – doch nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, was genau zu sehen ist.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Gerade bei heißen Temperaturen können sich schnell Maden in der Biotonne bilden.
2283

Biotonne im Sommer pflegen

Biotonne bei Hitze: Maden vermeiden

Kreis Neuwied. In den Sommermonaten können sich im feuchtwarmen Klima der Biotonne schnell unerwünschte Organismen bilden. Die Abfallwirtschaft des Landkreises Neuwied fährt in den Sommermonaten eine wöchentliche Leerung der Biotonne, die das Problem deutlich reduziert. Sie gibt praktische Tipps, was Anwohner darüber hinaus tun können, um unerwünschter Organik vorzubeugen.

Von Laura Tries aus Neuwied

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Pixabay/Felix-Mittermeier
926

Bonn bereitet sich auf Wetterextreme vor: Tiefbauamt und Feuerwehr in Alarmbereitschaft

20.06.: Gewitterwarnung: Stadt Bonn rüstet sich gegen drohende Starkregen

Bonn. Der Deutsche Wetterdienst hat für den 20. Juni 2026 eine Warnung vor extremen Wetterbedingungen in Nordrhein-Westfalen, einschließlich Bonn, herausgegeben. Neben der drückenden Hitze werden kräftige Gewitter mit Starkregen erwartet, die potenziell zu lokalen Überschwemmungen führen könnten. Solche Wetterereignisse haben in den letzten Jahren wiederholt erhebliche Schäden im Bonner Stadtgebiet...

Weiterlesen