Deutsches Bimsmuseum präsentiert sich erstmals als Veranstaltungsort eines Weihnachtsmarktes
In der Adventszeit aus dem Winterschlaf erwacht
Kaltenengers. Wer die Vorweihnachtszeit mag, der hatte am zurückliegenden Wochenende in der VG Weißenthurm eine große Auswahl an entsprechenden Veranstaltungen. Besonders viele Menschen zog es nach Urmitz, wo zum 13. Mal ein Weihnachtsmarkt im Ortskern stattfand. „Mach Dich auf und werde Licht“ lautete das Motto des Kirchenchores Cäcilia Kettig, der gemeinsam mit der Gesangsgruppe Crowncorx in der dortigen Pfarrkirche auftrat. Musikalisch ging es auch beim Open-Air-Konzert des Musikvereins „Frei-weg“ Mülheim zu, welches unter dem Motto „Swing in den Advent“ stand. Eine lange Tradition hat der Weihnachtsbasar, der in der Kurfürstenhalle in Mülheim-Kärlich stattfand.
Erfolgreiche Premiere in Kaltenengers
Etwas ganz Neues hingegen war der 1. Weihnachtsmarkt im Deutschen Bimsmuseum in der Rheingemeinde Kaltenengers. Vor zehn Jahren hätte wohl niemand geglaubt, dass das Gelände einer ehemaligen Schwemmsteinfabrik am Ortseingang einmal Veranstaltungsort eines solchen Marktes sein würde. Doch mit der erfolgreichen Premiere machte das Bimsmuseum Werbung für sich und die Ortsgemeinde Kaltenengers.
Dieter Heller vom Verein „Kulturelles Erbe der Bimsindustrie e.V.“ war zufrieden: Zur feierlichen Eröffnung des ersten Weihnachtsmarktes waren zu morgendlicher Stunde nicht nur die geladenen Ehrengäste, sondern auch viele Interessierte von Kaltenengers und den umliegenden Rheingemeinden erschienen. Normalerweise ist das Freilicht- und Indoormuseum in der kalten Jahreszeit geschlossen und öffnet erst im April 2020 wieder seine Pforten für die Besucher. Doch mit dem Weihnachtsmarkt erwachte das Museum für einen Tag aus seinem Winterschlaf. Bei freiem Eintritt konnten die Besucher nicht nur die vielen weihnachtlichen Stände, sondern auch viele bemerkenswerten Exponate der Bimsverarbeitung bestaunen. In dem deutschlandweit einmaligen Museum wird derzeit in 30 Stationen die Bimssteinproduktion dokumentiert, und zwar von den Anfängen Mitte des 19. Jahrhunderts bis hin zur heutigen, maschinellen Herstellung. Die Bimsstein-Industrie hatte einen herausragenden Anteil am Wiederaufbau und am deutschen Wirtschaftswunder. So stammten beispielsweise 1955 die Hälfte der Baustoffe aus der hiesigen Region.
Landrat Dr. Alexander Saftig, der seit 2011 Vorsitzender des Fördervereins „Kulturelles Erbe der Bimsindustrie e.V.“ ist, machte kein Geheimnis aus dem Ansinnen des Weihnachtsmarktes: „Wir möchten mit dieser ungewöhnlichen Aktion natürlich auch zusätzliche Besucher in dieses tolle Museum locken. Schulklassen und Einzelpersonen können hier viel über unsere Heimat lernen“, so der Landrat bei der feierlichen Eröffnung. Von einer lobenswerten und interessanten Idee sprach auch Thomas Przybylla als Bürgermeister der VG Weißenthurm. Ortsbürgermeister Jürgen Karbach dankte vor allem Friedhelm Haymann für sein tolles Engagement als Initiator und Motivator des Weihnachtsmarktes im Bimsmuseum. Der Orts-Chef erinnerte in diesem Zusammenhang auch an den Vorgänger des Marktes, der rund 15 Jahre lang im Ortskern stattfand. Sonja Haymann und den Mitbürgern war es zu verdanken, dass hier stets ein stattlicher Betrag für gute Zwecke gespendet werden konnte. „Der Termin ist geblieben, aber der Veranstaltungsort ist neu“, so Jürgen Karbach, der seine Hoffnung ausdrückte, dass es nicht nur bei einer Premiere des Weihnachtsmarktes im Bimsmuseum bleiben wird.
Großes Engagement der Vereine
Lobenswert war das Engagement der örtlichen Vereine. Mit viel Freude bei der Sache war beispielsweise die Showtanzgruppe „Red Flames“ des Karnevalsvereins „Mir seyn klor“. Die jungen Damen boten im Hauptgebäude des Bimsmuseums Kuchen und Kaffee an. Andere Vereinsmitglieder der „MSK“, zu denen auch der Ortsbeigeordnete Walter Schäfer gehört, boten im Außenbereich Getränke an. Frische Waffeln gab es bei den Mitgliedern des Kath. Kirchenchores „Cäcilia“ 1852 Kaltenengers. Und selbst aus der Nachbargemeinde St. Sebastian gab es Unterstützung. So präsentierte beispielsweise die Strickgruppe St. Sebastian ihre Handarbeiten an einem besonders großen Ausstellungsstand.
Dank der Hilfe und des Engagements von vielen freiwilligen Helfern konnte man von einer gelungenen Premiere des 1. Weihnachtsmarktes im Bimsmuseum sprechen. Und für das neue Jahr 2020 kündigte Landrat Dr. Alexander Saftig bereits die nächste Überraschung an: Auf dem Gelände soll dann eine Schmalspurbahn zu sehen sein, die derzeit instandgesetzt wird. Wenn diese in Betrieb geht, wird sie nicht nur für die Erwachsenen, sondern auch für Kinder eine besondere Attraktion sein.
Zwischen den Ausstellungsstücken präsentierten die Aussteller ihre weihnachtlichen Gegenstände.
Auch die Strickgruppe aus St. Sebastian beteiligte sich mit einem Stand am Weihnachtsmarkt in Bassenheim.
