Allgemeine Berichte | 18.09.2018

Landesschleppjagd wurde in Oberzissen ausgerichtet

Reiterliche Ausbildung 40 Jahre gefördert

Heinz Daum, Vorsitzender des Jagd-Reiter-Clubs Eifel, erhielt hohe Ehrung des Landespferdesportverbands

Feldführer Thomas Lühring, Schirmherr Eugen Schmitt und Jagdherr Heinz Daum freuen sich über eine gelungene Landesschleppjagd. privat

Oberzissen. Unlängst führte der Jagd-Reiter-Club Eifel e.V. eine Vielzahl an Jagdreitern durch das Brohltal in und um Oberzissen. Nach 2003 war der Verein in diesem Jahr wieder mit der Ausrichtung einer Landesschleppjagd Rheinland-Pfalz beauftragt – diesmal der Jubiläumsjagd des Pferdesportverbands. Die Schirmherrschaft wurde von Eugen Schmitt übernommen, dem Ortsbürgermeister von Oberzissen, der auch in der Vergangenheit schon immer sein Interesse beim Besuch der Jagden seiner Oberzissener Reiter bekundete.

Insgesamt 54 Jagdreitern aus nah und fern trafen sich bei optimalen spätsommerlichen Wetterbedingungen zunächst ab 13 Uhr in der Oberzissener Schützenhalle, um bei einem ausgiebigen „Eifler Büffet“ die Grundlagen für die Jagd zu legen. Pünktlich um 15 Uhr waren dann alle auf dem Abreiteplatz am Sportplatz in Oberzissen versammelt, um gemeinsam die fordernde Strecke anzugehen. Mehr als 100 Zuschauer empfingen die große Reiterschar und die Jagd-Equipage der Rheinland-Meute mit ihren Foxhounds aus dem Westerwald unter Führung von Ralf Siegel. Untermalt wurde dieses beeindruckende Geschehen von den Jagdhornbläsern des Hegerings Niederzissen. Nach einer Begrüßung und Ansprache durch den Schirmherrn Eugen Schmitt und dem 1. Vorsitzenden des Jagd-Reiter-Clubs und diesjährigen Jagdherrn, Heinz Daum, ging es in zwei jagdreiterlichen Feldern auf die Jagdstrecke – rund ums schöne Rodder Maar. Das Springerfeld wurde geführt von Thomas Lühring aus Niederzissen in Begleitung der Pikörin Sandra Kraut-Bell aus Niederdürenbach. Das zweite Feld lag in der Verantwortung von Petra Schütz aus Oberzissen und Anette Lühring aus Niederzissen.

Das gesamte Feld wurde angeführt durch die „Schleppenleger“. Diese verantwortungsvolle Aufgabe übernahmen in diesem Jahr Verena Bregenzer aus Dedenbach und Petra Leclerc aus Rheinböllen. Sie ritten allen voran und legten die Spur für die Jagdhunde, die ihnen über insgesamt knapp 19 Kilometer Strecke immer „dicht auf den Fersen“ waren. Geritten wurden insgesamt neun Schleppen (angelegte teiljagdliche Abschnitte), die mit hohem reiterlichen Geschick zu bewältigen und mit einer Vielzahl von teilweise anspruchsvollen Hindernissen im Wald und auf den Feldern und Wiesen gespickt waren, die überwunden werden mussten. Insgesamt konnten Reiter und Pferde ihr Können an 31 Hindernisse messen.

Jagdhornbläser sorgten für den musikalischen Rahmen

Nachdem der letzte Sprung (Halali-Sprung) nach rund drei Stunden im Sattel genommen war, beglückwünschten sich alle Jagdreiter gegenseitig zu Pferde und dankten für die gute Schleppjagd. Dann ging es noch retour auf den Abreiteplatz an der Schützenhalle, wo den Hunden für die erfolgreiche Schleppjagd mit dem Curée – bestehend aus frischem Rinderpansen – gedankt wurde. Anschließend beglückwünschte der Ortsbürgermeister Eugen Schmitt alle Reiter zur erfolgreichen Jagd, und zum persönlichen Dank empfingen alle Jagdreiter den obligatorischen Bruch vom Jagdherrn Heinz Daum. Begleitet wurde dieser Abschluss wiederum von wundervollen Jagdklängen der Jagdhornbläser vom Hegering Niederzissen, die während die gesamte Jagd musikalisch umrahmten.

Anschließend wurden dann die Pferde, die durchweg sehr gute Leistungen gezeigt hatten, versorgt, und danach trafen sich Jagdreiter, Zuschauer und Gäste zum „Schüsseltreiben“ (dem Ausklang der Jagd) in der Oberzissener Schützenhalle, wo die ein oder andere Jagdreiterszene nochmals in entspannter Atmosphäre ausgewertet wurde.

Diesen sehr würdevollen Rahmen nutzend, sprach der amtierende Ressortleiter Jagdreiten des Pferdesportverbands, Arnold Keller, dem 1. Vorsitzenden Heinz Daum seinen besonderen Dank aus und ehrte ihn mit der Goldenen Ehrennadel des Pferdesportverbands. In seiner Laudatio merkte Keller an, dass Heinz Daum seit nunmehr 40 Jahren unermüdlich die jagdreiterliche Ausbildung in der Region fördert und seit 1989 als 1. Vorsitzender den Jagd-Reiter-Club Eifel und seit 2000 diesen als eingetragenen Verein leitet, gestaltet und wesentlich prägt – und damit Pferdesportenthusiasten eine Heimat in Oberzissen gibt.

Aus Oberzissen ein „Mekka des Jagdreitsports“ gemacht

Das letzte offizielle Wort hatte der Schirmherr und Ortsbürgermeister Eugen Schmitt – auch er unterstrich die bemerkenswerte Leistung des Vereins, Oberzissen über Jahrzehnte hinweg als das „Mekka des Jagdreitsports“ in Rheinland-Pfalz etabliert und Gäste aus nah und fern auch auf diesem Wege für das Brohltal gewonnen zu haben, die alle immer wieder gerne nach Oberzissen und Umgebung kommen. Mit der Übergabe eines Ehrentellers an den 1. Vorsitzenden Heinz Daum, dankte er dem Verein für eine kontinuierlich gute und integrative Vereinsarbeit einerseits sowie für die Durchführung einer gelungenen Jubiläumsveranstaltung und der damit einhergehenden grenzüberschreitenden Werbung für Oberzissen und das Brohltal andererseits.

Insgesamt ein toller und gelungener Tag für alle Pferdesport-Begeisterten.

Rückkehr von der Jagd.

Rückkehr von der Jagd.

Petra Schütz und Anette Lühring führten das zweite Springerfeld.

Petra Schütz und Anette Lühring führten das zweite Springerfeld.

Dank auch an die Hunde: Sie erhielten das traditionelle Curée.

Dank auch an die Hunde: Sie erhielten das traditionelle Curée.

Feldführer Thomas Lühring, Schirmherr Eugen Schmitt und Jagdherr Heinz Daum freuen sich über eine gelungene Landesschleppjagd. Fotos: privat

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