Ahrtal-Tourismus bringt Tourismus-Akteure für gemeinsame Planungen zusammen

Perspektiven für den Tourismus im Ahrtal schaffen

Perspektiven für den Tourismus im Ahrtal schaffen

Der Wiederaufbau geht meist nur langsam voran, viele Gebäude befinden sich immer noch im Rohbauzustand. Foto:ROB

09.02.2022 - 14:54

Kreeis Ahrweiler. Auch ein halbes Jahr nach der Flut ist der Tourismus im Ahrtal immer noch am Boden. 80 Prozent der von der Flut betroffenen Gastgeber sagen zwar, dass sie ihre Betriebe wiederaufbauen möchten. Doch der Wiederaufbau geht meist nur langsam voran, viele Gebäude befinden sich immer noch im Rohbauzustand. Die Flut hat zudem auch große Schäden an der touristischen Infrastruktur hinterlassen – der Ahr-Radweg ist in großen Teilen zerstört, die Ahr-Thermen außer Betrieb, die Bahnstrecke führt derzeit von Remagen nur bis Walporzheim, touristisch relevante Aufenthaltsbereiche in den Orten sind größtenteils verwüstet und Einzelhandelsgeschäfte nur zum Teil wieder in Container-Lösungen aktiv.

Die betroffenen Betriebe geben meist an, wohl erst im Herbst 2022 wieder unter Einschränkungen öffnen zu können. „Die generelle Infrastruktur wird bis dahin jedoch nicht wieder vollständig vorhanden sein“, sagt Christian Lindner, Vorsitzender des Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e. V. Die Corona-Krise hat zusätzlich wirtschaftliche und personelle Folgen für den Tourismus im Ahrtal mit sich gebracht. Die Situation für die Gastgeber im Ahrtal ist äußerst schwierig. Auch die Winzerbetriebe kämpfen enorm mit den durch die Flut entstandenen Schäden. „Tourismus ist der wirtschaftliche Motor des Ahrtals. Er wird noch viele Monate, teils Jahre benötigen, um zu alter Stärke zu gelangen“, so Christian Lindner.


Beratungsprogramm für Betriebe und neues Tourismus-Konzep


tFür die Betriebe, die nun wiederaufbauen, will der Ahrtal-Tourismus Perspektiven schaffen. „Mit dem Wiederaufbau ergeben sich Chancen, die wir zupackend und zukunftsgerichtet nutzen müssen“, sagt Vorstandsmitglied Denis Hüttig. Der Verein hat dafür drei Fokusthemen, die er angehen wird. Zum einen den Aufbau eines Beratungsprogramm für seine Mitgliedsbetriebe. „Unsere Betriebe brauchen jetzt fachkundige Unterstützung dabei, nicht nur den alten Zustand wiederherzustellen, sondern vielmehr die Chancen zu nutzen, mit neuen, innovativen, zukunftsträchtigen Betriebskonzepten und einem zeitgemäßen Marktauftritt im Rahmen des Wiederaufbaus durchzustarten“, ergänzt Denis Hüttig.

Um das Ahrtal zu Re-Positionieren braucht es zudem ein neues Tourismuskonzept. Christian Lindner: „Wir brauchen klare Ziele und einen Plan, der verbindlich Wege aufzeigt, wo was wie am besten und vor allem zukunftsorientiert wiederaufgebaut oder neu geschaffen werden kann. Über ein neues Konzept wollen wir ein strukturiertes und organisiertes Vorgehen sicherstellen.“ Themen wie CO2-Neutralität, Nachhaltigkeit und Mobilität sollen eine zentrale Rolle im Erlebnis der Urlauber sowie der Bürgerinnen und Bürger des Ahrtals spielen. Das Konzept wird gemeinsam mit allen unmittelbaren und mittelbaren Akteuren des Tourismus, den Kommunen aber auch unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, der Politik und Fachorganisationen erarbeitet.


Besucherlenkung, um Gästen Orientierung zu bieten


Das dritte Thema dient dazu, Gästen des Ahrtals Orientierung zu bieten: Wann können sie das Ahrtal wieder besuchen, worauf sollten sie dabei achten, wie können sie mit ihren Besuchen helfen? Dafür braucht es ein umfassendes Kommunikationsmanagement online und vor Ort, kombiniert mit einem neuen System der Besucherlenkung, das Modellcharakter hat und auch langfristig Nutzen stiftet.

„Wir haben viele Ideen und Vorschläge, wo wir den Tourismus im Ahrtal hinbringen möchten. Dies können wir jedoch nicht alleine als Ahrtal-Tourismus angehen, sondern das ist eine gemeinsame Aufgabe aller am Tourismus Beteiligten“, betont Denis Hüttig. „Wir brauchen insbesondere auch Unterstützung seitens der Politik und öffentlichen Hand.“ Das Land Rheinland-Pfalz habe bereits seine Unterstützung zugesagt. Dies alleine reiche jedoch nicht aus. „Auch der Kreis Ahrweiler und die Kommunen müssen mit uns an einem Strang ziehen und wir brauchen ihr persönliches und finanzielles Engagement“, fordert Christian Lindner. Derzeit führe der Verein Gespräche mit allen Tourismus-Akteuren, um die Themen schnellstmöglich zur Umsetzung zu bringen.

