Allgemeine Berichte | 27.11.2025, 13:27 Uhr

Spendenaktion des Fördervereins unterstützt Frühchen und Familien im Perinatalzentrum Kemperhof

Superkräfte für die Kleinsten

Auch dieses Frühchen erblickte im Kemperhof das Licht der Welt: Hautkontakt und Nähe zu den Eltern sind entscheidend für die Entwicklung der kleinen Kämpfer. Foto: Andrea Maxsisch
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Koblenz. Über 1.500 Kinder erblicken jedes Jahr im Kemperhof das Licht der Welt – meist gesund und voller Lebensenergie.

Für viele Familien beginnt damit noch im Kreißsaal eine unvergleichlich schöne Zeit. Doch manchmal nimmt das Leben schon vor der Geburt eine andere Richtung:

wenn Risiken bestehen, der Ultraschall Auffälligkeiten zeigt oder wenn die Geburt viel früher kommt als erwartet.

6 bis 8 Prozent der Kinder in Deutschland kommen zu früh zur Welt, manche mit nur wenigen hundert Gramm. „Das sind winzige kleine Wunder“, sagt die Koblenzerin Corinna Gerhards. „Es geht einem tief in die Seele, wenn man ein so zartes Leben sieht – und es berührt, wenn diese Kinder nach einem langen Krankenhausaufenthalt mit ihrer Familie nach Hause dürfen.“ Dieses Jahr rückt der Förderverein der Kinderklinik Kemperhof genau diese kleinen Kämpferinnen und Kämpfer in den Mittelpunkt der Spendenaktion „Weihnachtsgeschenk für die Kinderklinik“. Unter dem Motto „Superkräfte für die Kinderklinik“ sollen drei Projekte realisiert werden, die das familienintegrierende Konzept des Perinatalzentrums stärken: ein innovativer Geburtswagen, therapeutische Begleitangebote und noch wohnlichere Frühchenzimmer – für noch mehr Nähe und Geborgenheit von der ersten Lebensminute an.

Wie wichtig das ist, weiß Corinna Gerhards, Mutter von drei Söhnen und Schatzmeisterin des Fördervereins, aus eigener Erfahrung: Ihr mittlerer Sohn kam ohne Nierenfunktion zur Welt und musste sofort auf die Intensivstation. „Ich habe damals in einer Uniklinik entbunden und konnte mein Kind nur kurz im Inkubator vorbeifahren sehen. Das zerreißt einen. Man ist dankbar für jede Hilfe, aber man verliert die ersten Momente, die so wichtig für die Bindung sind.“ Der neue Geburtswagen setzt genau hier an: Selbst sehr kleine Frühgeborene können direkt am Bett der Mutter noch im Kreißsaal medizinisch stabilisiert werden – mit Atemunterstützung und allem, was nötig ist. Auch die Verbindung zur Mutter über die Nabelschnur kann so länger bestehen bleiben.

Therapeutische Angebote sollen im weiteren Verlauf die Eltern-Kind-Interaktion stärken und Eltern die Angst nehmen, wenn ihr Baby von Schläuchen und Apparaten umgeben ist. Auch die psychologische und psychosoziale Unterstützung wird weiter ausgebaut, denn der Bedarf ist groß. „Was der schönste Moment im Leben sein sollte, wird für viele Familien plötzlich zur einer Zeit voller Sorge und täglichem Bangen“, sagt Gerhards. „Es ist dem Team des Perinatalzentrums sehr wichtig, die Eltern gut aufzufangen, denn sie sind die größte Kraftquelle für ihre Kinder.“ Die Wohlfühlatmosphäre in den Frühchenzimmern hilft, die langen Wochen auf der Intensivstation zu bewältigen. Denn viele Eltern verbringen nicht nur den Tag über im Patientenzimmer, sondern übernachten auch dort. Ein neu gestaltetes Familienzimmer soll darüber hinaus ermöglichen, dass auch einmal beide Eltern bei ihrem Frühchen übernachten können.

Nur hochspezialisierte Zentren dürfen sehr kleine Frühgeborene versorgen – wie das Perinatalzentrum Level 1 im Kemperhof. Für Koblenz und die Region ist es unverzichtbar. Die Botschaft der Spendenaktion ist deshalb klar: Danke sagen – und etwas zurückgeben. Für all die kleinen „Schängel“, die hier mit Kompetenz, Erfahrung und Herz den bestmöglichen Start ins Leben erhalten. Die Spendenaktion des Fördervereins läuft noch bis zum 18. Dezember. Weitere Infos unter https://www.weihnachtsgeschenk-kinderklinik.de Unterstützung findet der Förderverein auch in diesem Jahr wieder im Rahmen des 2. Koblenzer Advents-Spendenlaufs. Dieser findet am 14.12. um 14 Uhr im Stadion Oberwerth statt.

Pressemitteilung Förderverein der Kinderklinik Kemperhof

Auch dieses Frühchen erblickte im Kemperhof das Licht der Welt: Hautkontakt und Nähe zu den Eltern sind entscheidend für die Entwicklung der kleinen Kämpfer. Foto: Andrea Maxsisch

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