Ehrung für Peter Baus aus Rheinbach
Patriotische Zeremonie und Verdun-Gedenken mit Rheinbacher Beteiligung in Paris
aus Rheinbach
Rheinbach. Während in Deutschland der I. Weltkrieg 1914-1918 durch den II. Weltkrieg 1939-1945 und der im deutschen Namen begangenen Verbrechen stark in den Hintergrund gerückt und in der deutschen Gedenkkultur nur noch wenig präsent ist, hat das Gedenken an den I. Weltkrieg, den Première Guerre mondiale, La Grande Guerre, den Großen Krieg in Frankreich bis heute eine hohe Bedeutung. Würdevolle Zeremonien und Rituale mit starker Symbolkraft sind bis heute ein wichtiger Teil der nationalen Gedenkfeiern.
In einer Gruft unter dem Triumphbogen in Paris ruht ein unbekannter französischer Soldat des Ersten Weltkrieges, ein Gefallener aus der Schlacht bei Verdun 1916. Über dem Grab brennt zum Gedenken eine ewige Flamme.
Alljährlich, um den 1. November herum, wird bei dieser feierlichen Zeremonie an der Flamme des unbekannten Soldaten eine Fackel entzündet. Diese wird dann in einem Fackellauf von Läuferinnen und Läufern über 280 km nach Verdun gebracht und im dortigen Siegesdenkmal aufbewahrt.
Am Vorabend des 11. Novembers, in Frankreich nationaler Gedenktag zum Ende des Ersten Weltkriegs, wird bei Anbruch der Dunkelheit die Flamme zum Beinhaus von Douaumont gebracht, dort erwartet von Offiziellen, Militär, dem Bischof und Abordnungen aller Ortschaften aus der Umgebung Verduns, dabei viele Jugendliche und Kinder. Dann wird in einer feierlichen Zeremonie im Beinhaus das dortige ewige Licht mit der Fackel aus Paris neu entfacht. Anschließend tritt der Bischof mit der Fackel vor das Beinhaus und die Abordnungen der Ortschaften entzünden Lampen an der Fackel und tragen die Flamme des unbekannten Soldaten in ihre Orte. An den Feierlichkeiten nimmt jedes Jahr auch die Partnerschaft des Friedens aus Rheinbach mit ihrem Vorsitzenden Stefan Raetz und 45 Schülern aus Rheinbach teil.
Schon bereits am Volkstrauertag am 17.11.2019, sieben Tage nach Gründung der Partnerschaft der Stadt Rheinbach mit der Commune Douaumont-Vaux in Verdun, brachte Olivier Gerard erstmalig die Flamme des unbekannten Soldaten nach Rheinbach und seitdem an jedem Volkstrauertag. Stefan Raetz. „Das ist ein sichtbares Zeichen der Versöhnung zwischen Deutschen und Franzosen. Es ist außerdem eine besondere Ehre und Alleinstellungsmerkmal für die Stadt Rheinbach.“
Auch dieses Jahr wird Olivier Gerard zum Volkstrauertag am 15.11. die Flamme wieder nach Rheinbach bringen.
Dem langjährigen militärhistorischen Reiseführer und Verdun-Kenner Stabshauptmann a.D. Peter Baus, Rheinbacher Bürger und aktives Mitglied des Vereins Partnerschaft des Friedens Rheinbach / Douaumont-Vaux war am 26. Juni 2026 in Verdun durch Olivier Gerard, Bürgermeister von Douaumont und Direktor des weltbekannten Beinhauses von Douaumont, die „Médaille de la Paix de Verdun“ überreicht worden. Diese wird an Personen, Organisationen oder Städte verliehen, die sich um die deutsch-französische Aussöhnung, den Frieden und die europäische Zusammenarbeit verdient gemacht haben. Neben Stefan Raetz ist nun auch Peter Baus der zweite Rheinbacher, dem diese Ehre teil wurde.
Der Präsident der „Féderation Nationale de Ceux de Verdun“ Francis Lefort und Olivier Gerard, auch Vizepräsident der Fédération, hatten Peter Baus eingeladen, am 30. Oktober dieses Jahres an der Zeremonie „Prélever la Flamme sacrée du Soldat inconnu“, als Ehrengast teilzunehmen und gemeinsam mit ihnen unter dem Arc de Triomphe in Paris die heilige Flamme des unbekannten Soldaten zu entnehmen. Begleitet wurde Peter Baus von seiner Ehefrau Walli sowie den Rheinbachern Christina und Adrian Grüter, ebenfalls Mitglieder der Partnerschaft des Friedens..
Die Zeremonie am Arc de Triomphe fand am Vormittag bei strahlendem Sonnenschein statt. Aktiv waren etwa 200 Personen aus Politik, Militär, zahlreiche Veteranen- und patriotische Vereine mit ihren Fahnen beteiligt, dazu Hunderte von Zuschauern.
Peter Baus wurde ein Platz in der Reihe der „Autoritäten“ gewährt, darunter der Stadtkommandant von Paris, der Bürgermeister von Verdun, die neue Vize-Präfektin des Departements Meuse in Verdun, der Präsident des Rates des Departements Meuse und Francis Lefort.
Nach Totenehrung, Nationalhymmne und zahlreichen Niederlegungen von Blumengestecken durch Abordnungen aus ganz Frankreich wurde die Fackel an der Ewigen Flamme entzündet und dann feierlich den Staffelläufern übergeben. Zum Ende der feierlichen Zeremonie hatten die „Autoritäten“, auch Peter Baus, die Ehre, sich in das „Livre d´Or de l´Arc de Triomphe“ (Goldenes Gästebuch) einzutragen.
Entzündung der Fackel an der Ewigen Flamme Foto: Partnerschaft des Friedens
Olivier Gerard und Peter Baus im Gespräch mit Veteranen Foto: Partnerschaft des Friedens