Pressemitteilung Ahrtal-TourismusBad Neuenahr-Ahrweiler e. V.

Weitere Beiträge zu den Themen

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Stellenmarkt
Stellenanzeige +
Weitere Berichte

Präzisionsarbeit der Brückenbauer des THW

Sinzig: Neue Brücke für Radfahrer über die Ahrmündung steht

Sinzig. Die neue Brücke für Radfahrer über die Ahrmündung steht. Die Brückenbauer des THW leisteten am Sonntagmorgen Präzisionsarbeit, die voll im Zeitplan lag. Mit einem riesigen Kran wurde die neue 40 Meter lange Brücke präzise auf die neu gebauten Fundamente eingehoben. Die Arbeiten der Brückenbauer des Technischen Hilfswerks wurden dabei trotz der frühen Stunde am Sonntagmorgen ab 9:00 Uhr von zahlreichen Kiebitzen verfolgt. mehr...

Fotogalerie: Weinfeste an der Ahr 2022

Kreis Ahrweiler. Es war eine entbehrungsreiche Zeit: Erst kam Corona, dann die Flut. Doch nun wird an der Ahr wieder kräftig gefeiert und in den ersten Weinorten sind die Weinfeste bereits über die Bühne gegangen. Einige Impressionen von der bisherigen Weinfestsaison an Ahr haben wir jetzt schon für Euch zusammengestellt. Weitere Impressionen und die Galerie wird fortlaufend ergänzt. mehr...

Wein-und Obstbauverein Monreal

Wanderung

Monreal. Das diesjährige Wandervorhaben des Wein-und Obstbauvereins Monreal führt auf die „Boser Doppelmaartour“. Am Samstag, 8. Oktober, 11 Uhr, wird ab Friedhof mit dem Bus gestartet. Ab dem Wanderparkplatz des Traumpfades geht es dann auf „Schusters Rappen“ weiter. Damit es nicht zu anstrengend wird, werden die Steilstücke bergab begangen. An der am Wanderweg liegenden Schutzhütte wird eine Rast eingelegt, bei der Essen und Trinken angeboten werden. mehr...

FSV Dieblich/Volleyball/Frauen

Glatte Auswärtssiege der FSV-Mannschaften

Dieblich. Nach dem 3:0-Auswärtserfolg gegen die Westerwald-Volleys zu Beginn der neuen Saison feierte die erste Mannschaft den nächsten Sieg in der Bezirksklasse A bei der zweiten Mannschaft des VC Mendig. Der Sieg gegen die neu formierten Gastgeberinnen fiel überraschend deutlich aus unter Berücksichtigung, dass beim FSV doch einige Stammkräfte fehlten. Nur im ersten Satz war noch etwas Sand im Getriebe, bis die Harmonie im Team hergestellt und die Laufwege automatisiert waren. mehr...

 
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
LESETIPPS
GelesenNeueste
aktuelle Beilagen
Inhalt kann nicht geladen werden

 

Firma eintragen und Reichweite erhöhen!
Kommentare
K. Schmidt:
Der Grafschafter Rat hat sich inzwischen doch recht einheitlich dagegen ausgesprochen, irgendwo größere Gewerbeansiedlungen zu planen. Auch die CDU scheint zumindest vorerst mal verstanden zu haben, dass ein bisschen mehr Ländlichkeit in den Dörfern gewünscht wird. Und die FDP träumt nun trotzdem von...
K. Schmidt:
Manche Sätze davon könnten genauso aus einem Interview vor einem Jahr stammen. Wir brauchen Sonderlösungen, dies und das bremst... Das kann man natürlich nicht alles auf Frau Weigand schieben, was sich im letzten Jahr alles noch nicht getan hat, aber man kann schon feststellen: Viel handfestes, greif-...
Wilhelm Wundertsich:
Angespannte Personalsituation - das glaube ich gerne. Umso verwunderlicher, dass es sich die Kreisverwaltung trotzdem erlaubt, extra durch das Innenministerium RP zur temporären Unterstützung angefordertes Personal aus einer naheliegenden Bundesbehörde mit einem Federstrich abzulehnen. Da kann man leider...
K. Schmidt:
Urlaub am Meer, Ausflüge in die Eifel, diverse Mittelgebirgsstandorte, ja selbst in Bayern trifft man als Tourist auf Windkraftanlagen. Aber in Ahrweiler wird der Tourismus zusammenbrechen, wenn der Strom zur Beleuchtung des Rotweines nicht einfach nur aus der Steckdose kommt, sondern auch sichtbar...
Sabine Weber-Graeff:
Die Bürger Ahrweilers haben den Bau,so glaube ich,noch garnicht auf dem Radar.Die Offenlegung der Pläne wurde taktisch geschickt in die Sommerferien gelegt,vermutlich um einer Vielzahl von Einwendungen entgegenzuwirken.Was diese Pläne für die touristische Infrastruktur hier bedeuten,läßt sich nur erahnen.Stammgäste...
Service