Allgemeine Berichte | 22.02.2024, 14:31 Uhr

THW im Ukraine-Einsatz: Zwei Jahre ununterbrochene Hilfe

Seit Februar 2022 unterstützt das Technische Hilfswerk (THW) ununterbrochen mit Hilfsgütertransporten die vom Krieg betroffenen Regionen in der Ukraine.  Foto: THW
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Bonn. Seit Zwei Jahren leistet das Technische Hilfswerk (THW) Hilfe für die Menschen in der Ukraine, die von den Auswirkungen des Krieges betroffen sind. Mit Hilfsgütern im Wert von mehr als 120 Millionen Euro hat das THW eine Vielzahl an Fahrzeugen, Geräten und Materialien beschafft und transportiert – für die Winterhilfe bis hin zur Instandsetzung zerstörter Infrastruktur. „Die kontinuierliche Hilfe des THW für die Ukraine ist ein Beispiel für Solidarität und Zusammenhalt in schwierigen Zeiten. Ich möchte allen THW-Helferinnen und -Helfern für ihren Einsatz danken und betonen, wie stolz ich auf ihre Arbeit bin“, erklärt THW-Präsidentin Sabine Lackner.

Der Einsatz des Technischen Hilfswerks (THW) für die Ukraine während des Krieges stellt den bisher größten Logistikeinsatz in der Geschichte des THW dar. Insgesamt hat das THW in enger Zusammenarbeit mit dem Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern und für Heimat Hilfsgüter im Wert von mehr als 120 Millionen Euro beschafft, finanziert aus eigene Sondermitteln und mit Mitteln des Auswärtigen Amtes. Unter den Hilfsgütern, die seit dem Jahr 2022 zur Verfügung gestellt wurden, befinden sich mehr als 280 Fahrzeuge, rund 100 Baumaschinen, drei Trinkwasseraufbereitungsanlagen oder 1.300 Stromerzeuger. Auch rund 30 Wohncontainer, 180 Zelte, acht Feldküchen sowie diverse Schlafsäcke, Isomatten und Decken gehören zu dem Material. Des Weiteren befinden sich Güter für den Schutz vor chemisch, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren (CBRN) unter den Beschaffungen, wie rund 1.600 Schutzanzüge oder mehr als 8.000 Einmalschutzanzüge.

Unter anderem lieferte das Technische Hilfswerk (THW) einen Abrissbagger, der nun in Zaporizhzhia zum Einsatz kommt.  Foto: THW

Unter anderem lieferte das Technische Hilfswerk (THW) einen Abrissbagger, der nun in Zaporizhzhia zum Einsatz kommt. Foto: THW

Die Hilfsgüter werden gezielt in die Regionen geliefert, die besonders unter den Auswirkungen des Konflikts leiden. Benötigt werden die Fahrzeuge und Geräte um Infrastrukturen wiederherzustellen und die lebenswichtige Wasser-, Energie- und Wärmeversorgung vor Ort sicherzustellen. Das THW steht im permanenten Austausch mit seinen ukrainischen Partnern, insbesondere dem ukrainischen Zivil- und Katastrophenschutz (DSNS), dem Grenzschutz, der staatlichen Wasserbehörde sowie mit den Verwaltungen der frontnahen Regionen. Dies ermöglicht eine direkte Abstimmung der Bedarfe und damit eine zielgerichtete Unterstützung durch das THW.

Aktuelle Transporte

Mehrere Hilfsgüterlieferungen mit Fahrzeugen wie Kippern oder Wassertankwagen und weiteren Materialien werden in der nächsten Zeit auf den Weg in Richtung Ukraine gehen. Die Unterstützung des THW im Energiesektor, der Beräumung und bei der Winterhilfe ist essentiell, insbesondere für die frontnahen Regionen im Süden und Osten der Ukraine, die anhaltend russischen Angriffen ausgesetzt sind. Auch in den nordöstlichen Grenzregionen Sumy und Tschernihiw leistet das THW wichtige Hilfe, indem es Generatoren und andere Hilfsgüter bereitstellt, um zur Energie- und Wasserversorgung beizutragen.

