Allgemeine Berichte | 02.09.2024

Das Hauptgebäude der Winzergenossenschaft in Mayschoß fällt dem Bagger zum Opfer

Seit Montagmorgen läuft der Abriss

Mit dem ersten Baggerbiss verschwand bereits ein Teil der historischen Beschriftung am Hauptgebäude der Winzergenossenschaft

Mayschoß. Am Hauptgebäude der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr am Fuß der Saffenburg sind die Bagger angerückt. Bis Ende Oktober läuft der Abriss des von der Flut gebeutelten Komplexes. Erhalten bleibt lediglich der historische Fasskeller. Etliche Mayschosser und Mitglieder der Genossenschaft folgten als Zuschauer dem ersten Baggerbiss, mit dem ein Teil der traditionsreichen Beschriftung im Giebel verschwand. Da schwebte schon ein Hauch von Wehmut mit. Ein Blick zurück und ein Ausblick. Im Nachgang der Flutkatastrophe vom 14./15. Juli 2021 stellte sich zügig heraus, dass ein Abriss der Gebäude am Hauptstandort der Genossenschaft in Mayschoß nicht zu vermeiden sein wird. Innerhalb der letzten vergangenen drei Jahre wurden Neubaupläne und zukunftsorientierte Konzepte in enger Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro „Stadt Land Architekten“ aus Wittlich sowie einem eigens gegründeten Bauausschuss aus den Gremien von Vorstand und Aufsichtsrat der Winzergenossenschaft erarbeitet.

„Genehmigungsverfahren dauerten an, Herausforderungen in zukünftigen Hochwasserschutz- und Brandschutzmaßnahmen kosteten sehr viel Zeit“, heißt es von den Vorständen Dirk Stephan und Mirco Burkardt. Bereits seit Mitte Juni liefen jetzt vorbereitende Maßnahmen für die endgültigen Abrissarbeiten, die jetzt begonnen haben.

Abrissbirne schlägt zu

Konkret geht es um das historische Gebäude, das nach der Gründung (1868) in 1874 zusammen mit den ersten beiden Kellerteilen erbaut wurde und seit 150 Jahren Bestandteil des Weinortes Mayschoß ist. Stetige Erweiterung und Anbauten waren in den Folgejahren erfolgt. So von 1888 bis 1893 die Errichtung des historischen Fasskellers (dieser kann glücklicherweise auch weiterhin bestehen bleiben) sowie des ersten Stockwerks des Hauptgebäudes mit den ehemaligen Büroräumen der Genossenschaft.

Von 1953 bis 1965 erfolgte der Neubaus von fünf Ausschankkellern, den späteren Veranstaltungskellern wie dem Saffenburgkeller und des Römergewölbes. Diese können jedoch nicht mehr erhalten werden und werden im Zuge des Abrisses mit dem Bauschutt der abgerissenen Gebäudeteile aufgeschüttet und verfüllt. 1972 wurde der neue Saals zur Erweiterung der Gaststätte für das hohe Touristenaufkommen (heutiger linker Teil des Hauptsitzes mit ehemaligem Restaurant) gebaut. Auch dieser Part fällt der Abrissbirne zum Opfer.

Von 1980 bis 1982 wurde das Tank- und Flaschenlager. Es folgten der Ausbau der heutigen Versandabteilung sowie des Felsenkellers, Standort der Vinothek in den vergangenen drei Jahren. In den nächsten Wochen werden sowohl das Hauptgebäude, die ehemaligen Ausschankkeller, der ehemalige große Saal mit Restaurant sowie die Versandabteilung mit Lager abgerissen respektive aufgeschüttet. Die Dauer des Gesamtabrisses ist angesetzt bis Ende Oktober, im Anschluss an Haupthaus folgt der von der Straße aus gesehen linke Teil (ehemaliges Restaurant mit Versandabteilung).

So geht es weiter

Das 2016 errichtete Edelstahltanklager sowie Traubenannahme und Abfüllhalle bleiben erhalten, der technischer Betrieb kann „ungestört“ weiterlaufen. Die Rohbauausschreibung für den Neubau sind in Vorbereitung. Innerhalb der nächsten drei bis vier Wochen wird ausgeschrieben. Bis zum Ende des Jahres soll dann mit dem Neubau begonnen werden, dessen Investitionsvolumen laut Aussage von Kellermeisterin Astrid Rickert rund 23 Millionen Euro beträgt. Für eine neue Halle, die zukünftig als Lager- und Versandhalle dienen wird, war Baubeginn bereits im vergangenen Jahr. Da wird die Dauer inklusive Genehmigungsverfahren mit eineinhalb Jahren bei einer tatsächlichen Bauzeit von zehn Monaten angegeben. In diese Halle erfolgte vor drei Wochen der Umzug der neuen Übergangsvinothek für die kommenden drei Jahre Bauzeit. So wird für die Besucher der Winzergenosenschaft stetig laufender Betrieb ohne große Einschränkungen sichergestellt. „Auch innerhalb der Bauphase sind täglich Besichtigungen und Weinproben möglich“, richten sich die beiden Vorstände an Weinfreunde und Kunden. Eine Sitzgelegenheit zum Verweilen und Genießen der Weine werde auch in der Übergangszeit vor dem neuen Verkauf, mit Blick auf die Saffenburg, eingerichtet. Und Ende 2027 soll es dann vom Plateau der Saffenburg aus den Blick auf die fertigen Gebäude der Genossenschaft geben. GS

Eine überdimensionale Sicherheitsmatte zum Schutz der Nachbargebäude schwebt ein.  Fotos:GS

Eine überdimensionale Sicherheitsmatte zum Schutz der Nachbargebäude schwebt ein. Fotos:GS

Mit dem ersten Baggerbiss verschwand bereits ein Teil der historischen Beschriftung am Hauptgebäude der Winzergenossenschaft

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