Allgemeine Berichte | 22.01.2025

Naturschutzinitiative e.V. (NI) lädt zu Wolf-Sonntagen ein

Mit dem Wolf leben lernen

Ein Wolf aus einem Westerwälder Rudel.  Foto: Markus Dübbert

Quirnbach/Westerwald. Die Naturschutzinitiative beobachtet eine zunehmende Tendenz, auch geschützte Tiere zu bekämpfen, wenn sie Lobbygruppen Aufwand verursachen. Der Wolf ist nur das prominenteste Beispiel dafür. Ähnliche Debatten gibt es auch bei den Arten Biber, Luchs und Fischotter, die ebenfalls in ehemalige Lebensräume zurückkehren.

Daher sei es wichtig, so die NI, sachlich zu informieren und vor allem den Herdenschutz durch die Weidetierhalter zu stärken. Nur so sei ein friedliches Zusammenleben möglich.

„Die Tierhalter sind nach dem Tierschutzgesetz verpflichtet, ihre Tiere zu schützen, nicht nur gegen den Wolf. Hierzu gehören neben einer fachgerechten Zäunung je nach Gegebenheiten auch Pferche, Ställe und Herdenschutzhunde. Richtiger Herdenschutz schützt nämlich Schaf und Wolf. Wer seine Tiere nicht schützen kann, kann auch keine halten“, so der Natur- und Umweltschutzverband.

“Wir können auch in Deutschland lernen mit dem Wolf zu leben, so wie es in vielen anderen Ländern gelungen ist. Hierzu braucht es eine gewisse Bereitschaft, das Wesen „Wolf“ zu verstehen. Die Wolf-Sonntage der Naturschutzinitiative e.V. (NI) informieren auf der Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen mit ausgewiesenen Experten über die europaweit streng geschützte Art und zeigen Möglichkeiten zu einem friedlichen Zusammenleben auf. Zu den Referenten zählen der Dipl.-Biologe und Zoologe Dr. Frank Wörner, die Tierärztin Dr. Jutta Etscheidt, der Großkarnivorenbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz Stefan Hetger, die Projektleiterin Großkarnivoren der NI, Gabriele Neumann sowie Elisabeth Ditscheid und Markus Dübbert.“

Wer allerdings „wolffreie Dörfer“ fordere, habe sich nicht nur wildbiologisch völlig disqualifiziert, sondern betreibe Hetze gegen dieses Tier und fordere im Grunde dessen erneute Ausrottung.

Der Wolf sei in den vergangenen Jahren regelrecht konditioniert worden, Schafe zu reißen, weil viele Tierhalter ihre Tiere einfach unzureichend oder gar nicht geschützt hätten. Das Bundesamt für Naturschutz gebe klare Empfehlungen, welche Zäune zum Schutz einer Herde geeignet seien.

„Der Wolf ist ein wichtiger Teil der Biodiversität, die unsere Lebensgrundlage darstellt. Und wir Menschen müssen wieder lernen, mit ihm zu leben. Auch die Weidetierhalter müssen sich umstellen und neue Wege gehen. Man muss einen Wolf nicht mit dem Tod bestrafen, nur weil er schlau ist. Mit den drei Wolf-Sonntagen und ausgewiesenen Fachleuten wollen wir zu einem sachlichen Diskurs beitragen“, so die Naturschutzinitiative e.V. (NI).

Termine der Wolf-Sonntage

Die Wolf-Sonntage finden am 16.02., 15.06. und 19.10.2025 jeweils von 11.00 Uhr bis ca. 13.00 Uhr statt. Der genaue Treffpunkt für die Exkursion wird den Teilnehmern nach der Anmeldung bekannt gegeben. Die Teilnahme ist kostenfrei, über eine Spende freut sich die Naturschutzinitiative e.V. (NI).

Für die Exkursion ist festes Schuhwerk erforderlich. Das Mitführen von Hunden ist nicht gestattet.

Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Eine Anmeldung ist erforderlich unter www.naturschutz-initiative.de

Pressemitteilung

Naturschutzinitiative e.V. (NI)

Ein Wolf aus einem Westerwälder Rudel. Foto: Markus Dübbert

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Kommentare
24.01.202520:28 Uhr
Gundula Jaskowsky

Nie und nirgendwo haben Mensch oder Tier mit Wölfen friedlich zusammen gelebt! Es gibt keinen funktionierenden Herdenschutz! Schutz der Wölfe bedeutet Aufgabe der Weidetierhaltung. In anderen Ländern klappt es genauso wenig wie in Deutschland. Schweden ist ein Land in dem es immer Wölfe gegeben hat. Sie reduzieren den Bestand auf 170 Exemplare! Dies ist ein Beispiel an dem wir uns in Deutschland orientieren sollten.
Für mich war es immer ein Zeichen von Zivilisation in einem Land ohne gefährliche Raubtieren zu leben. Schutz der Wölfe bedeutet Aufgabe des Tierwohls!

Schuster antwortete am 30.01.202514:58 Uhr

Der Wolf ist wichtig für unser Land.
In den letzten Jahren wurden unseren heimischen Tierarten die Lebensräume genommen durch invasive Arten, z.B. der Nutriaratte, dem Waschbären oder auch von heimischen Arten, die einfach keinen natürlichen Feind mehr hatten, wie die krasse Überpopulation an Wildschweinen.
Jäger haben Abschuss-Quoten bekommen, da diese „Schädlinge“ kaum anders zu bändigen waren.
Jetzt haben wir endlich wieder deren natürlichen Feind, um die überPopulation an Wildschweine in den Griff zu kriegen oder invasive Arten,
Der Wolf ist wichtig für uns.
Genauso wichtig ist, dass Tiere, die er nicht reißen soll, vor ihm geschützt werden.
Das ist Aufgabe der Tierbesitzer.
Die dafür sogar finanzielle Hilfen kriegen. Wie schön ist das von Deutschland, oder?
Der Wolf ist wichtig!
Er ist eine heimische Art. Er gehört hier hin.

Birgit Braun antwortete am 26.01.202511:04 Uhr

Gefährliches Raubtier? Der Mensch ist das Monster. Hobbyjäger die aus purer Lust am Töten alles abknallen, was ihnen vor die Flinte kommt. Unnötig. Täglich werden Weidetiere geschlachtet, damit wir Fleisch auf dem Teller haben. Der Wolf hat keine Alternative zum Fleisch, wir schon. Aber der Mensch spielt gerne Gott. Alles was unliebsam und unbequem ist muss weg. PS...ich bin kein Veganer.

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