Im Energiesektor hat das THW im Winter 2023/24 bisher mehr als 800 Stromerzeuger und rund 750 Wärmeerzeuger wie Ölheizgeräte und Zeltöfen beschafft.  Foto: THW

Im Energiesektor hat das THW im Winter 2023/24 bisher mehr als 800 Stromerzeuger und rund 750 Wärmeerzeuger wie Ölheizgeräte und Zeltöfen beschafft. Foto: THW

Hilfe von Anfang an

Seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine vor zwei Jahren leistet das THW einen unermüdlichen Einsatz, um den Menschen in den von Konflikten betroffenen Gebieten Hilfe und Unterstützung zu bieten. In dieser Zeit haben täglich bis zu 1.000 THW-Kräfte Notunterkünfte und Ankunftszentren für Geflüchtete aus der Ukraine in Deutschland erkundet und ertüchtigt, um ihnen Schutz und Sicherheit zu gewährleisten. Dabei richteten sie Krankenhäuser, Schulen und Kirchen her und versorgten die schutzsuchenden Personen mit lebenswichtigen Ressourcen. „Die technisch-logistische Expertise des THW ist breit gefächert. Das ermöglicht es uns, mit unseren Fähigkeiten in diesem Bereich vielfältig zu helfen“, erklärt THW-Präsidentin Sabine Lackner.

36 THW-Auslandsexpertinnen und -experten arbeiteten im Frühjahr 2022 für den Europäischen Katastrophenschutzmechanismus (EUCPM) und das Welternährungsprogramm (WFP) und unterstützten deutsche Auslandsvertretungen in den Anrainerstaaten, um Hilfe für die betroffenen Menschen in der Ukraine zu organisieren.

Das THW unterstützte logistisch beim Transport eines gespendeten Gasgenerators.  Foto: THW/Constanze Kiel

Das THW unterstützte logistisch beim Transport eines gespendeten Gasgenerators. Foto: THW/Constanze Kiel

Vielfältige Unterstützung

Die ganze THW-Familie, THW-Jugend e.V., THW-Bundesvereinigung e.V. und Stiftung THW, unterstützt den Einsatz. Die THW-Jugend e.V. kooperiert mit dem ukrainischen Jugendverband „Schule der Sicherheit“ in einem Projekt. Dieses fördert die Organisationsstruktur und Partizipationsmöglichkeiten des ukrainischen Jugendverbandes sowie Methodik und Didaktik der fachtechnischen Ausbildung, um damit die Resilienz der ukrainischen Zivilbevölkerung zu stärken. Dazu fanden auch gemeinsame Workshops mit Unterstützung von THW-Ortsverbänden statt.

Mit Spenden und Beschaffungen unterstützt auch die Stiftung THW die ukrainischen Partner. Im Rahmen der Winterhilfe trug sie unter anderem mit doppelwandigen Unterkunftszelten und Schlafsäcken dazu bei, den Menschen in der Ukraine in dieser schwierigen Zeit zu helfen und komplementiert die Lieferungen des THW.

Am Dienstag, den 27. Februar, verlässt ein weiterer Hilfsgütertransport des THW das Logistikzentrum Baden-Württemberg in Richtung Ukraine. Bei der Abfahrt des Konvois mit Fahrzeugen und Hilfsgütern ist eine hochrangige Delegation anwesend, u.a. der Direktor der Abteilung für Katastrophenschutz der Militärverwaltung der Oblast Charkiw, Vertreterinnen und Vertreter des Auswärtigen Amtes, des Bundesministeriums des Innern und für Heimat, die THW-Präsidentin sowie der Präsident der THW-Bundesvereinigung e.V.

Pressemitteilung THW

Seit Februar 2022 unterstützt das Technische Hilfswerk (THW) ununterbrochen mit Hilfsgütertransporten die vom Krieg betroffenen Regionen in der Ukraine. Foto: THW

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