Allgemeine Berichte | 02.09.2024, 14:29 Uhr

Das Hauptgebäude der Winzergenossenschaft in Mayschoß fällt dem Bagger zum Opfer

Seit Montagmorgen läuft der Abriss

Mit dem ersten Baggerbiss verschwand bereits ein Teil der historischen Beschriftung am Hauptgebäude der Winzergenossenschaft

Mayschoß. Am Hauptgebäude der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr am Fuß der Saffenburg sind die Bagger angerückt. Bis Ende Oktober läuft der Abriss des von der Flut gebeutelten Komplexes. Erhalten bleibt lediglich der historische Fasskeller. Etliche Mayschosser und Mitglieder der Genossenschaft folgten als Zuschauer dem ersten Baggerbiss, mit dem ein Teil der traditionsreichen Beschriftung im Giebel verschwand. Da schwebte schon ein Hauch von Wehmut mit. Ein Blick zurück und ein Ausblick. Im Nachgang der Flutkatastrophe vom 14./15. Juli 2021 stellte sich zügig heraus, dass ein Abriss der Gebäude am Hauptstandort der Genossenschaft in Mayschoß nicht zu vermeiden sein wird. Innerhalb der letzten vergangenen drei Jahre wurden Neubaupläne und zukunftsorientierte Konzepte in enger Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro „Stadt Land Architekten“ aus Wittlich sowie einem eigens gegründeten Bauausschuss aus den Gremien von Vorstand und Aufsichtsrat der Winzergenossenschaft erarbeitet.

„Genehmigungsverfahren dauerten an, Herausforderungen in zukünftigen Hochwasserschutz- und Brandschutzmaßnahmen kosteten sehr viel Zeit“, heißt es von den Vorständen Dirk Stephan und Mirco Burkardt. Bereits seit Mitte Juni liefen jetzt vorbereitende Maßnahmen für die endgültigen Abrissarbeiten, die jetzt begonnen haben.

Abrissbirne schlägt zu

Konkret geht es um das historische Gebäude, das nach der Gründung (1868) in 1874 zusammen mit den ersten beiden Kellerteilen erbaut wurde und seit 150 Jahren Bestandteil des Weinortes Mayschoß ist. Stetige Erweiterung und Anbauten waren in den Folgejahren erfolgt. So von 1888 bis 1893 die Errichtung des historischen Fasskellers (dieser kann glücklicherweise auch weiterhin bestehen bleiben) sowie des ersten Stockwerks des Hauptgebäudes mit den ehemaligen Büroräumen der Genossenschaft.

Von 1953 bis 1965 erfolgte der Neubaus von fünf Ausschankkellern, den späteren Veranstaltungskellern wie dem Saffenburgkeller und des Römergewölbes. Diese können jedoch nicht mehr erhalten werden und werden im Zuge des Abrisses mit dem Bauschutt der abgerissenen Gebäudeteile aufgeschüttet und verfüllt. 1972 wurde der neue Saals zur Erweiterung der Gaststätte für das hohe Touristenaufkommen (heutiger linker Teil des Hauptsitzes mit ehemaligem Restaurant) gebaut. Auch dieser Part fällt der Abrissbirne zum Opfer.

Von 1980 bis 1982 wurde das Tank- und Flaschenlager. Es folgten der Ausbau der heutigen Versandabteilung sowie des Felsenkellers, Standort der Vinothek in den vergangenen drei Jahren. In den nächsten Wochen werden sowohl das Hauptgebäude, die ehemaligen Ausschankkeller, der ehemalige große Saal mit Restaurant sowie die Versandabteilung mit Lager abgerissen respektive aufgeschüttet. Die Dauer des Gesamtabrisses ist angesetzt bis Ende Oktober, im Anschluss an Haupthaus folgt der von der Straße aus gesehen linke Teil (ehemaliges Restaurant mit Versandabteilung).

So geht es weiter

Das 2016 errichtete Edelstahltanklager sowie Traubenannahme und Abfüllhalle bleiben erhalten, der technischer Betrieb kann „ungestört“ weiterlaufen. Die Rohbauausschreibung für den Neubau sind in Vorbereitung. Innerhalb der nächsten drei bis vier Wochen wird ausgeschrieben. Bis zum Ende des Jahres soll dann mit dem Neubau begonnen werden, dessen Investitionsvolumen laut Aussage von Kellermeisterin Astrid Rickert rund 23 Millionen Euro beträgt. Für eine neue Halle, die zukünftig als Lager- und Versandhalle dienen wird, war Baubeginn bereits im vergangenen Jahr. Da wird die Dauer inklusive Genehmigungsverfahren mit eineinhalb Jahren bei einer tatsächlichen Bauzeit von zehn Monaten angegeben. In diese Halle erfolgte vor drei Wochen der Umzug der neuen Übergangsvinothek für die kommenden drei Jahre Bauzeit. So wird für die Besucher der Winzergenosenschaft stetig laufender Betrieb ohne große Einschränkungen sichergestellt. „Auch innerhalb der Bauphase sind täglich Besichtigungen und Weinproben möglich“, richten sich die beiden Vorstände an Weinfreunde und Kunden. Eine Sitzgelegenheit zum Verweilen und Genießen der Weine werde auch in der Übergangszeit vor dem neuen Verkauf, mit Blick auf die Saffenburg, eingerichtet. Und Ende 2027 soll es dann vom Plateau der Saffenburg aus den Blick auf die fertigen Gebäude der Genossenschaft geben. GS

