Allgemeine Berichte | 06.10.2017, 12:17 Uhr

Gelungene Premiere für den Barbarossas Slam

Junges Publikum bei jungen Poeten

Beim Barbarossa Slam geht es um lyrisches Können - und darum das Publikum zu begeistern.
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Sinzig. Für die Kunst und Kulturszene in der Barbarossastadt war es eine absolute Premiere und komplettes Neuland. Und dies mit durchaus bemerkenswertem Erfolg. Denn im Rahmen des Sinziger Bücherherbstes fand am Tag der Deutschen Einheit im Sitzungssaal des Rathauses der erste Barbarossas Slam statt. Eifriger Motor hinter der noch jungen „Slambewegung“ Sinzigs ist Michael Nietzsche. Im bestens besetzten Sitzungssaal war vor allen Dingen sehr junges Publikum zu finden, das den meist ebenso jungen Poeten begeistert lauschte. Und Nietzsche hat auch eine Reihe von neuen Sinzig-Liedern getextet, die zu bekannten Melodien zwischen den einzelnen Beiträgen auch eifrig mitgesungen wurden. Den Eisbrecher machte Jonathan Nauroth. Der hatte sich Gedanken darüber gemacht, das Superkräfte im Alltagsleben durchaus ihre negativen Seiten haben könnten. Denn eine Teleportation in einen malerischen Pinienhain, der sich leider zur Strecke eines Hochgeschwindigkeitszuges gewandelt hat, kann durchaus negativ Aspekte mit sich bringen. Und als Unsichtbarer hat man auch keinen einfachen Job im Straßenverkehr. Verena Kriechel zeigte mit ihrem erst kurz vor Veranstaltungsbeginn fertig gewordenen Text, dass man es mit seinen Mitmenschen auch zu gut meinen kann. Die gebürtige Kripperin Carolin Benmaiti fand in ihrem Text ein sehr, sehr schönes Sprachbild und stellte fest, dass es manchmal „einfach nicht rund läuft, wenn das Leben es eckig gedacht hat“. Christoph Geron berichtete mit sehr viel Unterhaltungspotenzial von den Abenteuern als Fotograf bei einer Hochzeit. Bei der ebenfalls längst nicht alles rund lief. Elena Thewes spielte gekonnt mit der Sprache und den Vokabeln „Enge, Mauern und Trauerzug“, die sich zu einem ganz beeindruckenden Albtraumszenario formten. Michael Nietzsche selbst ergriff auch das Mikrofon und beschloss mit den Reigen der Poeten mit einem Gruß an den neuen Bürgermeister von Sinzig. Die Premiere des Barbarossas-Slam zeigte deutlich, wie viel Kultpotenzial und auch Kulturpotenzial in dieser Form der Dichtung steckt und dies gilt auch in Sinzig. Wiederholungen in welcher Form auch immer scheinen ganz dringend angeraten. BL

Wiederholungen des Slams scheinen dringend erforderlich, denn alle Beteiligten waren begeistert.RÜ

Wiederholungen des Slams scheinen dringend erforderlich, denn alle Beteiligten waren begeistert.Fotos: RÜ

Beim Barbarossa Slam geht es um lyrisches Können - und darum das Publikum zu begeistern.

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