Allgemeine Berichte | 24.08.2020

Geschwisterkinder-Projekte beim Bunten Kreis Rheinland

Sommer / Sonne / Surfbretter und jede Menge Spaß

Neun Kinder nahmen an der Ferienfreizeit teil. Foto: privat

Mülheim-Kärlich. Gina Pirosa ist Koordinatorin für die Geschwisterkinder-Projekte beim Bunten Kreis Rheinland und kommt gerade zurück von einer Ferienfreizeit. Sie erklärt, warum diese Freizeiten vor allem für Geschwister von beeinträchtigten Kindern so wichtig sind.

Man war mit neun Geschwisterkindern am Diemelsee, an der Grenze zu Hessen, in einem schönen Ferienhaus. Begleitet haben mich noch eine weitere Sozialpädagogin und eine Sonderpädagogin. Die Jugendlichen waren zwischen 11 und 17 Jahren alt. Der Bunte Kreis hat aber auch Angebote für Jüngere. Vor zwei Wochen war man mit jüngeren Geschwisterkindern auf einem Bauernhof. Ab sieben Jahren besteht grundsätzlich die Möglichkeit, an Ferienfreizeiten teilzunehmen.

Was hat man zusammen erlebt? Die Gruppe hatte tolles Wetter und war viel am See. Man konnteein Kajak und Surfbretter ausleihen, damit sind die Jugendlichen oft über den See gefahren. Es wurde gemeinsam gekocht und jeder hat sich dabei eingebracht. Von Burger über Pizza bis hin zu Pfannkuchen gab es alles, was bei Jugendlichen ganz oben auf dem Speise-Wunschzettel steht. Die Kids haben viel gespielt, waren im Kletterwald und haben sich ausgepowert. Aber es war auch total entspannt oder wie die Jugendlichen sagen würden: „chillig“. Sie saßen oft auch einfach nur auf dem Balkon und haben geredet. Es war eine rundum schöne und tolle Freizeit.

Warum sind diese Auszeiten so wichtig? Weil die Kinder und Jugendlichen einfach mal eine unbeschwerte Zeit haben. Hier können sie frei von ihrer Situation zu Hause, z.B. dem Alltag mit einem kranken oder beeinträchtigten Geschwister, Spaß mit anderen im gleichen Alter haben. Sie erfahren Verständnis für ihre aktuelle Situation und müssen sich nicht erst erklären. Diese Art von Austausch findet im schulischen Kontext meist nicht statt.

In welchen Bereichen müssen Geschwister von kranken oder beeinträchtigten Kindern am meisten zurückstecken?

Das ist schwer zu sagen, weil die Familien und die Kinder so unterschiedlich sind und jede ihren eigenen Weg findet, damit umzugehen. Die Eltern geben ihr Bestes, allen Kindern möglichst gleich viel Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Aber viele Geschwisterkinder übernehmen Zuhause zusätzliche Aufgaben, sie machen sich Sorgen um ihre kranke Schwester oder den kranken Bruder. Da ist es unglaublich wichtig, dass sie ab und zu ganz woanders sind und ganz unbeschwert sie selbst ein können.

Wie werden diese Ferienfreizeiten finanziert? Die Eltern bezahlen einen Teilnehmerbeitrag, der aber nicht alle Kosten deckt. Für die restlichen Beträge sind wir auf Sponsoren angewiesen oder müssen zusätzliche Gelder bei Stiftungen beantragen.

Hast Du ein Feedback für die Freizeit bekommen? Man hat nur positive Rückmeldungen zur Freizeit bekommen. Eine Mutter erzählte, dass schon am dritten Tag eine Nachricht von ihrem Sohn mit den Worten kam: „Geilste Freizeit ever“ – und das lassen wir jetzt einfach mal so stehen.

Neun Kinder nahmen an der Ferienfreizeit teil. Foto: privat

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