Eine überdimensionale Sicherheitsmatte zum Schutz der Nachbargebäude schwebt ein.  Fotos:GS

Eine überdimensionale Sicherheitsmatte zum Schutz der Nachbargebäude schwebt ein. Fotos:GS

Mit dem ersten Baggerbiss verschwand bereits ein Teil der historischen Beschriftung am Hauptgebäude der Winzergenossenschaft

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag
Monatliche Anzeige
Imageanzeige
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606  // Motiv EDL
Gesundheitsexperten Bad Neuenahr-Ahrweiler
Imageanzeige
Imageanzeige Dauerauftrag 09/2025
Empfohlene Artikel
(von links) Pascal Rowald, Jan Ritter und Peter Diewald im großen Sitzungssaal des Rathauses.  Foto: GS
367

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler bekommt einen neuen Ersten Beigeordneten. Jan Ritter wird Peter Diewald ablösen, der zum Jahresende in den Ruhestand geht. Ritter wurde vor großem Publikum unter Sitzungsleitung von Bürgermeister Pascal Rowald in dessen erster Sitzung als Stadtchef im zweiten Wahlgang zum Stadt-Vize gewählt. 21 von 36 Ratsmitglieder haben für den 46-Jährigen gestimmt, der für die CDU im Kreistag von Ahrweiler sitzt.

Weiterlesen

Die Junggesellen freuen sich auf unvergessliche fünf Tage. Foto: privat
147

Bad Bodendorf. Der Sinziger Stadtteil Bad Bodendorf steht wieder ganz im Zeichen der traditionellen Kirmes. Der Junggesellenverein (JGV) Bad Bodendorf lädt von Freitag, 4. September, bis Dienstag, 8. September 2026, zu fünf abwechslungsreichen Festtagen ein. Rund um den Kirmesplatz erwartet die Besucher ein buntes Programm für Jung und Alt, musikalische Unterhaltung und zahlreiche traditionelle Höhepunkte.

Weiterlesen

11

Unkel. Offenes Mitmach-Singen veranstaltet vom Kirchenchor des Seelsorgebereichs Unkel von 19 bis 20 Uhr auf dem Gelände des Christinenstifts in Unkel – bei schlechtem Wetter in der Kapelle - als Mitgestalter eines bundesweit von hunderten Chören gemeinsam ausgerichteten Liederabends anlässlich des Einheitsfestes. Liedrepertoire von altem Volksliedgut bis zu bekannten Liedern neuerer Interpreten, die für Freiheit und Frieden stehen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Das St. Nikolaus-Stiftshospital geht mit gestärkter Position aus der neuen Krankenhausplanung des Landes Rheinland-Pfalz hervor.Foto: St. Nikolaus-Stiftshospital/Holger Lindner
1138

Rheinland-Pfalz bestätigt breites medizinisches Leistungsspektrum und stärkt das St. Nikolaus-Stiftshospital als wichtigen Standort

Krankenhaus Andernach geht gestärkt aus neuer Leistungsgruppenzuteilung hervor

Andernach. Das St. Nikolaus-Stiftshospital geht mit gestärkter Position aus der neuen Krankenhausplanung des Landes Rheinland-Pfalz hervor. Durch die zugewiesenen Leistungsgruppen werden rund 99,5 Prozent des bisherigen Leistungsspektrums vollständig abgebildet. Das Krankenhaus sowie der Träger, die Stiftung St. Nikolaus-Stiftshospital Andernach, sehen darin die hohe medizinische Qualität und breite Expertise des Hauses bestätigt.

Weiterlesen

04.09.: Nickenich: Schwerer Verkehrsunfall: Motorradfahrer kollidiert mit Anhänger
857

Nickenich. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich auf der L 118 zwischen Andernach und Kruft. Der Fahrer eines Wohnmobils, das mit einem Anhänger unterwegs war, befuhr die Strecke von Nickenich in Richtung Mendig. In der Nähe eines Schotterparkplatzes entschied er sich, das Gespann über die Gegenfahrbahn zu wenden. Genau in diesem Moment kam ein Motorradfahrer entgegen und kollidierte mit dem Anhänger.

Weiterlesen

Symbolbild.
730

Ulmen. Am Freitag, den 4. September 2026, ereignete sich gegen 00:10 Uhr im Einmündungsbereich der B259 und K2 in der Ortslage Ulmen ein schwerer Verkehrsunfall zwischen zwei Personenkraftwagen. Nach bisherigem Erkenntnisstand befuhr ein Autofahrer die B259 von Ulmen in Richtung Auderath. Ein anderer Fahrer befand sich auf der K2 und wollte nach links auf die B259 abbiegen. Im Einmündungsbereich kam es dann aufgrund einer Vorfahrtsmissachtung zum Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge.

Weiterlesen