Prinz Thorsten I. und Prinzessin Simone regieren Heimbach-Weis

Trotz Corona-Session: „Wir stehen zu unserem Wort“

31.01.2022 - 08:48

Neuwied. Prinz Thorsten I. und Prinzessin Simone (Fischer) waren zum Prinzenpaar von Heimbach-Weis proklamiert worden. Und auch wenn die Höhepunkte wie Damensitzung oder Umzug nur im Ungefähren liegen und im Terminkalender gähnende Leere herrscht, ziehen die beiden die Regentschaft mit Herz und Seele durch. „Wir stehen zu unserem Wort“, sagt Prinzessin Simone. Prinz in Heimbach-Weis zu sein, erklärt Thorsten Fischer, sei größte Ehre und Verpflichtung dem Brauchtum gegenüber, zugleich. „Und wir spüren die Dankbarkeit der Menschen“, ergänzt die Prinzessin. Nicht nur der Aufrechterhaltung der Tradition wegen, sondern auch für einen Hauch von Normalität in schweren Zeiten. Seit der Entscheidung für Amt und Würden im Frühjahr 2020 werden Thorsten und Simone Fischer von Hoffen und Bangen begleitet. Nachdem bereits ihre eigentliche Session 2020/2021 ausfiel, aber das Infektionsgeschehen im Sommer 2021 stark rückläufig war, liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren an. Die Orden wurden bestellt, die Ornate in Auftrag gegeben und mit dem Wagenbau begonnen. Kurz vor dem Jahreswechsel war dann klar: Wie geplant wird es nicht laufen. „Wir sind sehr dankbar, dass uns die Karnevalsgesellschaften eine Proklamation, zumindest im kleinen Rahmen aber mit ganz vielen Emotionen, ermöglichten“, sagt Thorsten Fischer. Vor dem Hintergrund der Diskussion auf Facebook weist er darauf hin, dass über das gesetzliche Maß hinaus Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden. Neben geboostert war ein tagesgültiger Negativtest für alle Beteiligten notwendig. Das setzte sich bis ins kleinste Detail, in diesem Fall der Ehrentrunk aus dem Einwegbecher, fort. Auf die eigentlich obligatorischen Gratulationen und Überraschungen musste das Prinzenpaar verzichten. Prinz Thorsten und Simone setzen auf aufgeschoben und nicht aufgehoben.


Sommerkarneval wäre schön


„Ein Sommerkarneval wäre schön“, hoffen beide. Wohl wissend, dass es nach Aschermittwoch für alle Beteiligten auf der Straße und am Straßenrand ein ganz anderes Gefühl wäre. „Dass die Männer im Gefolge in ihren 4,5 kg schweren Ornate mächtig ins Schwitzen kämen, könnten wir verschmerzen“, schmunzelt das Prinzenpaar. Immerhin: Prinzessin und Hofdamen wären in luftiger Spitze im Vorteil. Für Prinz Thorsten wäre der Umzug die Krönung seiner närrischen Laufbahn. 12 Jahre hat er als Geschäftsführer der KG Heimbach mit dafür gesorgt, dass andere Karneval und Kirmes feiern können. Der Prinz hat die klassische Laufbahn der Heimbach-Weiser Fassenacht durch: In frühen Jahren im Kinderwagen dabei, dann Mitglied von Fußgruppen und Wagenbauern. Über den Karneval hinaus war er dem Dörfje über die KaJu und dem SSV verbunden. Prinzessin Simone ist vor 24 Jahren aus Ludwigsburg nach Neuwied gezogen. Sie spürte die integrative Kraft des Karnevals, nachdem eine Freundin sie zur Teilnahme am Gladbacher Rosenmontagsumzug motivierte. Seitdem ist sie jedes Jahr mit großer Begeisterung bei den Nachbarn dabei. Wenn sie der Familie in der schwäbischen Heimat von der Mitarbeit als Komiteefrau erzählte, hielten sie alle für verrückt. So viel geschäftsmäßige Arbeit und professioneller Aufwand steckt in der Aufrechterhaltung des Brauchtums.


Live am 26. Februar


So viele Fragezeichen die Session für das Heimbach-Weiser Prinzenpaar bereithält, der 26. Februar steht. Am Karnevalssamstag sind sie Teil einer online Damensitzung, mit Tanzgruppen, Vortragenden und allem Drum und Dran. Schön wäre natürlich ein kleines Live-Publikum, aber das steht noch in den Sternen. Drei Tage später ist dann Veilchendienstag, der Höhepunkt der Heimbach-Weiser Fassenacht. „Wir werden sichtbar sein, und wenn wir mit Maske nur die Straße hoch und runter laufen“, verspricht Prinzessin Simone. FF

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